Drittes Sperrgebiet ausgewiesen

Neue Gefahr für die Bienenvölker

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Höchste Faulbrutgefahr besteht in dem neuen Sperrgebiet (rot umrandet) bei Beuern.

Landkreis – Die Amerikanische Faulbrut bedroht in der Region immer mehr Bienenvölker. Nachdem das Veterinäramt Landsberg bereits zwei Sperrgebiete eingerichtet hat – in Landsberg sowie Ober- und Unterdießen – gibt es jetzt ein drittes: im Bereich Beuern, auf Greifenberger und Eresinger sowie Geltendorfer Flur. Bienenvölker mussten hier jedoch nicht getötet werden.

Das weitere Sperrgebiet wurde ausgewiesen, da die Amerikanischen Faulbrut auch in einem Betrieb in Türkenfeld im Landkreis Fürstenfeldbruck ausbrach. Ganz nahe an der Landkreisgrenze. Die Vorsichtsmaßnahme umfasst den Greifenberger Ortsteil Beuern sowie Waldstücke im östlichen Gemeindegebiet von Geltendorf und Eresing (siehe Karte).

In dem weiteren Sperrgebiet sind für alle Bienenbestände ebenfalls bestimmte Vorsichtsmaßnahmen angeordnet. Sie würden auf den Erreger untersucht, so Landratsamtssprecher Wolfgang Müller. Erst wenn das abgeschlossen sei und keine weiteren Fälle der Amerikanischen Faulbrut registriert würden, könne das Sperrgebiet wieder aufgehoben werden. Bis dahin dürfen bewegliche Bienenstände nicht von ihrem Standort entfernt werden. Das gilbt auch für Bienenvölker selbst, lebende oder tote Bienen, Waben, Waben­teile und -abfälle, Wachs, Honig, Futtervorräte, Bienenwohnungen und benutzte Gerätschaften.

Eine Ausnahme von diesem „Verbringsverbot“ gelte unter anderem für Honig, der nicht zur Verfütterung an Bienen bestimmt ist, sondern als Lebensmittel verwendet werden soll. Allerdings weist das Veterinäramt aufgrund verschiedener Anfragen darauf hin, dass dies nur für den Honig selbst gilt. Waben sind vor Ort zu schleudern und dürfen dabei nicht aus den Bienenbeständen entfernt werden. Bienenvölker oder Bienen in den Sperrbezirk zu bringen, ist ebenso nicht erlaubt .

Alle im Sperrbezirk ansässigen Imker fordert das Veterinär­amt auf, ihrer gesetzlichen Verpflichtung nachzukommen, die im Sperrgebiet vorhandenen Bienenstände in der Kreisbehörde unter der Tel. 08191/129-1374 zu melden, um diese umgehend amtstierärztlich untersuchen zu lassen. Und: „Wir rufen die Imker im gesamten Landkreisgebiet auf, den Gesundheitszustand ihrer Bienenvölker besonders kritisch zu beobachten und Auffälligkeiten dem Veterinäramt mitzuteilen.“

Bei der Amerikanischen Faulbrut handelt es sich um eine Tierseuche. Für den Menschen stelle die Erkrankung keinerlei Gefahr dar, heißt es aus der Kreisbehörde; Honig könne ohne Bedenken verzehrt werden, da der Erreger ausschließlich die Bienenbrut befalle. Amtlich bekannt ist aktuell ein Ausbruch im südwestlichen Stadtgebiet Landsberg. Die betroffenen und bereits vernichteten Völker stammten aus Unter- und Oberdießen.

Gründlich spülen

Die Sporen des Krankheitserregers werden unter anderem auch über Honigreste weiter übertragen, die von anderen Bienen aufgenommen werden. Insbesondere unverschlossene und ungenügend gereinigte Honiggläser können daher eine Ansteckungsgefahr für Bienen darstellen, da der Erreger auch in zahlreichen Handelshonigen vorkomme. Deshalb könne jedermann einen Beitrag zum Schutz der Bienen vor dieser Seuche leisten, wenn er seine Honiggläser gründlich ausgespült, bevor er sie im Altglas- Container entsorgt.

Weitere Infos für Imker und Bürger erteilt das Veterinäramt Landsberg unter der Telefonnummer 08191/129-1374.

Toni Schwaiger

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