Aktion der Bayerischen Bauwirtschaft

Apfeldorfer „Lechstrolche“ hämmern, feilen und sägen

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Matthias Theobald (grünes Hemd) zeigte den Nachwuchs-Baumeistern, wo der Hammer hängt.

Apfeldorf – Weniger Smartphone, mehr praktische Fertigkeiten – Das ist die Idee hinter der Initiative „Baumeister gesucht!“, die jüngst im Apfeldorfer Kindergarten „Lechstrolche“ zu Gast war. Und die Kinder bewiesen an Werkzeugen wie Säge, Raspel oder Hammer jede Menge Geschick. Das soll auch in Zukunft gefördert werden.

Lautes Hämmern hallt durch den Kindergarten „Lechstrolche“ in Apfeldorf, die Holzspäne rieseln in alle Richtungen. Dreizehn fleißige Handwerker sind gut an ihren knallgelben Helmen zu erkennen. Doch eine Sanierung des Gebäudes steht eigentlich überhaupt nicht an. Was treiben die Bauarbeiter, die allesamt nur rund 1,20 Meter groß sind, hier? Es sind die Vorschulkinder, die unter Anleitung von „Harry Hammer“ und „Nicki Nagel“ mit großem Eifer das kleine Einmaleins des Handwerks erlernen.

„Wir vermitteln Spaß am Umgang mit Werkzeugen“, erklärt Matthias Theobald. Er ist im Rahmen der Initiative „Baumeister gesucht!“ in die Rolle des „Harry“, geschlüpft, vermittelt die Theorie und überblickt die Übungen. Damit die Begeisterung in Apfeldorf auch nach ihrem Besuch weiterlebt, schulen er und Corinna Sichart alias „Nicki“ nicht nur die Kinder, sondern auch die Kindergärtnerinnen. Welche Arbeiten sind altersgerecht, wie lassen sich Wehwehchen vermeiden?

Und die beiden lassen jede Menge Material da: Eine Werkbank, Werkzeuge und ein Handbuch, alles zusammen im Wert von rund 1300 Euro, bleiben bei den „Lechstrolchen“. Die Ausstattung soll dazu beitragen, dass Handwerken in Zukunft fester Bestandteil des Kindergarten-Alltags wird.

Getragen, auch finanziell, wird die Aktion von den Verbänden der Bayerischen Bauwirtschaft. Sie verzeichnen einen immer deutlicheren Nachwuchsmangel, der in den kommenden Jahren noch akuter wird. In Zusammenarbeit mit der IiBK (Institut für innovative Bildungskonzepte) und dem Verein „Spiellandschaft Stadt“ entstand deshalb vor drei Jahren das Konzept „Baumeister gesucht“.

Die Nachfrage war groß, zahlreiche Kindergärten im ganzen Freistaat meldeten sich. Ursprünglich auf ein Jahr und 50 Standorte ausgelegt, wurde die Aktion zweimal verlängert und erreichte 150 Einrichtungen. „Die Kinder wieder vom Smartphone weg-interessieren“, sei eine wichtige Aufgabe, findet Evi Baab vom Apfeldorfer Bauunternehmen Baab. Sie hat sich als Partnerin vor Ort zur Verfügung gestellt und zusammen mit den „Lechstrolchen“ die Bewerbung für einen Aktions-Tag eingereicht. „Denn die Kinder sollen auch in Zukunft einen Ansprechpartner haben, der beispielsweise Baustellen-Führungen anbietet“, wünscht sich Theobald.

Derweil hämmern, sägen und feilen die Buben und Mädchen hingebungsvoll. Jedes Kind baut ein eigenes Miniatur-Haus und befolgt dabei genau die „Baumeister-Regeln“, die Harry Hammer und Nicki Nagel vorab aufgestellt haben. Zur Belohnung winken eine Urkunde und ein eigener Anstecker. Auch ihre Handschuhe und den Helm dürfen die jungen Baumeister behalten. Kinderpflegerin Maria Wezolek freut sich: „So fleißig und brav waren sie schon lang nimmer.“

Rasso Schorer

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