Alpenverein Landsberg hat eine Vision: Dirtjumps im Englischen Garten

Braucht Landsberg einen Bikepark? 

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Einen Bikepark in Landsberg wünscht sich der DAV Landsberg. Ungefähr so einen wie den in Schongau (Foto), nur etwas „weniger sportlich“.

Landkreis – Mountainbiker und Spaziergänger – eine Kombination, die selten gut geht. In Aichach endete sie vor Kurzem sogar vor Gericht. Grund dafür war eine Nagelfalle. Das erinnert fast an Krieg: Der eine sucht Idylle, der andere Schanzen, Kurven und Wippen. Ein Bikepark könnte Abhilfe schaffen, meint man in der Landsberger Sektion des Deutschen Alpenvereins (DAV). Und er könnte jungen Leuten eine Möglichkeit zur Freizeitgestaltung bieten. Ihre Ideen haben sie bei der Strategiegruppe 4 im Rahmen von Landsberg 2035 eingebracht. „Wir sind in der Phase der Vision“, sagt AV-Vorsitzender Georg Schappele. „Jetzt muss es Strategie werden.“

Im Auge haben Schappele und Armin Reich-Gambal, Leiter der Mountainbike-Abteilung beim Landsberger DAV, ein Gelände im Süden des Englischen Gartens: westlich der Wasserwachthütte, entlang des Zehner­wegs und des Lechs. Das Gelände sei zwar nicht ganz so „sportlich wie zum Beispiel der Bikepark in Schongau“, aber „die Hangkappe dort kann man gut einbeziehen“, ist Reich-Gambal überzeugt. Sprünge in mehreren Höhen, Wippen, enge Kurven und mehr sollen Mountain- und BMX-Bikern für Dirtjumps, Sprünge in fünf, sechs Metern Höhe, und Pumptracking dienen. Und für die Kleinen gäbe es einen Puckytrack.

Es soll kein reiner Bikepark werden. Schappele spricht von einem „Mehrgenerationengelände für Menschen von fünf bis 80, wobei der Bikepark im Zentrum steht.“ Familien sollen sich ange­sprochen fühlen, denn auch landschaftlich sei das Gelände ja durchaus reizvoll. Einem Sonntagnachmittagsausflug stände somit nichts mehr im Wege. Öffnungszeiten bis zur Dämmerung wären möglich. So lange sollte auch eine Aufsicht anwesend sein.

Auch andere Vereine könnten von dem 16 Hektar großen Gelände profitieren. Schappele schweben „sanfte Sportarten“ vor, die keine zusätzliche Lärm- oder Verkehrsbelastung mit sich brächten. Zum Beispiel ein Schachspiel für Ältere. Eine Bühne für Bands oder Theatergruppen.

Ganz wichtig sei ein Verkehrsübungsplatz für Schulen. Dort könnten auch Senioren mit dem E-Bike üben. Der Bergtourismus ändere sich aufgrund der ‚Fahrräder mit Hilfsmotor‘ rasant: Immer mehr Ältere radelten nach oben. „Aber die müssen ja auch irgendwie wieder runter“, sagt Schappele. Und das müsse man eben üben – auf sicherem Gelände „anstatt auf der Katharinenstraße.“

Zudem planen die DAVler ein Trailnetz, Wege rund um Landsberg, auf denen Mountainbiker ohne zu stören und ohne groß gestört zu werden ihrem Hobby frönen können. Es soll in Absprache mit allen Beteiligten, etwa Jägern, Naturschützern und Grundstückseigentümer, entstehen, betont Schappele: „Wo nötig, nehmen wir auch Umwege in Kauf. Wichtig ist uns ein kontrolliertes und organisiertes Vorgehen.“ Zwar klappe das Miteinander um Landsberg herum meistens ganz gut. Aber durch das Trailnetz bekomme das Ganze einen offiziellen Touch. „So können wir Wildwuchs verhindern, kanalisieren und lenken“, ist Schappele überzeugt.

Den Bikepark im Visier: Leiter der Mountainbike-Abteilung beim DAV Armin Reich-Gambal (links) und DAV-Vorsitzender Georg Schappele

Es gelte, Grundsatzregeln aufzustellen, mit denen man letztendlich einen Großteil der Biker erreichen könne. Das verfolge man auch mit der Interessengruppe Mountainbike. Dort will man Probleme aufnehmen und Lösungen finden sowie als Sprachrohr nach außen dienen. Und zum Beispiel die Nutzung gewisser Wege empfehlen.

Den gefürchteten Wildwuchs gab es bereits mehrmals. Abgesehen davon, dass manch ein Mountainbiker gern mal quer durch den Wald brettert, war schon mal ein Bikepark an der Schongauer Straße und auch einer beim Pitzlinger Waldkindergarten von Jugendlichen gebaut worden. Beide wurden rückgebaut. Auch aus Gründen der Sicherheit.

Eine Erschließung des Geländes seitens der Stadt sei natürlich Grundvoraussetzung, betont Schappele. Schließlich benötige man Infrastruktur: Zufahrtswege, sanitäre Anlagen, Bistro, Parkplätze. Weshalb das Projekt nur in Zusammenarbeit mit der Stadt möglich sei. Die Pflege der Einrichtungen sehen Schappele und Reich-Gambal als Aufgabe der beteiligten Vereine. Gespräche habe es bereits mit dem ADFC gegeben. Natürlich sei der DAV ebenfalls bereit, ehrenamtlich mitzuarbeiten.

„Der Fahrradsport wird immer mehr zunehmen“, ist Reich- Gambal überzeugt. Die Mountainbike-Abteilung wachse jährlich im zweistelligen Bereich. „Da kommt eine Lawine auf uns zu.“ Auch touristisch gesehen sei so ein Bikepark interessant. Wichtig sei nun, dass alle Interessierten ihre Ideen in den neuen Flächennutzungsplan einbrächten. Vor allem auch die Jüngeren. Zum Beispiel in der Bürgerkonferenz zum Thema Kultur und Freizeit am 8. Mai, regt Schappele an. „Das ist eine historische Chance für die Bevölkerung von Landsberg.“ Sonst wandert vielleicht auch dieses sportliche Highlight an einen anderen Ort ab.

Susanne Greiner

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