Alles reine Kopfsache

Die Selber Wölfe hatten einfach mehr Biss und Nick Anderson (links) sowie Igor Bacek (rechts) mit ihren EVL-Teamkollegen am Ende deutlich unterlegen. Foto: Krivec

Ein Lebenszeichen hat der EV Landsberg noch von sich gegeben, am Ende war er doch klar unterlegen. Dem überraschenden 5:2 in Selb vom Mittwoch folgte zwei Tage später ein 0:3 (0:0, 0:2, 0:1) zuhause gegen die Wölfe aus Oberfranken. Damit war die Oberliga-Saison mit einem klaren 1:3 in den Abstiegsspielen sportlich beendet.

Beim Sieg in Selb konnten die Lechstädter ihre aggressive Spielweise und körperliche Überlegenheit noch einmal ausspielen. Unter anderem eine Matchstrafe wegen versuchten Schlittschuhtritts gegen Selbs Waßmiller brachte den EVL auf die Siegerstraße. Auch im vierten Spiel am Freitag in Landsberg dominierte man noch in den ersten zehn Spielminuten und zeigte dem Gegner seine deutlich sichtbaren spielerischen Grenzen auf. Danach allerdings schienen früh die Kräfte nachzulassen. Die im Angriff immer wieder tief in die Ecken gespielten Scheiben holte sich plötzlich erstmals seit Wochen ohne große Mühe regelmäßig der Gegner und nicht mehr die eigenen Außenstürmer. Damit war im Angriffsspiel der Gastgeber in den letzten zwei Dritteln nicht mehr viel geboten. Der offensichtlichen Vermutung, dass dem Minikader von zwölf EVL-Feldspielern im Endspurt die Physis zu schaffen machte, widersprach anschließend aber Interims-Coach Elvis Beslagic: „Das sehe ich nicht, dass es ein Problem der Kraft war. Es lag eher im Kopf, nach der langen Serie mit 18 Niederlagen in Folge. Dafür hat die Mannschaft in den Play-Downs wirklich noch gut gespielt.“ Als Kapitän Barz und Beslagic die Mannschaft übernahmen, hatte sie allerdings zuvor, noch unter Coach Dave Rich, eine Erfolgsserie mit 18 Punkten aus elf Partien hingelegt. Zudem schied man letztlich klar und verdient gegen die schwächste Mannschaft der Oberliga aus. Ein überragender Martin Sekera reichte, um die Abstiegsfrage zu entscheiden. Der 28-Jährige war immer einen Schritt oder eine Schlägerlänge schneller als seine Gegenspieler an der Scheibe und schaffte es regelmäßig, seine Mitspieler gefährlich in Szene zu setzen. Mehr hatten die Oberfranken nicht anzubieten, aber das reichte am Ende – die EVL-Führungsspieler Barz, Bacek, Bigam und Anderson fanden an diesem Abend nie ins Spiel. Die Chance auf ein fünftes Spiel wäre dennoch zweifelsohne dagewesen: Dirksen im Tor der Selber ließ fast jede Scheibe fallen oder nach vorne abprallen, doch während der gesamten Partie fand sich niemand vor dem Tor, der die Nachschüsse hätte verwerten können. Sekera mit einem Gewaltschuss in das rechte Toreck nach sehenswertem Blitz-Konter (23.), Schneider aus spitzem Winkel (30.) und Lamich mit einem Tor durch die Hosenträger (53.) machten dann alles klar für die Selber Wölfe. „Ich mache der Mannschaft keinen Vorwurf“, so Hans-Jürgen Böttcher nach der Partie. „Sie hat alles gegeben, war charakterlich in Ordnung und hat gegen einen Gegner verloren, der sich fair verhalten hat und am Ende besser war. An dem Ergebnis gibt es nichts zu deuteln.“

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