Stabwechsel am ASG

Abschied vom "Kerngeschäft"

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Reich bedacht mit Geschenken, anerkennenden Worten und schöner Musik wurde Schulleiter Klaus Rechenberger (Mitte) am Donnerstag verabschiedet. An seiner Seite Nachfolger Alfred Lippl (links) aus Germering und Landrat Thomas Eichinger.

Dießen – Hunderte von Schülern, kunstvoll gestaltete Papierblumen und ebenso viele Blumenbilder mit Gedichten und guten Wünschen hatten das Ammersee Gymnasium (ASG) anlässlich der Verabschiedung von Schulleiter Klaus Rechenberger am Donnerstag in ein Blumenmeer verwandelt. „Ihr habt mir eine große Freude bereitet und alles getan, um mir den Abschied möglichst schwer zu machen“, betonte Rechenberger. An seinen Nachfolger Alfred Lippl gewandt fügte er hinzu: „Passen Sie mir gut auf das Ammersee Gymnasium auf.“

In Wort und Bild und mit wundervollen Musikbeiträgen ließen das Lehrerkollegium, der Ministerialbeauftragte für die Gymnasien in Oberbayern-West, Oberstudiendirektor Stephan Zahlhaas, Landrat Thomas Eichinger, Schulreferentin Bea von Liel als Vertreterin der Gemeinde Dießen, Vertreter des Elternbeirats und des Fördervereins, die Big Band der Schule und der Lehrerchor die Jahre seit der Schulgründung nochmals Revue passieren: Im September 2006 sei „der Dampfer ASG“ mit 34 Leichtmatrosen und 420 Passagieren vom Stapel gelaufen – eine junge Mannschaft unter Leitung des erfahrenen Kapitäns Klaus Rechenberger, die in schulischen Dingen noch weitgehend unbeleckt, aber hochmotiviert gewesen sei.

Mittlerweile haben gut 90 Referendare im ASG unterrichtet, elf Hochzeiten wurden gefeiert und 45 Babys geboren. Lange Zeit, so Georg Büttner und Anita Groß, sei das Kollegium das jüngste Kollegium Bayerns gewesen. Stephan Zahlhaas würdigte Rechenberger als einen Schulleiter mit einem „trefflichen Gespür für wichtige Themen“, der es stets gut verstanden habe seine Mitarbeiter gemäß ihren Fähigkeiten und Interessen in dieser „exponierten Schule“ zu fördern. Es sei mutig gewesen, sich vor zehn Jahren für die Neugründung des ersten reinen G8-Gymnasiums in Bayern zu bewerben, mit dem sich der Schulleiter auf Neuland begeben habe und sich nicht auf Routine verlassen konnte.

„Sie haben das Klassenziel erreicht“, attestierte auch Landrat Thomas Eichinger. Mit heute 70 Lehrkräften und 26 Klassen habe Rechenberger in den letzten Jahren eine „echte Managementleistung“ vollbracht. Aber auch von „stürmischem Gewässer“, „Stolpersteinen“ und „einem schwierigen Klima am Ammersee“ war die Rede. Anmerkungen, die wohl nicht zuletzt an wiederholte Klagen von Schülern und Eltern in der Rechenberger-Ära erinnerten, wonach am ASG in autoritärer Atmosphäre zu stark gesiebt wurde. Der Schulleiter selbst erinnerte sich in diesem Zusammenhang lediglich an den „Typus Helikoptereltern mit Kampfhubschrauberausstattung“. „Unser Kerngeschäft ist der Unterricht“, das sei eine Formel, die Schulleiter Klaus Rechenberger häufig benutzt habe, erinnerte Personalratsvorsitzender Dr. Johannes Hauck.

Heute hinterlasse Rechenberger eine Schule, die viel mehr sei als eine „gigantische Notenmelkmaschine“. Mit einer originellen Interpretation des Musical-Songs „Hakuna Matata“ („Alles in bester Ordnung“) und einem großen Plüschlöwen für den Chef verabschiedete sich der Lehrerchor in Anspielung auf Rechenbergers Reiseleidenschaft, die ihn bevorzugt nach Afrika führt. Das letzte Wort hatte wie immer der Schulleiter, der es sich nicht nehmen ließ, nochmals allen Mitgliedern der Schulgemeinschaft – vom Kollegium bis zur SMV – für deren konstruktive Mitarbeit in den letzten Jahren zu danken.

Als die schönste Zeit seiner langjährigen Schullaufbahn, so der 64-Jährige, werde ihm der Unterricht in Erinnerung bleiben: Man werde 45 Minuten nicht gestört und könne sich auf das konzentrieren was man am liebsten tue – junge Menschen in Fächern zu unterrichten, die man selbst liebe.

Ursula Nagl

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