Ein besonderer „Friday for future“

Ammersee-Gymnasium entlässt feierlich 59 Abiturienten

+
Ein stolzer Schuldirektor mit den besten Einser-Abiturientinnen des Ammersee-Gymnasiums in Dießen: Alfred Lippl mit Lily Baumeister (links) und Flora Dirr (rechts).

Dießen – Zweimal Gesamtnote 1,0 und ein 15-jähriger, der das Abitur problemlos bestanden hat. Das sind nur zwei Highlights aus der Abiturfeier des Ammersee-Gymnasiums. Von den 59 Abiturientinnen und Abiturienten haben 25 Prozent eine 1 vor dem Komma, wie Schulleiter Alfred Lippl stolz verkünden konnte. Er freute sich besonders, dass das umstrittene und „textlastige“ Mathe-Abitur für die ASG‘ler kein Problem dargestellt hat. Die Ergebnisse waren „bis auf einen Wimpernschlag“ fast gleich gut wie im Vorjahr.

Für die Entlassungsfeier in der Aula hatten sich die Abiturienten festlich herausgeputzt. Abendkleid und Anzug dominierten, wobei Lorenz Keppler, der die launige Abiturienten-Rede hielt, mit Sakko und Krawatte, aber kurzer Hose und weißen Socken besonders auffiel. Er war nicht auf den Mund gefallen und diktierte der Presse, dass es sich heuer um einen „unfassbar coolen Abitur-Jahrgang mit einem unglaublichen Durchhaltevermögen“ handelt. Auf dem „Wisch“, wie er das Abiturzeugnis nannte, stünden nur Zahlen. Aber durch sie würde ein Mensch nicht definiert, sondern durch seine außergewöhnlichen Fähigkeiten. Und davon habe er bei seinen Mitschülerinnen und Mitschülern viele kennenlernen dürfen. Was beim Publikum gut ankam, war sein Dank nicht nur wie üblich an den Lehrkörper, sondern auch an das Sekretariat, das Mensa- und Kiosk-Team und sogar an die Reinigungskolonne.

Oberstufenkoordinator Stefan Kulla stellte in seiner Begrüßung humorvoll fest, dass der diesjährige Abiturjahrgang mit nur drei Klassen „überdurchschnittlich leistungsfähig war, dies aber nicht immer gezeigt hat.“ Am heutigen Ehrentag seien alle Ausreden und Entschuldigungen vergessen und verziehen. Er lobte die Disziplin bei der Abiturfahrt nach Berlin, was Keppler später aber relativierte. Kulla wünschte viel Spaß bei der von den Schülern organisierten privaten Abifahrt mit dem Motto „Kroatien all you can drink“.

Schulleiter Alfred Lippl nahm in seiner Rede Bezug auf den Klimaschutz, in dessen Folge man von manch liebgewonnenen Gewohnheiten lassen müsse. Er sei sich aber sicher, dass die Abiturienten hier verantwortungsvoll handeln und im Einklang mit der Natur Lösungen finden werden. Den Ball nahm die Elternbeiratsvorsitzende Valerie Scheffel-Jurisch auf und betonte, dass heute ein ganz besonderer „Friday for future“ für die Abiturienten sei. Ab jetzt könnten sie persönlich an der Gestaltung der Zukunft mitwirken, anstatt nur zu protestieren. Bislang hätten sie ihr Wissen „fremdbestimmt erlangt“, nun seien sie frei bei der Auswahl.

Ulla Kurz, stellvertretende Landrätin, zitierte in ihren Grußwort Goethe: „Was man schwarz auf weiß besitzt, kann man getrost nach Hause tragen“. Sie meinte damit das Abiturzeugnis, auf das alle mit Recht stolz sein könnten. Es sei der Schlüssel für unzählige Chancen auch in der Region Landsberg, wo viele Firmen qualifizierten Nachwuchs mit Mut und unverbrauchten Ideen suchten. Von Seiten des Landratsamtes erinnerte sie an den Bau des ASG-Bootshauses sowie an die bald abgeschlossene Fassadenrenovierung des Gymnasiums. Für die besten Abiturieren hatte Kurz einen Büchergutschein als Anerkennung des Landkreises dabei.

Darüber freute sich auch Louis Frey, der mit erst 15 Jahren bravourös sein Abitur geschafft hat. Das beste Ergebnis in diesem Jahr erzielten mit einem Notendurchschnitt von 1,0 Lily Baumeister und Flora Dirr. Während Lily ein Medizinstudium anstrebt, will Flora Kognitionswissenschaften studieren. Das ist die Erforschung bewusster und potentiell bewusster Denk- und Verständnisprozesse.

Musikalisch umrahmt wurde die Abiturfeier von den Schülern Maxi Aldinger, Jakob Muehleisen, Amelie Römer und Luca Berning. Sie bekamen viel Beifall und beim anschließenden Umtrunk erhielten sie auch Lob von den stolzen Eltern der Abiturienten. 

Dieter Roettig

Auch interessant

Meistgelesen

Die Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Die Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Lechmauer-Sanierung versperrt Lechpark-Zugang übers Klösterl
Lechmauer-Sanierung versperrt Lechpark-Zugang übers Klösterl
Neues Zuhause gesucht: Helfen Sie diesen liebenswerten Vierbeinern!
Neues Zuhause gesucht: Helfen Sie diesen liebenswerten Vierbeinern!
Reichlinger Dirigent Lars Scharding und die 25-Kilo-Wette
Reichlinger Dirigent Lars Scharding und die 25-Kilo-Wette

Kommentare