Mit 44.000 PS über die Alpen

Der Airbus A400M und seine Zukunft am Standort Lechfeld

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44.000 PS lassen den Transall-Nachfolger A400M bis 750 km/h fliegen.

Lagerlechfeld – Am letzten Donnerstag stellte die Luftwaffe gemeinsam mit der Bundesregierung die Pläne am Standort Lechfeld für die nächsten acht Jahre vor. Im Zuge dieser Veranstaltung wurde auch der Airbus A400M präsentiert. Ein Flugzeug der neuen Generation, um dessen Fertigstellung es viele Querelen gab und noch gibt.

Die Bundesrepublik Deutschland hat sich vertraglich verpflichtet, 53 Maschinen vom Typ A400M von der Industrie zu erwerben. Davon sind bis dato 31 an das Lufttransportgeschwader (LTG) 62 in Wunstorf, Niedersachsen, übergeben worden. Aus strategisch-logistischen Gründen können nicht alle A400M-Transportflugzeuge im LTG 62 stationiert werden. Deshalb sollen zehn Maschinen vom Süden Deutschlands aus operieren. Stationiert am Standort Lechfeld/Augsburg.

„Es ist gut, dass wir, im Gegensatz zu unseren Partnern Frankreich und Großbritannien, einen zweiten Standort haben“, erklärt Oberst Ludger Bette, Kommodore des LTG 62. Aber er denkt dabei nicht nur an militärische Flexibilität, sondern durchaus auch an die Soldaten und Mitarbeiter, die von der Schließung des Standorts Penzing betroffen sind: „Ich denke, dass sich viele Soldaten, die nach der Auflösung des Geschwaders in Penzing nach Wunstorf gekommen sind, darüber freuen, dass sie wieder eine süddeutsche Perspektive haben. Auch wenn das noch einige Jahre dauert.“

Die A400M ist 45,10 Meter lang, hat eine Flügelspannweite von 42,36 Metern, bei voller Nutzlast eine Reichweite von 3.300 Kilometern und ihre vier Turboprop Triebwerke leistencirca 44.000 PS. Das sind nur einige der technischen Daten der neuen Vorzeigemaschine der Luftwaffe. 37 Tonnen können geladen werden und damit erreicht die A400M eine Höchstgeschwindigkeit von 750 km/h auf 10.000 Metern Flughöhe.

Vor allem Geschwindigkeit und Sicherheit der A400M haben es den Soldaten angetan, wie MdB Hansjörg Durz zu berichten weiß: „Die Soldaten haben erwähnt, dass sie sehr viel schneller in den Zielgebieten und auch wieder zuhause sind. Dank der Vielzahl der Fähigkeiten bietet das Flugzeug auch viel mehr Sicherheit für die Soldaten. Von Seiten der Luftwaffe habe ich nur positive Stimmen gehört.“

Nicht nur positiv war allerdings das Verhältnis der Luftwaffe zum Hersteller Airbus. Einige Maschinen wurden wegen diverser Mängel gar nicht erst abgenommen. Oberst Bette sagt, er könne diese Entscheidung nachvollziehen, aber „wenn der Hersteller Airbus seine Hausaufgaben macht, dann sieht die Sache auch wieder anders aus. Jetzt war die Annahmeverweigerung angezeigt, weil es uns doch viele Ressourcen kostet, Dinge nachzuarbeiten.“

Insgesamt ist Oberst Bette aber eher nachsichtig gegenüber dem Hersteller und sieht die Entwicklung größtenteils gelassen: „Wenn wir auf die Geschichte der Einführung neuer Flugzeuge schauen, beispielsweise bei der Globemaster C17 der US Airforce, da hat es auch Probleme am Anfang gegeben. Es ist ein komplexes System, das einzuführen ist, und das geht nicht ohne Probleme.“

Oberst Bette ist auch der Pilot beim anschließenden Rundflug für Presse und Politiker. Die Maschine bietet im Innenraum Beinfreiheit und einen Komfort, der viele Soldaten von „Luxus“ sprechen lässt. Zwar werden vor dem Flug Ohrstöpsel verteilt, aber die sind völlig überflüssig, denn der Lärmpegel ist mit dem eines Staubsaugers zu vergleichen.

Leiser als die "Trall"

Nach einem unspektakulären Start gewinnt die Maschine schnell an Höhe und liegt sehr ruhig in der Luft. Man ahnt, dass sich die Lärmbelästigung für die Anwohner in Grenzen halten wird. Oberstleutnant Jürgen Rüb, Leiter Flugplatzstaffel Lechfeld, ist begeistert: „Ein Flug mit der A400M vermittelt ein unheimlich gutes Gefühl. Es ist angenehm damit zu fliegen. Es ist ruhig, wenn man rollt, beim Gas geben und beim Start. Es ist sogar so ruhig, dass man sich bequem darin unterhalten kann. Das war in der Transall nicht möglich, das habe ich noch in Erinnerung.“

Nach einer Schleife über die sonnenbeschienen Alpen kehrt die Maschine nach Lechfeld zurück und landet sicher und sanft. Der „Atlas der Lüfte“ hat sich von seiner bester Seite gezeigt. Bleibt nur die Frage nach dem Einsatzgebiet der A400M. Oberst Bette kann ein konkretes Beispiel nennen: „Die Luftwaffe hat ein Flugzeug für ein breites Fähigkeitenspektrum geschaffen. Wir fliegen in alle Einsatzgebiete der Bundeswehr. Wir sind zum Beispiel mit einem Tankflugzeug im Einsatz in Jordanien im Kampf gegen den Islamischen Staat.“

Wenn die Kinderkrankheiten der A400M überwunden sind, verfügt die Luftwaffe über eine hochmoderne Maschine mit vielen Einsatzmöglichkeiten. Oberstleutnant Jürgen Rüb jedenfalls strahlt und fasst es zusammen: „Die Entwicklung dieses Flugzeugs ist ein Quantensprung.“
Dietrich Limper

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