Alle Ziele erreicht

Bekommt einen neuen Träger: Der AKE-Kindergarten in der ehemaligen Reithalle der Saarburgkaserne. Foto: Peters

Im nächsten Jahr feiert der AKE-Kindergarten sein 40-jähriges Bestehen. Erstmals wird der „Arbeitskreis kritischer Eltern“, der ihn 1972 gründete und ihm seinen Namen gab, dabei keine tragende Rolle mehr spielen. Am 1. Januar übergibt der Verein die Trägerschaft an die Stadt Landsberg – sein eigenes Fortbestehen bleibt vorerst ungewiss.

Die Entscheidung gaben die beiden langjährigen Vorsitzenden, Linde Koch und Viktoria Heinrich, bei einer Pressekonferenz bekannt, zu der Oberbürgermeister Ingo Lehmann geladen hatte. Man habe sich schon länger Gedanken gemacht, wie es weitergehen könnte, sollte sich keine neue Vorstandschaft mehr für den Verein finden, sagte Koch. Dieser Zeitpunkt sei nun eingetroffen. Verantwortlich dafür macht die 1. Vorsitzende, die wie Heinrich zu den Gründungsmitgliedern des AKE zählt, den gestiegenen Verwaltungsaufwand in den vergangenen Jahren. Die Arbeit könne längst nicht mehr neben einer Berufstätigkeit ausgeübt werden, und auch die große Verantwortung für mittlerweile 15 Angestellte und rund 100 Kinder wolle keiner mehr ehrenamtlich für mehrere Jahre übernehmen, erklärte Koch das Dilemma. „Deshalb sind wir auf die Stadt zugegangen und haben darum gebeten, dass sie die Trägerschaft übernimmt.“ Zuvor hatten die Vorsitzenden im Mai eine Mitgliederversammlung einberufen, die mit einem einstimmigen Votum für die Übergabe endete. Genauso deutlich sei daraufhin im Juni das Ja des Finanzausschusses der Stadt ausgefallen, sagte Lehmann, der daraufhin vor rund zwei Wochen das Gespräch mit den Eltern der Kindergartenkinder suchte. Dabei seien „viele praktische Fragen“ geklärt worden. Am brennendsten interessierte die Eltern, ob sich durch den neuen Träger das Konzept des Kindergartens ändern würde. In dieser Hinsicht habe er die Eltern beruhigen können, sagte der Oberbürgermeister. „Wir wollen dem Kindergarten seine pädagogischen Freiheiten lassen.“ Auch die demokratische Einflussnahme der Eltern, die den AKE von Beginn an auszeichnete, bleibe erhalten, versicherte Lehmann. „Es soll keinen Bruch geben.“ Noch nicht geklärt sei dagegen, nach welchen Kriterien Kinder künftig aufgenommen würden. Es gebe jedoch bereits Überlegungen, Anwohner aus dem umliegenden Gebiet sowie Kinder, deren Geschwister bereits den AKE be­- suchen, bei der Platzvergabe zu bevorzugen, so Lehmann. Für Koch und Heinrich schließt sich mit der Übergabe der Trägerschaft ein Kreis. „Viele der Ziele, die wir bei der Gründung des AKE hatten, haben wir erreicht“, blickt Heinrich zurück. So ist beispielsweise die Betreuung der Kinder mit zwei Fachkräften pro Gruppe, mit der der Arbeitskreis 1972 für ein Novum in der bestehenden Kindergartenlandschaft sorgte, heute gesetzlich vorgeschrieben. Ob der AKE als Förderverein weiter besteht oder aufgelöst wird, steht noch nicht fest. „Den Namen werden wir aber sicher behalten, er ist Bestandteil der Tradition“, kündigte Lehmann an. Personal bleibt Die Stadt übernimmt neben dem AKE-Kindergarten in der ehemaligen Reithalle der Saarburgkaserne auch den AKE-Schulkindergarten im Untergeschoss der Katharinenschule. Auch der seit 1980 existierende Mini-Club für Kinder bis drei Jahre sowie der 1976 eingeführte Babysitter-Dienst bestehen weiter. Ebenfalls unberührt bleibt der Bestand an Mitarbeitern. Da das Personal bereits nach dem Tarif des öffentlichen Dienstes bezahlt werde, gebe es bei der Übernahme keine Probleme, sagte Lehmann. Mit der Trägerschaft betritt die Stadt Neuland: Es ist der erste Landsberger Kindergarten unter städtischer Verwaltung. In 2013 kommt mit dem geplanten Kinderhaus am Klinikum ein weiterer hinzu.

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