Symbiose aus Orient und Okzident

Folklore aus Syrien und Deutschland: Aeham Ahmad und Edgar Knecht Trio

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Kulturübergreifende Musik: Aeham Ahmad (rechts) mit Edgar Knecht.

Landsberg – ‚Keys‘ sind im Englischen ‚Schlüssel‘. Aber auch ‚Tasten‘ oder die ‚Tonart‘. Weshalb die gemeinsame CD der Pianisten Aeham Ahmad und Edgar Knecht „Keys to Friendship“ heißt: Musik als Schlüssel zur Freundschaft der Kulturen. Bei Knecht und Ahmad wird daraus eine Symbiose: Knechts sanfte Kompositionen nehmen der ‚orientalischen Kante‘ in Ahmads Werken die Schärfe. Und Ahmads spielerische Leichtigkeit verleiht Knechts Stücken das gewisse Etwas.

Dass Aeham Ahmad mit dem Edgar Knecht Trio in Landsberg gastiert, liegt vor allem an TILL. Und an dessen erster Vorsitzender Sabine März-Lerch. Die BR-Journalistin interviewte den Pianisten, der durch Konzerte aus dem Flüchtlingslager Jarmuk bei Damaskus 2014 als „Pianist aus den Trümmern“ weltbekannt wurde. Worauf sie und Musikgenius des Stadttheaters Edmund Epple – mit Unterstützung von Optikuss – die musikalische Ausnahmekonstellation in die Lechstadt holten.

Was am Samstagabend zu hören ist, begeistert die Zuschauer im ausverkauften Theater: Volkslieder aus Deutschland und Syrien, jazzig interpretiert – wobei sie den jeweils für sie „typischen“ Klang beibehalten. Zum Beispiel Knechts Komposition zu „Die Gedanken sind frei“, ein „gemeinsames Statement für Demokratie und Freiheit“, formuliert der Pianist. Tobias Schulte an den Drums startet mit einem Hang-Solo, dann nimmt Kontrabassist Rolf Denecke die Melodie auf – gebrochen in Moll. Bis dann die zwei Pianisten einsetzen. Und auch über die Tastatur direkt in die Saiten der Flügel greifen – nicht nur kulturübergreifend.

Ahmad singt zu den meisten Liedern. Bei „Gedankenfreiheit“ den Refrain sogar auf deutsch, bei dem auch das Publikum mehr oder weniger textsicher mitsingt. Ahmads Stimme ist dabei nicht eingängig, leicht gebrochen, hoch, nicht das, was man als Singstimme kennt. Dazu die arabischen Melodielinien – ungewohnt. Doch schon das zweite Lied, „Green Peppermint“, greift. Durch die Intensität, die Ahmad mit seiner Spielweise erreicht.

Die arabischen Einflüsse des palästinensischen Syrers geben Knechts Kompositionen Würze, die westliche Note des Sauerländers macht den Orient zugänglicher. Ein perfektes Miteinander. Das sich auch in der letzten Zugabe zeigt: einer Variation zu „Schlaf, Kindlein , schlaf“ – eine Schlafmelodie, die es auch im Syrischen gibt. Da heißt sie „Nami Nami“.

Susanne Greiner

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