Abwasserzweckverband Geltendorf-Eresing senkt die Gebühren doch nicht

Die Abwassergebühren von 1,96 Euro pro Kubikmeter bleiben in den kommenden beiden Jahren unverändert. Das hat der Zweckverband Geltendorf-Eresing auf seiner Haushaltssitzung beschlossen. Die Verwaltung hatte die Gebühren eigentlich auf 1,84 Euro senken wollen, da in den letzten zwei Jahren erhebliche Überschüsse erzielt worden waren. Das Geld ist jedoch schon verbraucht.

85000 Euro hat der Zweckverband in den Jahren 2008 und 2009 mehr eingenommen als ausgegeben. Man hatte in den Haushalten jeweils zu hohe Beträge für den Unterhalt von Kanalnetz und Kläranlage eingestellt und auf dieser Basis die Gebühren zu hoch berechnet, erklärte Kämmerin Andrea Pleintinger. Allerdings sei der Überschuss für Investitionen bereits wieder ausgegeben worden. „Es ist kein Kapital mehr da.“ Deshalb wäre im Jahr 2010 eine Zuführung aus dem Vermögens- an den Verwaltungshaushalt notwendig geworden – „fatal“ für Eresings Bürgermeister Josef Loy. Auch eine Kreditaufnahme zur Finanzierung des laufenden Betriebs lehnte er ab. „Dann können wir den Laden gleich zusperren.“ Ähnlich argumentierte auch Verbandsrat Josef Weiß. „Neue Schulden müssten wir, und damit der Gebührenzahler, finanzieren. Damit zahlt der Bürger letztendlich doppelt.“ Er forderte deshalb, die Gebühren nicht zu verändern. Die Verbandsversammlung schloss sich dieser Meinung einstimmig an, ebenso wie Loys Empfehlung, mit künftigen Überschüssen eine Gebührenausgleichsrücklage zu bilden. Im Anschluss stand der Haushalt zur Abstimmung an. Strittig war hier vor allem, welche Mittel für die Sanierung der Geltendorfer Regenwasserkanäle eingestellt werden sollten, da die Gemeinde selbst noch keine Beschlüsse über die Arbeiten gefasst hat. Auch eine Prioritätenliste über die dringendsten Maßnahmen steht noch aus. Klar ist immerhin, dass im Zuge der Sanierung der Moorenweiser, der Schul- und der Bahnhofstraße auch die Kanäle erneuert werden sollen. Gemeinde und Zweckverband tragen je die Hälfte der Kosten. Schließlich einigte man sich darauf, 125000 Euro für die ersten Maßnahmen vorzusehen. Von den Bürgern soll ein Verbesserungsbeitrag erhoben werden, weil sich die Kosten sonst auf die künftigen Abwassergebühren auswirken würden. Die Verwaltung wurde beauftragt, eine entsprechende Satzung zu erarbeiten. Für die Planung und Errichtung des neuen Belebungsbeckens in der Verbandskläranlage sind rund 230000 Euro vorgesehen. Für 42000 Euro sollen neue Vakuumpumpen und Kompressoren angeschafft werden. Rund 100000 Euro muss der Zweckverband der Deutschen Bahn für die Entwässerung des Park & Ride-Platzes zahlen – hier wartet man aber schon seit Jahren auf die Rechnung. Zusammen haben Verwaltungs- und Vermögenshaushalt ein Volumen von 1,5 Millionen Euro. Der aktuelle Schuldenstand des Zweckverbands beläuft sich auf rund 980000 Euro.

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