Spielplätze sind zum Spielen da

Ärger mit lärmenden und randalierenden Jugendlichen

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Auf dem Spielplatz im Quartierspark wird regelmäßig randaliert.
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Auf dem Spielplatz im Quartierspark wird regelmäßig randaliert.
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Auf dem Spielplatz im Quartierspark wird regelmäßig randaliert.
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Römerauterrasse - Unbekannte hinterlassen ihren Müll.
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Der Bolzplatz in der Bgm.-Dr.-Hartmann-Straße war mit Glasscherben übersät.
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Der Spielplatz in der Rot-Kreuz-Straße kann seit Jahren nicht mehr genutzt werden. Die Stadt plant jetzt, ihn zu verlegen.

Landsberg – Zigarettenkippen, Glasscherben, ein Haken­kreuz auf dem Holzhäuschen – hier möchte man seine Kinder nicht gerne spielen lassen. Am Spielplatz im Quartierspark im Landsberger Osten verbringen Jugendliche gerne ihre Abende – wie auch an anderen öffentlichen Plätzen. Sehr zum Ärger der Anwohner. Auch der Spielplatz in der Rot-Kreuz-Straße sorgt für Unmut. Vor drei Jahren ist er wegen einer Boden­verunreinigung geschlossen worden. Seitdem ist nicht mehr viel passiert.

„Ich habe schon öfter die Poli­zei gerufen“, erzählt Cemil Kurt. Er wohnt mit seinem dreijährigen Kind am Spielplatz im Quartierspark. Vor allem die Freitag- und Samstagabende sind es, an denen dort bis spät abends Lärm zu hören ist. Allerdings nicht von spielenden Kindern, sondern von meist Jugendlichen. Sie nutzen den Spielplatz als Treff, um abzuhängen – und hinterlassen sichtbare Spuren. „Wir waren ja auch mal jung. Aber es muss halt alles im Rahmen bleiben“, meint Kurt. Der Lärm sei teilweise unerträglich und wecke auch sein Kind nachts auf.

Wenn die Polizei gerufen wurde, kam sie auch. Allerdings zu spät. Die Unruhestifter hatten sich jedes mal schon aus dem Staub gemacht. Jetzt wurde es Kurt zu viel und schrieb an den Oberbürgermeister. Den Brief hat er samt Beweisfotos auf der Facebook-Gruppe „Du kommst aus Landsberg, wenn...“ gepostet. Mit der eindringlichen Bitte, dass endlich was unternommen wird.

Stadtpressesprecher Andreas Létang reagiert auf Nachfrage des KREISBOTEN eher zurückhaltend. Zunächst sagte er, dass Beschwerden zu den Spielplätzen relativ selten seien. Vor ein paar Jahren habe es mal Probleme gegeben, die aber durch einen Sozialarbeiter des Landrats­amtes gelöst werden konnten. Zur Beschwerde von Cemil Kurt konnte er nicht viel sagen. Kurt hätte wohl den offiziellen Weg gehen müssen, um Gehör zu finden, denn Létang sagt: „Wenn die Beschwerde an die Stadt gerichtet wird, kann je nach Beschwerde der entsprechende Bereich darauf reagieren und das Ordnungsamt gegebenenfalls eine Ordnungswidrigkeitsverfahren einleiten.“ Bei Offenen Briefen, die im Internet veröffentlicht werden, scheint sich die Stadt nicht angesprochen zu fühlen.

Létang weist noch daraufhin, dass bei Lärmbelästigungen und Sachbeschädigungen die Polizei zu rufen sei. Wie auch im Fall Landsberg-Ost geschehen. Wirklich etwas gebracht hat es aber auch nicht. Die Jugendlichen lassen sich von der Polizei nicht wirklich abschrecken.

Julia Siebert, stellvertretende Dienstgruppenleitung bei der Landsberger Polizei, bestätigte, dass man seit Anfang des Jahres mehrmals zum Spielplatz im Quartierspark gerufen wurde. Nur einmal hätten sie dabei jemanden angetroffen. Wenn niemand mehr da ist, würden die gerufenen Polizisten im Nahbereich fahnden und auf dem Spielplatz überprüfen, ob irgendetwas hinterlassen wurde. „Je nach Situation fährt zu einer späteren Zeit auch nochmal eine Streife vorbei“, erklärt Siebert.

