Corona dämpft Umsatz der Seenschifffahrt

Ammersee-Schifffahrt: Nur halb so viel Gäste wie im letzten Jahr

Dampfer Dießen mit Fahrgästen 2020
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Schiffsausflüge mit Maske machen nur halb so viel Spaß. Die Ammersee-Flotte – hier der Raddampfer „Dießen“ – verzeichnete in der abgelaufenen Saison coronabedingt nur 140.000 Passagiere.

Ammersee – „Eine Seefahrt die ist lustig“ – allerdings so wie im Kinderlied nur in normalen Zeiten. Die wegen der Corona-Pandemie eingeschränkte und abgespeckte Saison auf dem Ammersee findet Michael Grießer alles andere als lustig. Der Geschäftsführer der Bayerischen Seenschifffahrt GmbH musste im Gespräch mit dem KREISBOTEN einräumen, dass heuer mit knapp 140.000 Fahrgästen auf dem Ammersee gerade mal die Hälfte der Vorjahreszahlen erreicht wurde. Und das bei einem schönen Sommer mit laut offizieller Statistik 685 Sonnenstunden in Bayern.

Gleich mehrere Gründe für das Minus führt Michael Grießer an. Der Fahrbetrieb konnte statt an Ostern coronabedingt erst mit eineinhalb Monaten Verspätung beginnen. Zunächst mit eingeschränktem Fahrbetrieb ohne die Anlegestellen am Westufer, was für viel Ärger bei den Gastronomen in Dießen, Utting und Schondorf sorgte. Ab der 26. Kalenderwoche konnte der normale Linienverkehr aufgenommen werden. Aufgrund der Maskenpflicht an Bord und der wegen Abstandsvorschriften gesperrten Teilbereiche auf den Motorschiffen „Utting“ und „Augsburg“ sowie der Raddampfer „Dießen“ und „Herrsching“ durften auch nur wesentlich weniger Passagiere wie sonst einchecken. Michael Grießer: „Insgesamt waren die Gäste wegen der Registrierung und Maskenpflicht auch auf den Sonnendecks bis auf ein paar Uneinsichtige sehr verständnisvoll.“

Ein weiterer Minuspunkt war das Fehlen des gastronomischen Angebots auf den Schiffen. Es gab für die Kids weder Eis noch für die Eltern Bier oder Schorle und natürlich auch keine Brotzeiten. So mussten notgedrungen selbst die beliebten Erlebnis- und Charterfahrten komplett ausfallen.

Das höchste Passagieraufkommen der Ammersee-Schifffahrt lag 2018 übrigens bei 340.000 Gästen. Das Jahr darauf verzeichnete wegen Hochwasser und Hagel nur 280.000 Ticketkäufer. Diese Zahl wurde heuer coronabedingt halbiert.

Jetzt überwintert die Ammersee-Dampferflotte in der Stegener Werft und wird ausgiebig gewartet, bevor die neue Saison hoffentlich Anfang April 2021 beginnt. Unter anderem steht beim Raddampfer „Herrsching“ die alle fünf Jahre erforderliche Landuntersuchung im Trockendock an.
Dieter Roettig

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