125 Jahre Alpenverein Landsberg

"Da ist Leben drin"

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Ein Highlight für die Alpenvereinssektion Landsberg war die Eröffnung des Klettersteigs „Lachenspitze“ vor fünf Jahren.

Landsberg – „Da ist Leben drin in der Sektion“, meint Vorstandsvorsitzender der Alpenvereinssektion Landsberg Erwin Stolz. Das beweist auch der enorme Zuwachs an Mitgliedern: Waren es vor fünf Jahren noch rund 3700, so konnte die Sektion im vergangenen Jahr bereits ihr 5000. Mitglied feiern. Jetzt, zum 125. Jubiläum, sind es sogar schon etwa 5300. Damit ist die Sektion der größte, zahlenmäßig stärkste Verein in Stadt und Landkreis.

Der Grundstein für die Landsberger Alpenvereinssektion wurde am 10. November 1889 im damaligen Café Gutermann im Vorderanger gelegt: 35 Personen, lauter Männer, stimmten der Gründung einer örtlichen Alpenvereins-Sektion im damaligen Deutschen und Österreichischen Alpenverein zu, beschlossen die ersten Statuten und wählten sogleich einen Vorstand. Damals waren nur Herren als Mitglieder zugelassen. Was heute längst als Anachronismus verteufelt würde, ergab sich dann während des ersten Weltkrieges von selbst: Die Frauen standen in diesen harten Jahren „ihren Mann“, auch im Vereinsleben, und so war die Gleichberechtigung in der Sektion zwangsläufig hergestellt.

1902 waren 26 Sektionsmitglieder, darunter auch fünf Frauen, zur Otto-Mayr-Hütte aufgestiegen. Ruhte während des Ersten Weltkrieges die Sektionsarbeit – der Mitgliederstand reduzierte sich auf 49 Personen – so stieg die Zahl dann nach dem Kriege wieder auf über 350. Für Ski-Begeisterte wurden übrigens auf der Landsberger Pfletschbräu-Wiese erste Ski-Kurse anberaumt.

Neugründung 1947

Die Machtübernahme der Nationalsozialisten führte ab 1933 zur Gleichstellung aller Vereine. Sektions-Vorsitzender war ab 1937 Rechtsanwalt Eugen Meyding, doch ab September 1939 erlosch mit Kriegsbeginn das Sektionsleben. Zwei Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges luden einige AV-Mitglieder und Mitglieder der Bergwacht ins Landsberger Gasthaus „Zum Mohren“ zur Neugründung der AV-Sektion Landsberg ein. Aus den Reihen der 43 Anwesenden wurde Bürgermeister Ueberreuther zum ersten Vorsitzenden gewählt.

Ein Jahr später, 1948, zählte die Sektion bereits 315 Mitglieder. Ab 1961 verfügte die Sektion über drei geprüfte Lehrwarte: Erich Jell für Ski, Erwin Beinhofer für Felsklettern und Michael Hofinger für Eis- und Urgestein. Die 500er-Marke war in der Mitgliederliste längst überschritten. Die Ski-Hütte Starkatsgund bei Immenstadt, die Skikurse für Kinder und Jugendliche, die Winterfahrten und die Ski-Meisterschaften waren die Basis für die Freude an gemeinsamen Skifahrten. 1973 wurde das 1000. Mitglied der Sektion registriert. 1975 wurde gar das 1500. Mitglied begrüßt.

Die Ortsgruppe Kaufering wurde 1997 eigenständige Sektion. Zudem hatte der AV Landsberg von der Stadt das an der Malteserstraße befindliche Jugendheim in Obhut genommen. Zu Ereignissen gehörten auch die jährlich auf der Landsberger Hütte zelebrierte Bergmesse, die Zusammenarbeit und Einsätze mit Bergwacht und mit der Luftrettung der Bundeswehr-Luftwaffe.

1981 übernahm Bankdirektor Erwin Stolz die Leitung der Landsberger AV-Sektion. Während seiner nun 33-jährigen Vorstandstätigkeit ist die Sektion kontinuierlich gewachsen. Zum 120. Jubiläum vor fünf Jahren konnte die Sektion den Klettersteig Lachenspitze eröffnen. „Der Steig ist ein Renner“, so Stolz. Er kommt bei den weit über 5000 Mitgliedern besonders gut an.

Ein gravierender Einschnitt dagegen war der Felssturz am 8. November 2012, der den Zugang zur Landsberger Hütte bei Tannheim über den Vilsalpsee verschüttete. Etwa 142000 Kubikmeter Fels stürzten in die Tiefe, fast zehn Hektar Wald wurden vernichtet. Zu Beginn der Sommersaison soll der Weg aber wieder offen sein, so Stolz.

Zur Feier des 125-jährigen Gründungsjubiläums zeigen Erika und Gerhard Weigl am Donnerstag, 13. November, um 19.30 Uhr im AV-Heim „125 Jahre Sektion Landsberg am Lech – eine Fotoshow durch die Vereinsgeschichte“. Außerdem wird Alfred Schubert erzählen, wie der Landsberger Alpenverein für ihn Heimat wurde: „Aufschwung in den fünfziger Jahren – wie ich die Sektion nach der Wiedergründung erlebt habe.“

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