Alle für einen

Steuerte zum Sieg gegen Rosenheim 21 Punkte bei: DJK-Flügelspieler Lukas Klocker. Foto: Krivec

Es war ein Erfolg, mit dem kaum einer gerechnet hatte: Nur mit sieben einsatzfähigen Spielern nach Rosenheim gereist, besiegten die Basketballer der DJK Landsberg am Samstagabend den Tabellenzweiten der 2. Regionalliga Süd mit 71:64. Das Team von Trainer Roman Gese revanchierte sich damit für die knappe Niederlage im Hinspiel.

Es spricht durchaus für Roman Gese, wenn dem Landsberger Trainer Niederlagen aufs Gemüt schlagen. Zeigt es doch, wie sehr der ehemalige Bundesligaspieler noch immer mit dem Herzen an dem schnellen Spiel mit dem roten Ball hängt. Die Tage nach der Niederlage gegen Sportbund München vor einer Woche waren für den gebürtigen Franken jedoch besonders schlimm, denn zum ersten Mal in dieser Saison fühlte sich der Trainer von seiner Mannschaft im Stich gelassen. In jeder Partie waren die Landsberger bis dahin das aggressivere Team gewesen und hatten damit eine Grundforderung Geses erfüllt. Ausgerechnet im wichtigen Spiel gegen den Tabellennachbarn fehlte es der DJK an der Intensität und – was dem Trainer fast genau so sauer aufstieß – am mannschaftlichen Zusammenspiel. Am Dienstag bat Gese daher statt zum Training zur Mannschaftssitzung, um seinen Spielern ins Gewissen zu reden. Im Blick hatte er dabei schon das nächste Wochenende, an dem mit dem Tabellenzweiten Rosenheim schon der nächste schwere Gegner wartete. „Ich wollte frühzeitig gegensteuern“, sagt Gese. Im Nachhinein scheint der Trainer damit den richtigen Nerv getroffen zu haben, denn der Auftritt, den sein Team am Samstagabend in Rosenheim ablieferte, geriet zweifellos zu einem der beeindruckendsten der gesamten Saison. Marco Geidosch sollte später gar vom „besten Spiel meiner Karriere“ sprechen, was zwar viel der Euphorie des Centerspielers geschuldet war, der in der Schlussphase mit neun von zehn verwandelten Freiwürfen die Rosenheimer zur Verzweiflung trieb, jedoch die Leistung der Landsberger durchaus treffend beschrieb. Dabei hatte es schon vor dem Beginn der Partie den ersten Rückschlag für die DJK gegeben. Christoph Peters hatte sich im Freitagstraining die Wirbelsäule gestaucht und signalisierte nach dem Aufwärmen, dass an einen Einsatz wegen starker Schmerzen nicht zu denken sei. Da die Leistungsträger Michael Teichner und Florian Geheeb aus Krankheitsgründen gar nicht erst mitgefahren waren, saßen mit Elias Steiner und Josef Egger gerade einmal zwei Spieler auf der Landsberger Ersatzbank. „Da hatte ich schon Angst, dass das eine böse Klatsche geben könnte“, erklärte Xaver Egger nach dem Spiel. Doch ob es daran lag, dass die Gastgeber die ersatzgeschwächten Landsberger auf die leichte Schulter nahmen, oder an diesem Abend einfach nicht besser konnten: Von Beginn an hielt die erste Fünf um Egger, Lukas Klocker, Geidosch, Przemyslaw Migala und Lorenz Hüper das Spiel offen, ließ den Rosenheimern kaum Möglichkeiten zur Entfaltung. Zur Halbzeit lagen die Landsberger so nur mit vier Punkten zurück. Einen wichtigen Schlüssel zum Sieg fand Gese in der Pause, als er Lorenz Hüper mit der Aufgabe betraute, fortan die Wege des amerikanischen Guards Thimothy Edwards einzuschränken. Hüper wich dem besten Rosenheimer Werfer daraufhin nicht mehr von der Seite – mit Erfolg. Ein Verzweiflungsdreier kurz vor Schluss blieb der einzige Korb des Amerikaners in Hälfte zwei. „Er war heute unser Matchwinner“, lobte Geidosch seinen jungen Teamkollegen, der wie Lukas Klocker (21 Punkte) seine beste Saisonleistung ablieferte. Als schließlich die Schlusssirene ertönte und den 71:64-Sieg der Gäste besiegelte, starrte Gese mit regungslosem Blick auf seine jubelnden Spieler. Es dauerte eine Weile, bis auch der Trainer den Erfolg realisiert hatte. Dann jedoch fing Gese leise an zu lächeln. Die schlechte Stimmung der vergangenen Tage war endgültig dahin.

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