Abseits oder nicht?

Landsbergs Angreifer Marco Leszczynski (links) musste sich von Florian Königer (SV Pullach) wieder mal das Leder wegschnappen lassen. Foto: Krivec

War es wirklich Abseits oder einfach nur ein weiterer Abwehrfehler? Die strittige Szene, die in der 88. Minute zur 0:1-Niederlage des TSV Landsberg gegen den SV Pullach führte, ließ sich auch nach der Partie nicht letztgültig klären. „Ich stehe bei dem Freistoß an der Sechzehner-Grenze, ich kann es auch nicht sagen“, räumt Spielertrainer Sven Kresin nach der Niederlage zum Auftakt der Rückrunde in der Fußball-Landesliga ein.

Mächtig geärgert hat er sich über die Situation aber so oder so. „Es war kurz vor Schluss, ich mache jedem nochmal Feuer, damit wir richtig gegen den Ball gehen und dann tun wir genau das überhaupt nicht.“ Sowohl die Verteidigung als auch Torwart Markus Obermayer sahen bei dem Kopfball von Meissner nicht sonderlich gut aus, zwischen einzelnen Zuschauern und einem TSV-Spieler gab es deshalb nach der Partie zum wiederholten Mal hitzige Diskussionen und Anfeindungen. Dabei hätte man durchaus einen Heimerfolg einfahren können, auch wenn der unter dem Strich nicht verdient gewesen wäre. Denn die erste Halbzeit gehörte fast komplett den Gästen, die es selbst nicht fassen konnten, wieviele Großchancen sie vergaben. Vor allem Toni Rauch hatte mehrfach die Führung für Pullach auf dem Fuß, verzog jedoch aus guter bis bester Position (8., 12., 31.), scheiterte am stark parierenden Obermayer (20.) oder schlicht am Unvermögen. In der 34. Minute setzte Rauch einen Abpraller aus nicht einmal fünf Metern daneben. Die beste Chance hatte allerdings Berchthold für Pullach. Nach einer Traumkombination der Gäste brachte er das Kunststück fertig, den Ball aus drei Metern am leeren Tor vorbeizubugsieren. Für diese Szene gab es von Kresin später nicht einmal Kritik. „Das ist hervorragend herausgespielt, das kannst du nicht verteidigen.“ Der Rest der ersten Hälfte war allerdings auch für ihn eine Enttäuschung. „Wir haben wieder zuviel zugelassen, sind den Bällen nicht nachgegangen, auch wenn sie lange unterwegs waren.“ Für die zweite Hälfte wechselte der 35-Jährige Schuster für Kares aus und stellte seine Mannschaft auf einigen Positionen um. Zunächst musste Obermayer erneut gegen Berchtold parieren (53.), doch dann schien Pullach sein Pulver verschossen zu haben, Landsberg kam immer besser ins Spiel. Während die Gäste körperlich zusehends abbauten, erarbeiteten sich die Lechstädter noch zwei glasklare Chancen. Mit einem sehenswerten Pass spielte Sebastian Bonfert Benjamin Hauke frei, der drosch den Ball aber aus zwölf Metern am kurzen Eck vorbei (59.), vier Minuten später setzte Leszczynksi wiederum Bonfert schön ein, der zielte dann aber links vorbei. Kresin: „Die zweite Halbzeit gehört ganz klar uns. Wir hätten Pullach für den leichtfertigen Umgang mit ihren Chancen bestrafen müssen. Soviele Gelegenheiten bekommst du in so einem Spiel nicht, gerade zuhause muss man die auch mal nützen. Aber das gelingt uns zur Zeit nicht, so sind wir im Moment. Zum Schluss gehst du dann doch als klarer Verlierer vom Platz.“ Neben dem Warten auf die Winterpause und auf „zwei bis drei Verstärkungen“ gilt die Hoffnung zunächst einmal der Rückkehr von Muriz Salemovic, der gegen Pullach schmerzlich vermisst wurde und nicht zu ersetzen war. Ihm war ein Mannschaftskollege am Freitag im Training auf den Knöchel gestiegen, Salemovic konnte mit dick bandagiertem Fuß nur noch zehn Minuten spielen und nicht mehr entscheidend eingreifen. Am Samstag (14 Uhr) beim FC Augsburg – der drei Punkte vor dem TSV Landsberg liegt – sollte der Offensivwirbler allerdings wieder dabei sein. Dann geht es, so Sven Kresin, gegen „eine Truppe von jungen Hüpfern, die den Männerfußball nicht so richtig mag.“ Womit die Marschrichtung klar sein dürfte…

Meistgelesen

Söder: "Nazi-Vorwürfe sind eine Sauerei"
Söder: "Nazi-Vorwürfe sind eine Sauerei"
"Es war kein Betrug"
"Es war kein Betrug"
Dobrindt soll helfen
Dobrindt soll helfen
"So nicht, Herr Erdogan!"
"So nicht, Herr Erdogan!"

Kommentare