Geschätztes "Monster"

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Wird von den Uttingern inzwischen gerne akzeptiert: Die Schwenkarm-Markise über dem Biergarten des Strandbades.

Utting – Der Streit um Kaisers Bart respektive um den Abbau der Uttinger Strandbad-Markise (USM) ist nicht bei- gelegt, aber er ruht. Zumindest die nächsten drei Jahre – wenn es nach dem Willen der „Strandbadfreunde“ geht. Das zumindest ist ihrer nun eigens installierten Webseite www. strandbadfreunde.de mit einer rückwärts tickenden Uhr offen zu entnehmen.

Bei Stand Null der Uhr läuft nämlich der Pachtvertrag mit dem Verursacher des vermeintlichen „Schandflecks“ aus. Und sollte der Vertrag zwischen Gemeinde und Rupert Riedel nicht verlängert werden, bestehe man auf dem mit ihm vereinbarten Abbau der umstrittenen Scherenarmmarkise. Der Bau war zwar vom Gemeinderat im Mai 2014 abgesegnet worden, aber nach Fertigstellung gefiel das „Monster“ plötzlich vielen Bürgern und Gemeinderäten nicht mehr, obwohl sie dafür gestimmt hatten. Und da die Ausmaße mit den eingereichten und genehmigten Plänen geringfügig variieren, sahen die Markisen-Gegner die große Chance, auf einen Rückbau zu pochen. Stimmung wurde gemacht bei einer Bürgerversammlung und mit der besagten Webseite, für die die Uttinger Architektin Cornelia Bader laut Impressum verantwortlich zeichnet.

Half alles nichts, die Markise über dem Biergartenbereich des Uttinger Strandbades bleibt wie sie ist. Nachdem der vom Landratsamt Landsberg geforderte Tekturantrag, also eine nachträgliche Baugenehmigung für die Abweichungen, vom Uttinger Gemeinderat in seiner letzten Sitzung mit 9:7 genehmigt wurde, können die Gäste weiterhin auch bei Wind und Regen ihr Bierchen und den begehrten Strandbad-Burger genießen. Bei der Diskussion der Gemeinderäte ging es auch um die Grundsatzfrage des Schwerpunktes: Familienbad, Gastronomie oder Event-Location?

Rupert Riedel, seit 1991 Pächter des Strandbades, veranstaltet nämlich von Zeit zu Zeit Open-Air-Konzerte, wie zuletzt mit Altstar Abi Ofarim. Ohne die wetterfeste Markisenkonstruktion seien solche gelegentlichen Events nicht möglich, wie er gegenüber dem KREISBOTEN betonte. Seinen ursprünglichen Plan, den Biergartenbereich auch für Veranstaltungen wie Hochzeiten zu vermieten, hat er auf Druck der „Strandbadfreunde“ wohl wieder fallen gelassen.

Bevor Riedel den Auftrag für den ausfahrbaren Sonnen- und Regenschutz „zum Preis eines Mittelklassewagens“ in Auftrag gab, ließ er sich seinen Pachtvertrag um weitere vier Jahre verlängern, um Planungsicherheit zu haben. Diese Verlängerung wurde ihm gewährt, denn Riedel führt das Strandbad zur Zufriedenheit der Gemeinde, die Eigentümer der beliebten Freizeitoase ist.

Die ursprüngliche Skepsis vieler Uttinger gegenüber dem Strandbad-„Monster“ ist in dieser Saison einer breiten Akzeptanz gewichen. An den heißen Sommertagen konnte man hier den Blick auf See und Sprungturm im Schatten genießen, bei aufkommendem Regen oder Gewitter bot die Markise den Badegästen Schutz, ohne dass sie panikartig den Heimweg antreten mussten.

Dieter Roettig

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