Aktueller Planungsstand

Denklingens altes Rathaus: Es wird teurer, als gedacht

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Wo die Gemeinde drauf steht – aber nicht mehr drinnen ist: das Gebäude an der Hauptstraße, wo im ersten Stockwerk eine Arztpraxis einziehen soll.

Denklingen – Änderungen in der Planung führen zu Mehrkosten, wenn das alte Rathaus in Denklingen zur Arztpraxis umgebaut wird. Architektin Katharina Stadler vom Büro Holzapfel in Epfach und Elektroingenieur Karl Hacker aus Kaufbeuren haben den Gemeinderäten den aktuellen Stand der Planung aufgezeigt.

Dabei sind in der öffentlichen Sitzung des Gemeinderates zwar Zahlen zu einzelnen Positionen aufgelistet worden, es ist aber nicht die Gesamtsumme genannt worden. Auf Nachfrage erklärte Bürgermeister Andreas Braunegger nachher, dass die Investitionen zirka 1,3 Millionen Euro betragen. Dabei ist der Anteil der Raiffeisenbank Fuchstal/Denklingen enthalten.

Die Bank ist Eigentümer der Filiale im Erdgeschoss. Der Gemeinde gehört der erste Stock, wo die Räume von Anfang der siebziger Jahre bis August 2019 für die Verwaltung genutzt wurden, ehe im September nach der umfassenden Sanierung der Umzug in den früheren Gasthof Hirsch erfolgte. Bestimmte Bereiche im und am Gebäude sind Gemeinschaftseigentum – daher auch die Beteiligung der Raiffeisenbank.

Die Gemeinde hat mit der Ärztin Christina Neumann einen Mietvertrag geschlossen. Deren Praxisräume sind bislang noch an der Frühlingstraße. Nach der Entkernung und dem Umbau wird die Praxis in die Räume über der Raiffeisenbank an der Hauptstraße einziehen.

Architektin Stadler schilderte vor den Gemeinderäten, welche Änderungen sich in der Entwurfsplanung ergeben haben. Sie erwähnte Nachrüstungen im Keller – Stichwort Brandschutz – und Nachbesserungen im gemeinsamen Treppenhaus. Durch gesetzliche Bestimmungen sei es heutzutage bei der Größe des Hauses notwendig, dass sogar in den Keller eine feuerbeständige Treppe führe.

Die Räume im ersten Stockwerk, das mehr als 200 Quadratmeter groß ist, werden laut Stadler komplett entkernt. Der Empfangsbereich werde großzügiger gestaltet. Nachgebessert habe man beim Wärmeschutz. Das betreffe zum einen Dämmung an Fassade mit Fenstern und zum anderen die Luftkühlung in allen Räumen. So kämen im Bereich Heizung/Lüftung/Sanitär 85.000 Euro Mehrkosten zusammen. Auch bei Einbaumöbeln ergäben sich weitere Ausgaben.

Wer zahlt den Aufzug?

Eingeräumt hat die Architektin einen Fehler in der Vorplanung. Da seien die Kosten in der Projektierung für den Aufzug auch dem Miteigentümer, also der Raiffeisenbank im Erdgeschoss, anteilig berechnet worden. Dies musste korrigiert werden, weil der Aufzug nur der künftigen Nutzung im ersten Stock zugutekommt.

Elektroplaner Karl Hacker verwies auf eine teure Datenleitung. Auch bei der Beleuchtung hätten sich Mehrkosten ergeben. Da hakte Gemeinderat Stephan Egner ein. Die Kosten für die Beleuchtung empfand er als „hoch“. Bürgermeister Braunegger sagte dazu, man habe sich eine Arztpraxis in Oberostendorf angeschaut. Auch dort sei so eine Beleuchtung installiert. Dies sei Standard und kein Luxus.

Regina Wölfl bekannte, sie sei bei den zusätzlichen Ausgaben für Wärmeschutz „hin- und hergerissen“. Sie frage sich, ob an der Fassade und an den Fenstern solche Maßnahmen notwendig seien, wenn in den Zimmern eh eine Luftkühlung eingebaut werde.

Der Bürgermeister erklärte dazu, dass die Räume im ersten Stock bezüglich Nutzung und Frequenz so ausgelegt seien, dass auch ein zweiter Arzt in der Praxis tätig sein könne. Es sei zu berücksichtigen, dass sich bis zu 25 Personen aufhalten, die dort arbeiten oder behandelt werden. Auch an heißen Tagen im Sommer müsse ein angenehm-erträgliches Arbeiten beziehungsweise ein Aufenthalt im Wartezimmer ermöglicht werden.

Gemeinderat Anton Stahl vertrat die Ansicht, dass die Investitionen der Gemeinde Denklingen in der Arztpraxis sich innerhalb eines bestimmten Zeitraumes auch refinanzieren müssten. Es seien doch teilweise zusätzliche Wünsche der Mieterin, die dann aber in die Kalkulation einfließen sollten. Dazu antwortete Braunegger: „Wir haben einen Mietvertrag.“ Die Kostendeckung sei der eine Aspekt. Die ärztliche Versorgung in der Gemeinde im Sinne der Daseinsvorsorge sei der zweite Aspekt, der bei dem Thema auch zu bedenken sei.
Johannes Jais

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