"Einen Fußballer heiraten"

17 Mal die Eins vor dem Komma in der Dießener Liebfrauenschule

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Die drei Jahrgangsbesten der Liebfrauenschule Dießen mit ihrer stolzen Direktorin: Sarah Wiedemann (1,33 Notendurchschnitt), Elisabeth Hofer (1,0), Sonja Kniele (1,18) und Theresa Wilhelm (von links).

Dießen – Nach ihren Wünschen befragt, möchte eine Absolventin der Liebfrauenschule Dießen „einen Fußballer heiraten”. Ob die Realschülerin wirklich eine „Spielerfrau” à la Cathy Hummels werden will oder nur humorvoll geantwortet hat, bleibt offen. Sie sorgte jedenfalls für den größten Lacher bei der Abschlussfeier in der festlich geschmückten Schulturnhalle. Die meisten der von Direktorin Theresa Wilhelm befragten Schülerinnen nannten von „Gesundheit” über „echte Freunde” bis zu „Geld verdienen” ganz realistische Wünsche.

Einer davon ist mit der Überreichung der Abschlusszeugnisse in Erfüllung gegangen. Alle 89 Schülerinnen haben die Mittlere Reife geschafft, 17 davon sogar mit einer 1 vor dem Komma. Darunter die Dießenerin Elisabeth Hofer mit einen sagenhaften Schnitt von 1,0. Ihnen allen gratulierte Theresa Wilhelm bei der Feierstunde, umrahmt von Gesangs- und Tanzeinlagen. Sie zitierte aus einem Song der „Toten Hosen”, in dem es heißt „Wünsch dir was. Es kommt die Zeit, in der Wünschen wieder hilft”. Über die blauen Wunschpunkte von „Das Sams” kam sie zum biblischen König Salomo, der sich von Gott Weisheit und ein hörendes Herz wünschte und damit alle anderen Wünsche „als Zugabe oben drauf” erfüllt bekam. Statt den blauen Wunschpunkten von „Das Sams” erhielt jede Absolventin einen blauen Luftballon, den sie im Anschluss mit einem Herzenswunsch in den Himmel schickten.

Schülersprecherin Jayesha Howard dankte den Lehrkräften und sogar dem „tollen Hausmeister Peter Keck”, die mit „einem Haufen pubertierender Mädels” zurecht kommen mussten. Nach diesem Lebensabschnitt sei es Zeit, das Leben nunmehr selbst in die Hand zu nehmen. Direktorin Theresa Wilhelm bescheinigte sie, dass sie die Schule immer noch besser machen wolle. Das bestätigte auch Dießens Vize-Bürgermeister Peter Fastl bei seinem mittlerweile zwölften Grußwort hier. Die Liebfrauenschule mit ihrer weithin anerkannten Qualität sei ein absolutes Vorzeigeprojekt. Zu den Absolventinnen meinte er, trotz letzten Schultag sei heute nicht Schluss mit dem Lernen: „Im Gegenteil. Das wird euch ein Leben lang begleiten.”

Elternbeiratsvorsitzende Silke Hohagen ging noch weiter. In Hinblick auf die „starken Lehrer und ihr Wirken” sagte sie: „Wer hier drin war, hat was drauf”. Zur Verstärkung des Lobes setzte sie einigen Lehrkräften den sprechenden Zauberspitzhut aus den Harry Potter-Geschichten auf, der sogleich Charakter, Stärken und Fähigkeiten des Trägers ausplauderte. Sehr treffend, wie man am Applaus der Schülerinnen hören konnte. Zu den Absolventen sagte Hohagen: „Eine jede von euch geht nun ihren eigenen Weg und somit steht ihr schon wieder vor einem Anfang.” Und mit einem fröhlichen Zwangsreim ergänzte sie den Satz: „Mit den Attributen eurer Lehrer seid ihr gewappnet für viel mehrer!”

Die Dießener Liebfrauenschule, eine Mädchenrealschule des Schulwerks der Diözese Augsburg, führt mit dem Ende der Jahrgangsstufe 10 zu einem mittleren Bildungs- beziehungsweise einem Realschulabschluss. Er ermöglicht den Eintritt in die mittlere Beamtenlaufbahn sowie zum Besuch einer Fachoberschule und – nach einer Einführungsklasse – auch zum Übertritt in ein Gymnasium. Ebenso befähigt er nach der beruflichen Ausbildung den Besuch einer Berufsoberschule.Dieter Roettig

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