Auf dem Prüfstand

Ammersee Card: Utting und Greifenberg sind schon dabei

Hand hält Smartphone, auf dem die Ammeree Card als App sichtbar ist. Im Hintergrund eine Fußgängerzone
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Verbilligt einkaufen mit der „Ammersee Card“ als Handy-App und Magnetstreifen-Karte soll man demnächst in der Ammersee-Region können. Die LAG-Ammersee wirbt derzeit bei den Gemeinden für eine Anschubfinanzierung.
  • Dieter Roettig
    vonDieter Roettig
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Dießen/Greifenberg – Zusätzliche Kaufkraft für Einzelhandel, Gewerbe, Handwerk, Dienstleister und Gastronomie möchte die „Ammersee Card“ schaffen, die jetzt in den Gemeinderatssitzungen von Dießen und Greifenberg vorgestellt wurde. Und zwar als „Marktplatz zur Sicherung und Stärkung der regionalen Wertschöpfung“.

Die Botschaft hörten die Dießener Ratsherren wohl, allein ihnen fehlte der Glaube – so das Abstimmungsergebnis frei nach Goethe. Mit 13 zu 12 wurde eine Anschubfinanzierung durch die Marktgemeinde erstmal abgelehnt, weil man nicht an die Akzeptanz bei Handel und Verbrauchern glaubt.

In Greifenberg zeigten sich die Gemeinderäte dagegen aufgeschlossen und gaben LAG-Manager Detlef Däke ihr Okay mit auf den Weg. Der ist zur Zeit wie ein Handlungsreisender unterwegs in den 16 der LAG-Ammersee angeschlossenen Gemeinden und wirbt für die Ammersee Card als Instrument zur interkommunalen Vernetzung eines wesentlich größeren Angebots und damit zur Stärkung der regionalen Wirtschaftskreisläufe.

Der nach der Einwohnerzahl berechnete Greifenberger Anteil der Anschubfinanzierung beträgt circa 2.200 Euro, der sich im Falle einer möglichen Förderung durch die Regierung von Oberbayern auf rund 800 Euro reduziert. Die Gemeinde Utting hatte bereits Anfang März ihre Zusage gegeben und muss circa 4.400 Euro berappen, die sich mit der Förderung auf 1.660 Euro verringern. Je nachdem, wieviele Gemeinden sich beteiligen, können die Beträge variieren.

In dem von Detlef Däke vorgestellten Budgetansatz von knapp 80.000 Euro brutto (ohne Förderung) sind die Startkosten sowie die laufenden Kosten für das erste Jahr für 100 Akzeptanzstellen, 50 Arbeitgeber, 10.000 Karten sowie einem Werbe- und Marketing-Paket enthalten.

Die Ammersee Card wird es kostenlos bei allen teilnehmenden Geschäften und Betrieben geben. Mit der Karte erhalten die Kunden für ihren Einkauf einen vom Händler individuell festgelegten Bonus als Cash­back in Echtzeit, der sofort auf der Karte gutgeschrieben wird. Diese Boni kann man bei jedem teilnehmenden Geschäft in der Region mit Einkäufen direkt verrechnen, also verbilligt einkaufen. Wer seine Karte online registriert, hat über Computer oder Smartphone-App stets einen Überblick der Höhe seiner Boni in Euro. Die kann man über die App auch an einen regionalen Verein seiner Wahl spenden. Selbst Gutschein-Aktionen sind über die Karte realisierbar.

Die Kosten für teilnehmende Geschäfte und Firmen halten sich im Rahmen. Neben einer einmaligen Einrichtungsgebühr von 49 Euro fällt ein monatlicher Beitrag von unter zehn Euro an. Pro Transaktion wird noch eine minimale Gebühr im Cent-Bereich erhoben. Gelesen wird die Ammersee Card im Laden über PC-Kasse, Tablet beziehungsweise Smartphone mit Scanner-Funktion oder über ein EC-Cash-Terminal.

44 Euro extra steuerfrei

Besonders interessant ist die Ammersee Card auch für Arbeitgeber. Sie können ihren Mitarbeitern zum Beispiel monatlich eine steuerfreie „Sachlohnzuwendung“ in Höhe von 44 Euro aufspielen lassen. Dieser Betrag ist ausschließlich regional bei den teilnehmenden Geschäften und Betrieben einlösbar und stärkt damit die Wirtschaftskraft der Region.

Neben den Gemeinden der LAG Ammersee führt Detlef Däke derzeit Gespräche über eine Zusammenarbeit mit dem Gewerbeverband Dießen und dem Ortsverband Ammersee Nord-West im Bund der Selbstständigen. Die Gesellschaft für Wirtschafts- und Tourismusentwicklung Starnberg (gwt) mit Geschäftsstellen in Starnberg, Herrsching und Dießen habe laut Detlef Däke bereits Interesse an einer Zusammenarbeit geäußert.

Nähere Auskünfte zur Ammersee Card erteilt Detlef Däke über die E-Mail Detlef.Daeke@LAGAmmersee.de.

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