Förderanfragen bald in der Warteschleife?

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Seit Jahren engagiert sich der Landsberger Verein "Humanitäre Hilfe" unter anderem für die „Luca Elias Wöls School Shukai" und das „Hôpital Protestant de Ndoungue" in Kamerun.

Kaufering/Landsberg – Hat der Verein „Humanitäre Hilfe e.V. am Klinikum Landsberg“ vielleicht einen falschen Namen und läuft deshalb Gefahr, bei Förderanfragen in der Warteschleife zu landen? „Darüber sollte man nachzudenken“, riet der persönliche Afrikabeauftragte der Bundeskanzlerin, Günter Nooke.

Bei seinem Besuch der Verantwortlichen des Kamerun-Projektes vertrat Nooke die Meinung, dass der Begriff „Humanitäre Hilfe“ irrtümlich im Sinne von Katastrophenschutz und nicht als Entwicklungshilfeprojekt verstanden werden könne.

Günter Nooke, Afrikabeauftragte der Bundeskanzlerin, informierte sich über die Projekte in Kamerun.

Einen ganzen Vormittag lang hatten die Mitglieder des Vereins Gelegenheit, dem Bonner Gast, der im „Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“ angesiedelt ist, ihre Projekte zu präsen­tieren. Renate Kindermann, Leiterin der Mittelschule Kaufering, tat dies für ihr Schulprojekt „Luca Elias Wöls School Shukai, Dr. Michael Pahl, Dr. Bernd Dietz und Dr. Armin Kirschner für das Krankenhausprojekt mit dem Namen „Hôpital Protestant de Ndoungue, das von deutschen Ordensschwestern 1906 gegründet wurde, als Kamerun noch deutsche Kolonie war. Der Verein will diesem Krankenhaus helfen, wieder einen normalen Betrieb zu führen und als Refe­- renz- und Lehrkrankenhaus in Erscheinung zu treten. Doch es ist noch ein langer Weg dahin.

Dr. Armin Kirschner, Narkosearzt am Klinikum Schongau, schilderte mit Bildern unterlegt beispielhaft die Probleme, auf die die deutschen Ärzte getroffen waren. Wasser im Operationssaal kommt zwar aus dem Hahn, aber das Wasser wird ungefiltert einem Bach entnommen und sei eine braune Brühe, erzählte er.

Vor Ort in Kamerun ist derzeit der Landsberger Arzt Dr. Soeren Gatz, der sich zum Besuch Nookes mit einer E-Mail meldete und eine Reihe von Erfolgen vermelden konnte – unter anderem, dass das neue Stromaggregat hervorragend laufe und auch die beiden Ultraschallgeräte gut angekommen seien. Die medizinische Partnerschaft müsse auch auf andere Berufsgruppen wie Handwerker, Lehrer, Informatiker oder andere Fachleute ausgeweitet werden, sagte der Mediziner. Ziel sei es, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. „Alles muss möglichst vor Ort reparierbar sein“, war eine der Erkenntnisse der deutschen Ärzte.

Günter Nooke zeigte sich beeindruckt von der geleisteten Arbeit des Vereins und bedankte sich auch im Namen der Bundeskanzlerin dafür. Und er gab dem Verein eine Reihe von Tipps, wie und wo man wegen finanzieller Förderung weiterkommen kann. Er versprach, in Bonn im Ministerium über seinen Besuch in Kaufering zu berichten und notwendige Kon­takte herzustellen.

Dr. Werner E. Müller wies als Vorstandsbeauftragter des Vereins darauf hin, dass die Helfer selbst die größten Spender seien, weil sie ihre Kosten ganz oder zu großen Teilen selbst tragen müssten. Man könne sicherlich noch mehr Helfer gewinnen, wenn diese ihre Kosten wie Flug und Aufenthalt nicht aus eigener Tasche finanzieren müssen.

Der Kontakt zum Afrikabeauftragten der Bundeskanzlerin war über die Vermittlung von Harald Klussmann aus Kaufering kurzfristig zustande gekommen. Klussmann fand, das bisher völlig private Hilfsprojekt verdiene es, auch öffentlich gefördert zu werden. Über seine Kontakte in das politische Berlin öffnete er die Türen für den Besuch des Afrikabeauftragten der Bundeskanzlerin.

Siegfried Spörer

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