Wie beim Lotto

Adam-Vogt-Preis geht heuer an drei Frauen

+
Die Gewinnerinnen des Adam-Vogt-Preises zwischen OB Mathias Neuner (links) und Marktleiter Hans-Jürgen Schulmeister: Agnes Bach, Martina Hugo und Christine Spurway (von lInks)

Landsberg – Trotz Regen schwappt am Samstagvormittag ein Meer aus Schirmen durch die Saint-Laurent-du-Var-Promenade. Die Keramikbegeisterten lassen sich den Landsberger Töpfermarkt nicht vermiesen. Eng wird es besonders vor einem Zelt. In ihm die 25 Ton- und Keramikwerke, die für den nach dem Stoffener Kunsttöpfer Adam Vogt benannten Preis eingereicht wurden. Gebrauchsgegenstände oder reine Kunstobjekte. Drei Teilnehmer können jeweils Urkunde und 200 Euro gewinnen: in den Kategorien „modern“, „experimentell“ und „traditionell“. Dieses Jahr geht die Auszeichnung an drei Frauen.

Die Kategorie „modern“ entscheidet die in Augsburg lebende Christine Spurway für sich. Sie hat zwei Tassen und eine Flasche mit weißem, geritzten Engobedekor und schwarzer Glasur eingereicht. Darauf zu sehen sind nackte Figuren. „Ich male sehr gern“, begründet Spurway das Design. „Auch gerne Akt.“

„Experimentell“ sind Agnes Bachs hauchdünn anmutende Schalen. Fast so durchscheinend wie Papier. „Das ist Bone China, Knochenporzellan, ein sprödes, schwieriges Material.“ Und gerade das Schwierige daran hat die Oberpfälzerin gereizt, etwas Feines, Zartes zu machen. Man könne es als Teelicht verwenden oder als Objekt an sich.

Martina Hugos „traditioneller“ Keramikfalke sitzt auf hellem, knorrigem Lechschwemmholz. „Ich gehe gerne spazieren“, erzählt die Töpferin, die in Dillingen ihre Werkstatt hat. Insbesondere die Kombination von Holz und Ton gefalle ihr.

Auf den Rundgang durch die Stände der 66 Aussteller hat die Jury – Marktreferent Hans-Jürgen Schulmeister, OB Mathias Neuner, Kulturreferent Axel Flörke und Kulturamtsleiterin Claudia Flörke sowie RBK- und Künstlergilde-Leiterinnen Silvia Großkopf und Petra Ruffing – dieses Jahr verzichtet. Den einen gefällt’s: So dauert die Prämierung nicht gar so lange. Den anderen nicht. Denn jetzt steht das Objekt für sich. „Man sieht nicht, was derjenige sonst arbeitet. Und kann sich auch nicht mit ihm unterhalten.“ Marktberater Harald Busse hätte der Rundgang nichts ausgemacht. An seinen Wanderschuhen erkennt man den Profi. Denn auch wenn es an der Promenade etwas trockener ist, als am Mutterturm: In den Wiesenabschnitten schmatzt das Wasser.

25 Einreichungen sind ein bisschen wenig. Um das zu ändern, hat die Jury Ideen. Der Rundgang soll nächstes Jahr wieder stattfinden. Die Bewerbung für den Preis könnte doch bis eine Woche vor Marktbeginn möglich sein. Bisher ist vier Wochen vorher Schluss. Vor allem soll es aber nur noch einen Preis geben: „den Adam-Vogt-Preis“. Dafür soll der Gewinner ein höheres Preisgeld erhalten. 1.000 Euro sind im Gespräch. So erhofft man sich mehr Beteiligung und ein größeres Renommee.

Auf Nachfrage, warum sie nichts für den Preis eingereicht haben, antworten die Aussteller unterschiedlich. „Ich hatte einfach keine Zeit“, gibt Ines Verschel aus Emmendingen zu. Eventuell könne man den Preis schon im Winter ausschreiben. Damit Zeit bleibe, um fernab der hektischen Töpfermarktwochen in Ruhe ein Stück auszuwählen. Oder eben auch direkt dafür herzustellen.

Das Zeitargument ist auch für eine andere Ausstellerin der Hauptgrund: „Unter der Woche muss man produzieren, am Wochenende ist man auf dem Markt.“ Da falle so eine Bewerbung manchmal unter den Tisch. „Ich hab’s auf den Scanner gelegt und vergessen abzuschicken“, lacht Michael Selbach aus Schweigen. Dass ein höheres Preisgeld mehr Bewerber anzieht, ist für ihn klar: „Das ist wie beim Lotto.“

Auch eine Änderung für den Töpfermarkt generell schwebt in der Luft: Am Samstag könnte man die Öffnungszeiten bis 20 Uhr verlängern. „Viele sind erst um 17 Uhr mit Einkaufen und allem fertig. Wenn die kommen, ist der Markt ja schon fast aus“, begründet Schulmeister. Aber in einem sind sich alle einig: Änderungen sind nur dann machbar, wenn die Aussteller zustimmen.

Susanne Greiner

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Auto brennt fast vollständig aus
Landsberg
Auto brennt fast vollständig aus
Auto brennt fast vollständig aus
Kauferinger Kinobetreiber kritisiert Gesundheitsamt Landsberg
Landsberg
Kauferinger Kinobetreiber kritisiert Gesundheitsamt Landsberg
Kauferinger Kinobetreiber kritisiert Gesundheitsamt Landsberg
Inzidenz knapp unter 200
Landsberg
Inzidenz knapp unter 200
Inzidenz knapp unter 200
Ein erster Schritt zur Bachl-Erweiterung
Landsberg
Ein erster Schritt zur Bachl-Erweiterung
Ein erster Schritt zur Bachl-Erweiterung

Kommentare