Tumult im Rathaus am See

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So sieht er aus, der neue Gemeinderat: (v.l., stehend) Marianne Scharr (DB), Beatrice von Liel (DB), Jürgen Zirch (CSU), Peter Fastl (FW), Bürgermeister Herbert Kirsch (DB), Frank Fastl (FW), Thomas Hackl (FW), Robert Lotter (FW), Michael Behrendt (UBV), Erich Schöpflin (SPD), Volker Bippus (UBV), Hannelore Baur (SPD), Franz Kubat (DB), Alban Vetterl (CSU), Johannes Grosser (CSU). (v.l., sitzend) Antoinette Bagusat (DB), Petra Sander (Grüne), Kathrin Kubat (SPD), Susanne Plesch (CSU). (v.l., vorne) Tobias Hauser (Grüne), Stephan Wilkening (Grüne), Michael Fuchs-Gamböck (parteilos)

Dießen – Nachdem die konstituierende Sitzung des neuen Gemeinderates mit einem Tumult begonnen hatte, für den Ex-Bürgermeisterkandidat Dr. Alexander Dill sorgte, verlief das die erste Zusammenkunft ruhig und in guter Stimmung. Doch vorab sah Bürgermeister Herbert Kirsch (DB) sich genötigt, von seinem Hausrecht Gebrauch zu machen.

Dill war mit einem Transparent zur Sitzung erschienen, auf dem er nochmals auf die von ihm kritisierten Finanzsünden der Gemeinde hinwies. Anschuldigungen, die sich bereits vor Wochen durch die Prüfung der Kommunalaufsicht als haltlos erwiesen hatten. Zwei uniformierte Polizeibeamte mussten gerufen werden, von denen sich Dill schließlich ohne Widerstand hinaus begleiten ließ.

Kirsch bedauerte diesen Vorfall, von dem sich auch Michael Fuchs-Gamböck, der über Dills Liste „Zukunft für Dießen“ in den Gemeinderat gewählt worden war, klar distanzierte. Fuchs-Gamböck betonte, dass er in Zukunft als Parteiloser dem Gremium angehören wolle. Außerdem sei er „für alle Fraktionen offen“.

Dann ging man zur Tagesordnung über: Nachdem die acht neuen Gemeinderatsmitglieder Beatrice von Liel (DB), Frank Fastl (FW), Thomas Hackl (FW), Johannes Grosser (CSU), Kathrin Kubat (SPD), Susanne Plesch (CSU), Tobias Hauser (Grüne) und Michael Fuchs-Gamböck (Parteilos) ihren Amtseid geschworen hatten, wurde Peter Fastl (FW) mit 16 Stimmen als 2. Bürgermeister im Amt bestätigt. Hannelore Baur (SPD) unterlag mit sechs Stimmen.

Während die Dienstaufwandsentschädigung (687 Euro) und die Reisekostenpauschale (350 Euro) für Bürgermeister Kirsch gleich bleibt, dürfen sich die Marktgemeinderatsmitglieder über eine erhöhte monatliche Pauschale von 55 Euro (bisher 44 Euro) freuen. Neu hinzu kommt außerdem eine Stundenvergütung von 13,75 Euro für Gemeinderats- und Ausschusssitzungen.

Die Vergütung für den 2. Bürgermeister beträgt zukünftig 555 Euro (bisher 444). Muss der 1. Bürgermeister aus zwingenden Gründen vertreten werden kommt außerdem eine Tagespauschale von 166,50 Euro hinzu.

Dem Bau- und Umweltausschuss sowie dem Finanzausschuss werden zukünftig nicht wie bisher acht, sondern neun Gemeinderatsmitglieder angehören. In Ausschüssen oder als Referent nicht vertreten ist der Solist Michael Fuchs-Gamböck (Parteilos). Seinen Vorschlag, einen Kulturausschuss zu bilden, griff Bürgermeister Herbert Kirsch auf. Dazu soll in Kürze ein Dreiergespräch mit Kirsch, Kulturreferentin Kathrin Kubat und Fuchs-Gamböck stattfinden.

Nicht sehr begehrt war das Referat Feuerwehr: Hannelore Baur (SPD) trat als Referentin zurück und schlug Robert Lotter (FW) vor, der ebenso ablehnte wie Thomas Hackl (FW). Gewählt wurde schließlich Feuerwehrmann Johann Vetterl (CSU).

Auch in Zukunft darf Bürgermeister Herbert Kirsch nicht nur Gemeinderatssitzungen leiten, sondern auch Ehen schließen. Er wurde erneut zum Eheschließungsstandesbeamten bestellt.

Ursula Nagl

Gegendarstellung

Im Beitrag „Tumult im Rathaus am See“ vom 6. Mai auf Kreisbote online sind falsche Behauptungen enthalten.

Der Kreisbote schreibt: „Dill war mit einem Transparent zur Sitzung erschienen, auf dem er nochmals auf die von ihm kritisierten Finanzsünden der Gemeinde hinwies. Anschuldigungen, die sich bereits vor Wochen durch die Prüfung der Kommunalaufsicht als haltlos erwiesen hatten.”

Das ist unrichtig.

Richtig ist, dass das Transparent keinerlei Bezug zur zurückgewiesenen Beschwerde bei der Kommunalaufsicht hatte. 

Der Kreisbote schreibt: „Zwei uniformierte Polizeibeamte mussten gerufen werden, von denen sich Dill schließlich ohne Widerstand hinaus begleiten ließ.” 

Das ist unrichtig.

Richtig ist, dass ich weder zum Verlassen des Saales aufgefordert wurde, noch mich die Polizeibeamten hinaus geleiteten. Beide Beamte verließen den Saal alleine.

Dr. Alexander Dill, Dießen


Anm. d. Red.: Die Redaktion ist laut Pressegesetz verpflichtet, Gegendarstellungen unabhängig von ihrem Wahrheitsgehalt abzudrucken, wenn sie die formalen Voraussetzungen erfüllen.

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