In alten Bahnhof zieht Leben ein

Es gibt jede Menge zu tun: Technik und Elektronik stammen noch aus dem vorigen Jahrhundert. Architekt Matthias Krapf (Foto) stellt sich im Stellwerk des Dießener Bahnhofes einen Gastrobereich vor. Foto: Nagl

Vier Architekturbüros aus Dießen haben zur jüngsten nicht öffentlichen Ratssitzung Entwürfe für die Um­gestaltung des denkmalgeschützten Bahnhofsgebäudes aus dem frühen 20. Jahr­hundert vorge­legt. Seit gut einem Jahr ist das Gebäude im Eigentum der Gemeinde. Den Zuschlag erhielt das Architekturbüro Krapf, das sich vis-à-vis im ebenfalls denkmalgeschützten, ehemaligen Postgebäude befindet.

Matthias Krapf freut sich auf die „große Herausforderung“. Gerne würde er schon im Herbst die notwendigen Genehmigungen einholen. „Im Frühjahr könnte dann Baubeginn sein.“ Aber noch ist offen, ob die Ideen aus der Wettbewerbsplanung eins zu eins umgesetzt werden können. Unter anderem sollen zukünftige Pächter zu den Bauplänen gehört werden. Auf Wunsch der Marktgemeinde bleibt die Postagentur im Bahnhof. Auch das Tourismusbüro soll zukünftig hier untergebracht werden – nach Krapfs Plänen in der Schalterhalle, wo derzeit die Post zuhause ist. Damit in der Halle die alten, mit regionalen Vogelarten bemalten Wandfliesen wieder zur Geltung kommen, ist in der Raummitte ein rundum verglaster, beheizbarer „Informations-Zylinder“ vorgesehen. Die Flächen außerhalb des Zylinders könnten als öffentliche Computerarbeitsplätze und als Wartezone genutzt werden, so die Idee. An der Nordseite des Bahnhofs fände ein Kiosk Platz, denn im ehemaligen Zulieferbereich ist eine große Fensteröffnung erhalten. Als Erweiterung des Kiosks kann sich Krapf im Bereich des ehemaligen Stellwerks einen Gastrobereich mit Seeblick vorstellen, der auch für Veranstaltungen genutzt werden könnte. In der zentralen Sommerhalle wäre an der Westseite Raum für ein Reisebüro und für die Posttheke. Im ehemaligen Toilettenbereich an der Nordseite könnte das dazugehörige Lager untergebracht werden. Zu den Gleisen hin plant der Architekt einen großzügig verglasten Mehrzweckraum (82 Quadratmeter), der für Ausstellungen oder als Erweiterungsfläche des Cafés genutzt werden kann. Doch vorab müssen bauliche Mängel behoben werden. So hat sich zum Beispiel der Fußboden in der Sommerhalle abgesenkt. Krapf schlägt vor, den neuen Boden noch etwas tiefer zu legen. Dann wäre die Stufe im Eingangsbereich überflüssig und der Bahnhof wäre barrierefrei. Die Höhendifferenz zum östlichen Bahnhofsbereich könnte dann bequem mit einer Rampe überwunden werden. Außerdem ist in Krapfs Plänen ein Geldautomat und im Nordosten ein kleiner Anbau als überdachter Wartebereich vorgesehen, von dem aus die Gleise gut zu übersehen sind. Auch mit dem Bau der vor Kurzem fertig gestellten neuen Toiletten an der Ostseite des Bahnhofs war das Büro Krapf beauftragt: Die freundlichen und hellen Sanitärräume erstrahlen nun in lindgrün und ockergelb.

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