Nun also doch Kaltenberg

Direkt an der Ortseinfahrt Kaltenberg (rote Markierung) wollen sich Aldi und ein Vollsortimenter nun ansiedeln. Foto: google maps

Wenige Tage vor den beiden Bürgerentscheiden über zwei mögliche Einzelhandelsstandorte im Ortsgebiet von Geltendorf ist plötzlich alles anders. Wie am vergangenen Donnerstag bekannt wurde, geht der Investor nun doch nach Kaltenberg. Der geplante Aldi sowie ein Vollsortimenter werden auf einer Fläche nördlich der Staatsstraße unmittelbar am Ortseingang von Kaltenberg entstehen.

Der Gemeinderat einigte sich in nichtöffentlicher Sitzung auf eine denkbar knappe Presseerklärung. „Der Investor hat sich auf den Standort für den Lebensmittelhandel nördlich der Staatsstraße 2054 Kaltenberg festgelegt. Aus rechtlichen Gründen sind das Ratsbegehren und das Bürgerbegehren am 27.3.2011 durchzuführen.“ Will heißen: Trotz der neuen Umstände werden die Bürger an die Wahlurne gerufen, um sich für oder gegen die hinfällig gewordenen Standorte Moorenweiser oder Hausener Straße auszusprechen. Dass die Gemeinde dann einen Standort überplanen muss, an dem sich gar kein Supermarkt ansiedeln will, sieht Bürgermeister Wilhelm Lehmann (CSU) nicht als großes Problem. Zum einen gilt dies nur, wenn das Quorum von 20 Prozent Wahlbeteiligung erreicht wird. „Außerdem sind wir nur für ein Jahr an den Ausgang der Abstimmung gebunden. Unter bestimmten Voraussetzungen kann dieser Zeitraum sogar verkürzt werden.“ Die Entwicklung in Kaltenberg wird jedenfalls nicht verzögert – sie kann parallel vorangetrieben werden. „Es ist blöd, dass wir den Bürgerentscheid trotzdem durchführen müssen“, meint Gemeinderat Christian Scheifele, der den Antrag auf Ratsbegehren gestellt hatte. „Aber immerhin haben wir die Entwicklung damit beschleunigt. Sonst würden wir wahrscheinlich heute noch streiten.“ Nun sei jedem geholfen, „und es dürfte wieder Ruhe einkehren“. „Ich freue mich“, sagt Gunther Schmid, Sprecher der Bürgerinitiative „Erhaltung der Grünfläche an der Moorenweiser Straße gegenüber Friedhof und Grotte“. „Es geschehen doch noch Zeichen und Wunder.“ Aldi und ein Vollsortimenter gemeinsam in Kaltenberg – das ist für Schmid eine optimale Lösung. „Es werden zusätzliche Einkaufsmöglichkeiten geschaffen, die Fläche am Friedhof bleibt frei, und die Geschäfte in Geltendorf sind gesichert.“ Er hofft, dass die Bürger am 27. März trotzdem ins Wahllokal gehen. „Würde unser Vorschlag eine Mehrheit erhalten, wäre sichergestellt, dass das Grundstück am Friedhof gar nicht erst in den Flächennuztungsplan aufgenommen wird.“ Bürgerentscheid 2 fordert, Aldi in Kaltenberg und den Vollsortimenter an der Hausener Straße anzusiedeln. Genau davor fürchtet man sich bei der „Interessengemeinschaft Altes Dorf“, die gegen den Standort Hausener Straße zu Felde zieht. „Wir haben jetzt ein großes Problem“, sagt Sprecherin Gudrun Szczepanek. Der Bürgerentscheid macht das Grundstück an der Hausener Straße möglicherweise zum Einzelhandelsstandort. Selbst, wenn dort momentan niemand bauen will, steht nirgendwo geschrieben, dass das so bleibt. Wie aber ist es überhaupt zu der Kehrtwende in der Entwicklung gekommen? Von der Gemeinde war in der Vergangenheit immer wieder betont worden, dass Investor Peter Pletschacher keinesfalls nach Kaltenberg gehen werde. Man habe lediglich nicht ins Gewerbegebiet gewollt, erklärt Pletschacher heute. „Als aber die Bürgerinitiativen in Geltendorf so stark wurden, haben wir nach Alternativen entlang der Staatsstraße gesucht.“ Von ihm aus dürfte jetzt alles sehr schnell gehen. „Es hängt von der Gemeinde ab“, so Pletschacher. Wird hier zügig gearbeitet, könnten im Herbst die Bagger anrollen.

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