Junge Talente und Profis

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Johannes Gruber (Bariton), Florian Bernhard (Tenor) und Juliane Banse (v. links) singen „Die Himmel erzählen“ aus der Schöpfung von Joseph Haydn. Das Orchester des Ammersee Gymnasium wird dirigiert von Christoph Poppen.

Dießen – „Das ASG bekommt (einen) Flügel“ heißt das aktuelle Musikprojekt, das dem Ammersee Gymnasium am Freitag gleich zwei ausgebuchte Benefizkonzerte nacheinander bescherte. Fast möchte man sagen, das ASG hat Flügel bekommen: 500 Menschen haben das Musikfest unter der musikalischen Leitung des berühmten Dirigenten Christoph Poppen miterlebt, der Chor und Orchester des Ammersee Gymnasiums dirigierte. Für Begeisterung sorgte als Gaststar auch Sopranistin Juliane Banse.

Das gesteckte Etappenziel, 30.000 Euro Spenden für einen gebrauchten Steinway-Flügel zu sammeln, ist bereits erreicht. Aber 60.000 Euro sollten es schon werden, um ein „adäquates Instrument“ für die Schule zu bekommen, meinte Dirigent Poppen, der auch als Moderator durch das anspruchsvolle Klassikprogramm führte. Zu diesem Zweck lädt die Schule zu weiteren Benefiz-Konzerten am 17./18. Juli ins Augustinum Ammersee ein.

Neben dem Klang war auch der Anblick der rund 140 überwiegend jungen Chorsänger und Orchestermusiker beeindruckend, die zur Begrüßung mit prächtigem Bläsersound das „Rorando Coeli“ des böhmischen Gelehrten und Komponisten Jan Campanus Vodnansky (1572-1622) anstimmten. Schon dieser erste Programmpunkt machte deutlich, wie sehr Chor und Orchester in den letzten Schuljahren zu einer hochmotivierten musikalischen Gemeinschaft zusammengewachsen sind.

Freude hörbar machen

Dafür bedankte sich Schulleiter Alfred Lippl als Hausherr auch bei den Musiklehrern Annette Maas und Hans Gruber – die beim Konzertabend als Orchestermusiker dabei waren – und mit ihrem Engagement um die schuleigenen Ensembles sowohl den Kindern, als auch dem Projekt, so Lippl, „Essentielles mitgegeben haben“. Angestoßen wurde das Konzert-Projekt vor rund einem Jahr durch das Schülereltern- und Musikerpaar Bansen und Poppen. „Es ist erstaunlich“, so Lippl, „was so ein Projekt aus einer Schule macht. Es führt Schüler, Eltern, Lehrer und weitgereiste Musiker zusammen und macht Freude hörbar.“

Bevor die großartige Mozartinterpretin Juliane Banse mit ihrer wundervollen Stimme, begleitet von Chor und Orchester, mit dem „Laudate Dominum“ die Zuhörer in ihren Bann zog, bedankte sich Valerie Scheffel-Jurisch (Elternbeirat) bei der Firma Steinway München. Steinway hatte einen neuen Flügel inklusive Stimmung für Proben und Konzerte kostenlos zur Verfügung gestellt. Dr. Claudia Weidner (Förderverein) erinnerte an die „inspirierende Probenphase mit zwei außerordentlichen Künstlern, die sich ausgiebig Zeit genommen und fantastisches Engagement gezeigt haben“.

Neben der gesanglich hinreißenden und facettenreichen Interpretation von Schubert- und Brahms-Liedern durch Juliane Banse, die mit dem exzellente Klang des edlen Flügels (Maximilian Ginter) perfekt harmonierte, gehörte die Leistung der Schülerensembles und der dazugehörigen Solisten zu den besonderen Glanzlichtern des Konzertabends. So verzauberte zum Beispiel die aus einer Musikerfamilie stammende Abiturientin Emilia Andresen als Solo-Geigerin mit Ludwig van Beethovens Romanze in F-Dur.

Vor der Pause richtete sich die Aufmerksamkeit auf Florian Bernard (Tenor), den viele Schüler primär als Biologielehrer kennen. Gemeinsam mit Juliane Banse und Johannes Gruber (Bariton) sang er den Schlusschor „Die Himmel erzählen“ aus dem ersten Teil von Joseph Haydns „Die Schöpfung“. Bernhard, ehemaliger Solist des Tölzer Knabenchors blieb der Kirchenmusik bis heute verbunden.

Nachdem das begeisterte Publikum die Pause genutzt hatte, um handsignierte Klaviertasten aus einer original Steinway-Klaviatur zur erwerben, die vom Künstlerpaar Banse und Poppen gerne signiert wurden, oder um Spendenformulare auszufüllen, wurden die Zuhörer im zweiten Teil mit dem „Karneval der Tiere“ auf die Faschingszeit eingestimmt.

Im Dialog mit der Musik von Camille Saint-Saens trug David Boos, der vor wenigen Jahren sein Abitur am Ammersee Gymnasium gemacht hatte und mittlerweile frischgebackener Rundfunksprecher ist, die wohl lustigste Textvariante – jene aus der Feder von Loriot – vor. Und der perfekte Klang des Flügels, das ambitionierte junge Orchester, das aufmerksam, vertrauensvoll und exakt jedem Zeichen des erfahrenen Dirigenten folgte, sowie die hervorragenden jungen Solisten am Cello, an der Geige, am Kontrabass oder an der Klarinette hauchten den Tieren Leben ein und ließen die wunderbar imaginären Bilder entstehen, die den „Karneval der Tiere“ so unwiderstehlich machen.

Die Aktion „Das ASG bekommt (einen) Flügel“ kann weiterhin durch Spenden unterstützt werden: Förderverein des Ammersee Gymnasiums e.V., IBAN: DE98 7005 2060 0008 0258 19 Stichwort: Flügel.

Ursula Nagl

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