Planung für das Bootshaus steht

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So soll nach den Planungen des Architekturbüros Lüps das Polizeibootshaus am Holzhauser Dampfersteg aussehen.

Holzhausen-Utting – Weiterhin Verwirrspiel um das geplante Polizeibootshaus am historischen Dampfersteg in Holzhausen: Das Bayerische Innenministerium ließ mehrmals verlauten, es wird hier und nirgendwo anders gebaut. Und bei der öffentlichen Gemeinderatssitzung im BVS-Bildungszentrum hieß es vom zuständigen Staatlichen Bauamt Weilheim, der vorgestellte Planungsentwurf sei lediglich die Voraussetzung für die endgültige Entscheidung. Und die liege jetzt beim Landratsamt Landsberg, für das noch ein letzter Fragenkatalog abgearbeitet werden müsse. Die Schlösser- und Seenverwaltung habe ihren Segen bereits erteilt.

Knapp 300 Bürger aus Holzhausen, Utting und den angrenzenden Ammersee-Gemeinden waren gekommen, um endlich Informationen aus erster Hand zu hören. Aber die Entscheidungsträger von Ministerium und Polizei glänzten durch Abwesenheit, was Daniel Fusban von der Initiative „Dampfersteg Holzhausen“ als beschämend bezeichnete. So war allein Peter Aumann vom Staatlichen Bauamt Weilheim für den „Schwarzen Peter“ zuständig. Er stellte sich der lebhaften Diskussion mit den Gemeinderäten und den zum Teil sehr aufgebrachten Bürgern. Er betonte, dass der Standort am Holzhauser Dampfersteg problematisch sei und man deshalb ein Architekturbüro aus der Region beauftragt habe, eine für die Landschaft behutsame Planung zu erarbeiten. Und die wolle man heute wie versprochen der Öffentlichkeit vorstellen.

Architekt Mauritz Lüps sah das auch so, da er mit seinem Entwurf den Bau positiv beeinflussen könne. Er präsentierte ein Polizeibootshaus, das nicht direkt am Steg klebt, sondern über einen ein Meter breiten Steg betreten wird. Es sei 21 Meter von der weiterhin für die Öffentlichkeit zugänglichen Stegspitze entfernt, die nach wie vor einen Rundumblick von der Nord- zur Südspitze über den See erlaube.

Das Polizeibootshaus wird nach der jetzigen Planung 17,20 Meter lang werden und an höchster Stelle 2,90 Meter über das Geländer des Stegs ragen. Zum See hin wird es drei Meter breit sein und zur Uferseite hin schmäler abgeschlankt. Eine Gitterrostoptik soll Transparenz bringen. Holzverschalung und Holzdach sorgen für Anpassung an die am Ammerseeufer befindlichen Boots- und Badehäuser sowie Fischerhütten. Im Polizeibootshaus wird es eine Werkbank und Schränke für Gerätschaften geben. Im Winter werde das Bootshaus durch eine Druckluftanlage eisfrei gehalten. Aumann betonte, dass entgegen früherer Überlegungen nur das große Polizeiboot WSP 7 hier untergebracht werden soll, nicht aber das kleinere Ammersee-Polizeiboot. Um den sensiblen Uferbereich nicht zu belasten, werde das Boothaus vom See her errichtet, was einen größeren Kostenaufwand bedeute, aber den Naturschutz freue.

Ein besorgter Bürger wollte Einsicht in das 50-seitige naturschutzrechtliche Gutachten bekommen, dessen Vollständigkeit er bezweifelte. Andere Besucher regten an, das Bootshaus näher an den Uferbereich zu bauen und dazu den Seeboden auszubaggern. Auf den Vorschlag, das betagte Polizeiboot zu verkaufen und dafür ein wetterfestes flacheres Boot einzusetzen, zitierte Peter Aumann die Wasserschutzpolizei: „Das Boot WSP 7 wurde speziell für die Bedingungen des Ammersees angeschafft.“ Ein Diskussionsteilnehmer meinte, hier werde ein Bootshaus um einen Oldtimer gebaut. Wenn es in baldiger Zukunft durch ein umweltfreundliches Elektroboot ausgetauscht werden sollte, dann würden weder das Bootshaus noch der Standort passen.

Zu den Gesamtkosten befragt wand sich Peter Aumann („Der Fluch der ersten Zahl“). Er zog aber einen Vergleich zu einem Bootshaus am Starnberger See heran, das knapp 500.000 Euro gekostet hat. Für Holzhausen könne man erst exakt kalkulieren, wenn das Landratsamt die Planung abgesegnet habe. Wenn das Okay zeitnah komme, würde vielleicht schon im Juni mit den Bau begonnen.

In der Sitzung am 14. Januar 2016 hat sich der Uttinger Gemeinderat einstimmig gegen den Bau des Polizeibootshauses am Holzhauser Dampfersteg ausgesprochen, obwohl er hier keine Planungshoheit hat. Dieses politische Votum wurde jetzt auf Antrag des Vereins „Unser Dorf e. V.“ wiederholt, allerdings nur mit 14 zu 3 Stimmen. Obwohl Innenminister Joachim Herrmann in seinem Schreiben vom 13. Januar 2017 an Bürgermeister Josef Lutzenberger die Hoffnung äußerte, die Gemeinde Utting solle ihren ablehnenden Ratsbeschluss nicht aufrecht erhalten und die polizeiliche Arbeit auf dem Ammersee unterstützen. Durch das neuerliche Votum hofft der Gemeinderat, dass die politischen Entscheidungsträger sowie die regionalen Mandatsträger im Landtag dies zur Kenntnis nehmen und die Sache nochmals überdenken.

Daniel Fusban von der Initiative „Dampfersteg Holzhausen“ und Wolf Dietrich Lüps vom Verein „Unser Dorf“ werden mit ihren spektakulären Protestaktionen auf jeden Fall weiter an die Öffentlichkeit gehen. „Solange nicht der erste Pfahl in den See gerammt ist, kämpfen wir weiter“, so Fusban. 

Dieter Roettig

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