Ein weiterer Kritikpunkt Kurts ist, dass der Müll, den die Jugendliche hinterlassen, nicht immer entfernt wird. Er habe sogar schon selbst Zigarettenkippen aufgesammelt. Außerdem wolle er schon gar nicht mehr mit seinem Kind dort spielen. Man müsse ja Angst haben, was die Jugendlichen dort hinterlassen. Létang erklärt dazu, dass Spielplätze regelmäßig, je nach Lage und Größe zum Teil auch mehrmals die Woche, von Reinigungskräften des Bauhofs aufgesucht und sauber gemacht werden. Am Spielplatz am Quartiers-

park wird zudem zweimal pro Woche der Zustand der Spielgeräte durch einen zuständigen Kontrolleur überprüft.

Überall Randale

Simone Sedlmaier, ebenfalls von der Pressestelle der Stadt, nennt zwei Tage nach der KREISBOTEN-Anfrage weitere „Brennpunkte“. In den letzten Nächten sei es vermehrt zu Randalen auf Spiel- und Bolzplätzen gekommen. Unbekannte Vandalen trafen sich spätabends und hinterließen das gleiche Bild, wie es die Anwohner im Quartierspark nur allzu gut kennen. Auf dem Bolzplatz in der Bürgermeister-Dr.-Hartmann-Straße haben Unbekannte zahlreiche Flaschen zerschlagen und die Glasscherben auf dem gesamten Platz verteilt. Den Bolzplatz habe man erst nach der Reinigung wieder für die Öffentlichkeit öffnen können.

Und am Römerhang machten es sich Unbekannte abends auf einer Parkbank so richtig gemütlich. Die ärgerliche Folge: leere Schnapsflaschen und diverser Unrat verschandeln den Platz. Das Ganze scheint mittlerweile so ein Ausmaß angenommen zu haben, dass die Stadt jetzt direkt an die Bürger appelliert, die Spielplätze sauber zu halten. Sedlmaier weißt darauf hin, dass vor allem Glasscherben eine große Gefahr für Mensch und Tier darstellen. Deshalb müssten öffentliche Plätze unbedingt in Ordnung gehalten werden. Die Reinigung und der Unterhalt der Flächen kosten die Stadt einiges. Es dürfte klar sein, woher das Geld letztlich kommt – von der Allgemeinheit.

Stadt in der Kritik

Aber nicht nur Vandalismus und blinde Zerstörungswut sind ein Problem. Tatsächlich ist der Spielplatz im Landsberger Osten nicht der einzige, über den sich die Menschen beschweren. Auch der in der Rot-Kreuz-Straße bietet seit geraumer Zeit Stoff für Diskussionen. Für Helge Latte, eine Anwohnerin, ist es unverständlich, warum der Spielplatz schon seit drei Jahren gesperrt ist und es bis heute keine Alternative gibt. Zumal in der Zwischenzeit Geld und Möglichkeiten da waren, andere Spielplätze zu bauen. Wie zum Beispiel auf der Schanzwiese, wo die Stadt 109.000 Euro investiert hat.

Létang hat allerdings positive Nachrichten: „Für den Spielplatz in der Rot-Kreuz-Straße sucht man aktuell einen neuen Standort. Die Prüfung eventuell geeigneter Flächen ist aber noch nicht abgeschlossen.“ Der alte Spielplatz, der vorsorglich wegen einer Verunreinigung des Bodens geschlossen wurde, soll in der nächsten Zeit sukzessive zurückgebaut werden. In welchem Umfang die Fläche dann saniert wird, sei noch offen. Es fänden regelmäßig Beprobungen statt, deren Ergebnisse dann die Art und Weise der Sanierung beeinflussen werden, meint Létang.

Für den Spielplatz in der Rot-Kreuz-Straße scheint also eine Lösung in Sicht. Bleibt zu hoffen, dass auch für die anderen Sorgenkinder in Landsberg bald Positives zu vermelden gibt und die Unruhestifter bald etwas klüger werden.

Stephanie Novy

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