ADFC Landsberg stemmt sich gegen Straßensperrung

Rückwärts-Politik: Tom Bohn will Radler stoppen

Martin Baumeister - ADFC-Kreisvorsitzender
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ADFC-Kreisvorsitzender Martin Baumeister wehrt sich gegen die Rückwärtspolitik von FDP-Stadtrat Tom Bohn.
  • VonAndrea Schmelzle
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Landsberg – Tom Bohns Antrag, die Alte Bergstraße bergab und den Hauptplatz komplett für Radfahrer zu sperren, stößt beim ADFC-Kreisverband Landsberg und vielen bei Anwohnern des Landsberger Ostens auf Unmut. In einer Presseerklärung spricht sich der Fahrradclub nun vehement dagegen aus.  

„Kaum zu glauben“, meint ADFC-Kreisvorsitzender Martin Baumeister, „die Stadt ist gerade dabei, ein Fuß- und Radwege­konzept zu entwickeln, das die Bedingungen für den nichtmo­torisierten Verkehr verbessern soll – da kommt ein Antrag mitten aus dem Stadtrat, eine wichtige Ost-West-Verbindung für Radfahrer zu kappen.“ Schließlich sei die Alte neben der Neuen Bergstraße die einzige fahrradtaugliche Verbindung vom Osten zum Bahnhof und dem Landsberger Westen.

Die Darstellung von FDP-Stadtrat Bohn, Radfahrer seien Raser, diskreditiere die Verkehrsteilnehmer, die auf ein umweltfreundliches Verkehrsmittel setzen, so Baumeister. Die Mehrheit der Radfahrer seien vernünftig. „Zudem sind Fahrräder heute wesentlich sicherer als in früheren Zeiten und verfügen auch über gute und sichere Bremsen.“

Da blieben viele Fragen offen, etwa: „Was tun bei einem solchen Verbot – Fahrrad schieben oder doch gleich mit dem Auto in die Stadt fahren?“ Oder: Würden eigentlich Straßen gesperrt, weil Autofahrer unangemessen schnell fahren? Auch die Angabe eines 18 Prozent-Gefälles sei fragwürdig – der ADFC komme nach eigenen Berechnungen auf elf Prozent. Zudem spreche die Darstellung der Polizei – in zweieinhalb Jahren nur zwei Fahr­rad­unfälle ohne Fremdbeteilung – für sich. Solche Unfälle gebe es immer wieder im gesamten Stadtgebiet – sei es durch Unachtsamkeit oder dem Fahren über Randsteine.

„Radfahren zu verbieten wäre eine Rückwärts-Politik – nach dem Motto: Die Straßen gehören dem Auto“, wettert Baumeister. Auch Meinungen von Bürgern aus dem Landsberger Osten hätten den ADFC erreicht. Etwa, dass Kinder lieber über die sicherere Alte als über die gefährliche Neue Bergstraße in die Schule geschickt würden. Oder dass die Gefahr nicht nur von Radlern, sondern auch von Auto­fahrern ausgehe – denn die Alte Bergstraße würde von Autos trotz des Verbotes oft als Abkürzung zu Hauptplatz und Schlossergasse genutzt.

Es sei der falsche Antrag zur falschen Zeit , in der klimafreundliche Mobilität vorangetrieben werden solle. Mit der Sperrung einer zentralen Fahrradachse würde das ad absurdum geführt, so Baumeister. Er hoffe sehr, dass der Antrag am Mittwoch im Stadtrat klar abgelehnt werde.

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