Mit allen Mitteln

Die ersten Wände des neuen Filmpalastes in Kaufering stehen schon. Foto: Internet

Wird es ein Großkino in Landsberg geben? Diese heikle Entscheidung muss demnächst der Stadtrat fällen, und weil der Ausgang der Debatte nach wie vor offen erscheint, erhielten die Ratsmitglieder vergangene Woche Post, die ihnen die Entscheidung erleichtern soll. Pikant: Autor des mehrseitigen Briefes, der dem KREISBOTEN vorliegt, ist Werner Rusch, welcher vor zwei Monaten höchstselbst den Antrag auf den Bau eines Multiplex-Kinos nahe dem Fachmarktzentrum stellte.

Der Investor, dem bereits Kinos in Aichach, Königsbrunn, Meitingen und Memmingen gehören, spart darin nicht mit deutlichen Worten, die an manchen Stellen mehr wie eine Drohung klingen als eine gutgemeinte Entscheidungshilfe. Von „wirtschaftlichen Schäden durch ausbleibende Folgebesuche in Gastronomie und Einzelhandel“ ist die Rede, sollte der Stadtrat sich gegen das Großkino aussprechen. Der „Imageverlust der Stadt“ sei erst gar nicht in Zahlen auszudrücken. Ganz besonders aber nimmt Rusch in seinem Schreiben das im Bau befindliche Großkino in Kaufering aufs Korn, was wenig verwundert, hatte das Projekt seiner ehemaligen Mitarbeiter Michael Hain und Hermann Huber überhaupt erst den Wunsch Ruschs ausgelöst, den Kinobau in Landsberg ins Auge zu fassen. So behauptet Rusch, man sei der festen Überzeugung, „dass der Bau des Kinos in Kaufering begonnen hat, obwohl die Finanzierung nicht abschließend gesichert ist.“ Als Untermauerung fügte er einen Brief an die VR-Bank Starnberg-Herrsching-Landsberg an, in dem er die dortigen Entscheidungsträger dazu auffordert, ihre Finanzierungszusage zu „überdenken“. Über ein derartig dreistes Vorgehen des Konkurrenten kann Michael Hain nur den Kopf schütteln. Dies habe nichts mehr mit einem „fairen Wettbe­werb“ zu tun, ärgert er sich. Die Behauptung gegenüber den Stadträten, die Finanzierung sei nicht abschließend gesichert, sei zudem eine „dreiste Lüge“, schimpft Hain. Die VR-Bank sei zwar mit dem Brief auf ihn zugekommen und habe nachgefragt, geändert habe sich dadurch allerdings nichts. „Die Finanzierung steht schon seit einer langen Zeit.“ Nach wie vor sei die Bank von ihrem Konzept überzeugt, so Haid. Er hofft nun, dass sich auch Landsbergs Stadträte durch die „Drohgebärden“ Ruschs nicht in ihrer Entscheidung beeinflussen lassen, sondern nach der vorhandenen „Sachlage“ beschließen. Egal, wie es ausgeht, man werde mit dem Beschluss leben können, sagt Haid. Die Bauarbeiten jedenfalls schreiten weiter zügig voran. Derzeit entstehen auf dem Bauplatz an der Viktor-Frankl-Straße bereits die Außenmauern des neuen Kinos. Im November soll laut Haid das Dach folgen. Derzeit sehe alles nach einer Eröffnung im Frühjahr aus. „Wir liegen im Zeitplan.“ Rusch wird das nicht gerne hören…

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