Warum fliegen Flugzeuge?

Adrian Dörfler klärt die Frage – mit einem selbstgebauten Windkanal

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Walter Pischel und Stephanie Weiser von der Frank-Hirschvogel-Stiftung sind begeistert von Adrians Windkanal.
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Der Windkanal von Adrian Dörfler bleibt dem DZG erhalten.
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Der Ventilator wurde von der Firma Elektror gestiftet.
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Die Tragfläche eines Modellflugzeugs.

Landsberg – Warum fliegen Flugzeuge? Eigentlich keine allzu spannende Frage. Wurde die Antwort doch bereits im 18. Jahrhundert von Daniel Bernoulli geklärt. Ansonsten würden wir jetzt wohl nicht mal eben so in den Flieger steigen und nach Mallorca düsen. Adrian Dörfler hat sich trotzdem mit dem Thema beschäftigt und dafür einen eigenen Windkanal konstruiert.

Walter Pischel und Stephanie Weiser von der Frank-Hirschvogel-Stiftung sind begeistert von Adrians Windkanal.

Alles fing mit einem Besuch der Hochschule in München an. Walter Kastenmeyer, Leiter eines Physikseminars im Dominikus-Zimmermann-Gymnasium, machte mit seinen 15 Schülern einen Ausflug nach München. Das Motto des Seminars war „Wie und warum fliegen Flugzeuge?“. Ganze eineinhalb Jahre beschäftigten sich die Seminarteilnehmer mit dieser Frage. Unter den Schülern war auch der Erpftinger Adrian Dörfler.

Die abschließende Aufgabe des Seminars war, einen Windkanal zu bauen. Genauer gesagt ein Modell. „Ich hatte da so an 20 Zentimeter gedacht“, lächelt Kastenmeyer. Aber der 18-jährige hatte Größeres vor. Nach und nach gestaltete sich der Plan von einem einsatzfähigen Windkanal. Schulleiter Bruno Bayer und Kastenmeyer waren beeindruckt und wollten den Windkanal gerne an der Schule behalten. Deshalb suchte man sich professionelle Unterstützung und auch finanzielle Hilfe bei der Umsetzung. Die Frank-Hirschvogel-Stiftung war vor allem von Adrians Eigen­initiative und Begeisterung angetan und übergab dem Oberstufenschüler einen Scheck im Wert von 2.215 Euro.

Auch die Firma Elektror mit Sitz in Ostfildern konnte Adrian von seiner Arbeit überzeugen. Sie stiftete den riesigen Ventilator im Wert von 2.300 Euro. Die Förderung junger Menschen sei für die Firma durchaus wichtig. „Aufgrund des Nachwuchsmangels wollen wir mit der Förderung auf uns aufmerksam machen“, sagt Manfred Schulz von Elektror.

Für den Adrian gute Voraussetzungen für sein Projekt. Nach jeder Menge Recherche und Überlegungen entwarf er seinen Windkanal am Computer selbst. Die Geräte- und Maschinenbaufirma Stelzner in Ummendorf schnitt alle Metalle für das Gehäuse und die Verkleidung nach Adrians Wünschen zu.

Das Zusammenschweißen hat er jedoch selbst übernommen. In der Werkstatt bei sich zuhause hatte er alle Werkzeuge, die er dazu benötigte. Gelernt hat er das Schweißen von seinem Opa. Walter Pischel von der Frank-Hirschvogel-Stiftung ist begeistert von den Schweißnähten: „Da gibt es nichts dran auszusetzen.“

Am Ende ist eine beeindruckende Maschine dabei heraus­gekommen, die ganz schön Krach macht. Es lässt sich deutlich die Kraft dahinter spüren. An der einen Seite wird die Luft angesaugt und auf der anderen bläst einem der große Ventilator wieder alles entgegen. Dabei entstehen Windgeschwindigkeiten von bis zu 100 km/h. In der Mitte befindet sich eine Kammer. Dort hat Adrian die Tragfläche eines Modellflugzeuges drapiert. Darüber befinden sich Röhrchen mit gefärbtem Wasser. Steigt oder sinkt das Wasser darin lässt sich sagen, ob der Druck in der Kammer höher oder niedriger wird. Die Theorie besagt: Je schneller sich ein Körper in der Luft bewegt, desto mehr nimmt der Druck von oben ab. Der Druck von unten steigt gleichzeitig und das Objekt fliegt.

Und was kommt bei Adrians Versuch heraus? Flugzeuge können fliegen. Das Ergebnis an sich mag vielleicht keine große Begeisterung auslösen, aber sein selbstgebauter Windkanal dafür umso mehr. 

sn

Rubriklistenbild: © Novy

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