Bildungsbauwerke mit Note 1

Absolventen der WKR-Baustelle verabschiedet

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Die Top Drei unter den Absolventen der WKR in Schondorf: Julian Durach, Philipp Sanktjohanser und Fabian Bartl (von links).

Schondorf – Vom „wackeligen kleinen Gehöft” zum „stattlichen Bildungsbauwerk”: Günter Morhard, Rektor der Wolfgang-Kubelka-Realschule (WKR) in Schondorf, wählte für die Abschiedsrede an seine Absolventen dieses Mal Bilder aus der Welt des Bauens. Das lag nahe, denn die WKR ist derzeit eine Baustelle. Die Ertüchtigung der 50 Jahre alten Schule ist in vollem Gange.

Daran, dass die Einweihung der Knabenrealschule so lange zurückliegt wie die Mondlandung, erinnerte Josef Loy in seinem Grußwort. Der Eresinger Bürgermeister war in seiner Eigenschaft als Vertreter der WKR im Kreistag zur Abschlussfeier gekommen. Damals wie heute ging es um gut ausgebildetes Personal. „Warum soll uns angst und bange sein vor der Zukunft? Mir nicht, bei solchen Männern, die da auf uns losgelassen werden”, sagte Loy an die Adresse der Absolventen. „Wissen gibt Sicherheit. Und ihr wisst, wie man Aufgaben anpackt.”

Für das Aushalten der Baumaßnahme dankte der Kreisrat der gesamten Schulfamilie – wobei, wie in Morhards Rede deutlich wurde, viele Schüler die Bagger, Kräne und Presslufthämmer weniger als Störung denn als willkommene Ablenkung vom Schulstoff empfinden.

Die „Bildungsbauwerke”, die die Schule nun in eine Ausbildung oder an die FOS entlässt, seien jedenfalls in den vergangenen sechs Jahren zu „smarten, intelligenten Häusern” ausgebaut worden. Manche mussten zwischendurch mit Hilfe einer „strengen Schalung” gestützt werden. Bei den meisten sei nach zwei, drei Jahren ein „besonderer Bauschimmel” namens Faulitis pubertitis aufgetreten, gegen den Hausaufgaben ein ausgezeichnetes Mittel seien. „Sie haften in allen Häusern und allen Räumen.” Manche der Einzelhäuser des Typs „männlich, maskulin” zeigten irgendwann Interesse, sich in ein "gemischtes Doppelhaus" mit einem Modell „weiblich, feminin” zu verwandeln, so der Rektor augenzwinkernd. Doch trotz derartiger Ablenkungen kam es im Laufe der Realschulkarriere nur ganz vereinzelt zu „ein- oder zweijährigen Bauverzögerungen”.

Elternbeirätin Martina Feneberg appellierte an die gut 90 Absolventen, mit Mut etwas Neues zu beginnen und an die eigenen Träume zu glauben. „Habt keine Angst vor Fehlern. Aus Steinen, die einem im Weg liegen, kann man auch etwas Schönes bauen.” Für Feneberg ging an diesem Tag ebenfalls ein Kapitel zu Ende, denn auch ihr Sohn war unter den Abschlussschülern. „Die Zukunft hängt davon ab, was wir heute tun”, gab die Elternvertreterin ihnen mit auf den Weg. Und: „Es ist wichtiger, etwas im Kleinen zu tun, als im Großen darüber zu reden.”

Schülersprecher Simon Storch sprach seinen Mitschülern vermutlich aus dem Herzen, als er sagte: „Wir sind heilfroh, dass die Schinderei hinter uns liegt.” Und auch die Lehrer seien sicherlich erleichtert, wieder eine „Rabaukengeneration” überstanden zu haben.

15 Absolventen schlossen die „entscheidende Bauetappe” (Morhard) der Realschulzeit mit einem Einser-Schnitt ab, Philipp Sanktjohanser sogar mit der Traumnote 1,0. Die Besten der einzelnen Zweige konnten sich über Geldgeschenke der Sparkasse Landsberg-Dießen und der VR-Bank Landsberg-Ammersee sowie über einen Büchergutschein des Landkreises freuen. Alle müssten jedoch darauf achten, dass ihr Bildungsbauwerk mit dem Gütesiegel Realschulabschluss in Schuss bleibt, mahnte der Rektor. Über kurz oder lang würden Renovierungen und Anbauten fällig werden.

Ein abwechslungsreiches Musikprogramm der Schulband und der von Morhard dirigierten Blaskapelle umrahmte die Veranstaltung. 

Ulrike Osman

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