Zum Dank ein Lächeln

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Begrüßung auf Indisch: Alfons Ruf hat das Land bereits zweimal besucht. Nun ist er nach Nordindien gereist, um Pater Steevan bei dem Aufbau einer Missionsstation zu unterstützen.

Mundraching – Eigentlich wollte Alfons Ruf warten bis er in Rente ist. Doch das dauert ihm noch zu lange: Deshalb hat er beschlossen, bereits zu seinem 60. Geburtstag nach Indien zu reisen. Dort will er aber nicht nur feiern, sondern vor allem Pater Steevan D‘Souza in einer Mission in Nordindien besuchen. Und er hat nicht nur Spendengelder im Gepäck, sondern auch viele Kuverts mit guten Wünschen.

Pater Steevan hat sieben Jahre lang die Pfarrgemeinde Vilgertshofen geleitet. In Nongkhlaw im Meghalaya (einem Bundesland in Nordindien) baut er nun eine Missions­station auf. „Bei den Ärmsten der Armen“, sagt Alfons Ruf. Dort gibt es kein Wasser, keinen Strom, kein Telefon, keine medizinische Versorgung. Nur unbeheizte Holzhütten.

Anstatt nun seinen 60. Geburtstag vorzubereiten, hat Alfons Ruf aus Mundraching seine Reise nach Indien geplant. Den Flug hat er schon vor Monaten gebucht und sich das Visum besorgt. Und statt Geschenken, wünschte er sich von seinen Freunden Geld, das er nach Indien zur Mission von Pater Steevan bringen kann. Auch in der Kirche legte er die selbst entworfenen Flyer für seine persönliche Mission aus. Das habe dann schnell die Runde gemacht. Wie viele Spendengelder er genau gesammelt hat, will Ruf nicht verraten: „Es übertrifft meine Erwartungen aber bei weitem“, sagt er.

Am vergangenen Sonntag ist Ruf Richtung Indien gestartet. Etwa achteinhalb Stunden allein nach Neu-Delhi, nach neun Stunden Aufenthalt folgt ein zweistündiger Inlandsflug nach Guwahati, von dort geht es nur noch mit dem Geländewagen weiter nach Nongkhlaw.

Am meisten freut sich der Mundrachinger auf die Natur mit ihren vielen Wasserfällen und auf die Menschen dort. Natürlich aber auch auf seinen Geburtstag, den er zusammen mit Pater Steevan „hoffentlich irgendwo an einem warmen Feuer mit einem Bier“ feiern wird.

Bereits sechs Pilgerreisen hat Ruf zusammen mit Pater Steevan unternommen, zwei davon auch nach Indien. Oft hätten sie sich auf solchen Reisen ein Zimmer geteilt, erzählt Alfons Ruf. Hin und wieder ist dann auch ein Telefonat mit Pater Steevan möglich. „Das geht aber nur, wenn er in der nächsten Stadt Shillong ist“, so Ruf. Sonst stehen die beiden über E-Mail oder WhatsApp in Kontakt – sofern das gerade möglich ist.

Was Ruf an Bargeld mitnehmen darf, bringt er persönlich in die Mission. Dort wird er auch den Verwendungszweck des Geldes mitbestimmen. Wichtig ist ihm hier vor allem die medizinische Versorgung. Im Gepäck hat er aber nicht nur Geld, sondern auch viele Kuverts mit Zeilen und guten Wünschen für Pater Steevan. „Und ich soll ihn von so vielen Leuten in den Arm nehmen“, erzählt Alfons Ruf.

Nach diesem Abenteuer, das nach zwei Wochen am 1. März wieder vorbei sein wird, hat der Mundrachinger aber noch weitere Pläne: Wenn er in Rente und fit ist, würde er gerne mehrere Monate in Indien verbringen und dabei helfen, die Hütten richtig aufzubauen: Als Hobby-Handwerker traut er sich das durchaus zu. Zum Dank reicht dem Mundrachinger ein Lächeln: „Egal wie arm die Leute in Indien sind, wenn man sie anlächelt, da kommt garantiert ein Lächeln zurück.“

Astrid Erhard

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