Drei neue Kapitäne für die Weiße Flotte

Ammersee-Schifffahrt startet am Karfreitag

Ammersee-Raddampfer
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Im Trockendock der Stegener Werft wird der Ammersee-Raddampfer „Herrsching“ für die am 2. April beginnende Saison 2021 aufgehübscht.
  • Dieter Roettig
    vonDieter Roettig
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Inning/Stegen – Wenn das Wörtchen „Wenn“ nicht dazwischen funkt, startet die diesjährige Schifffahrtssaison auf dem Ammersee am Karfreitag. Punkt 10.25 Uhr legt am 2. April als erster Dampfer die „Utting“ von Inning zu einer großen Rundfahrt ab. Dreieinhalb Stunden dauert sie mit Stationen und Zusteigmöglichkeiten in Schondorf, Utting, Holzhausen, Riederau, Dießen, Herrsching, Breitbrunn, Buch und zurück zum Heimathafen Inning.

Die weiße Ammersee-Flotte fährt wie im vergangenen Pandemie-Jahr nach ÖPNV-Regeln mit eingeschränkter Passa­gierzahl, Maskenpflicht und Abstandsregeln. So die Planung Stand heute. Wenn coronabedingt allerdings kurzfristig Änderungen eintreten, muss umdisponiert werden. Ammersee-­Fans sollten sich deshalb vor der Anreise über die Webseite www.seenschifffahrt.de schlau machen, ob es beim aktuellen Fahrplan bleibt.

„Von unserer Seite wird alles regelkonform vorbereitet“, betont Florian Schmid, Betriebsleiter der Ammersee-Schifffahrt in Stegen. Er hofft, dass die Infektionszahlen nicht weiter steigen und damit der Start wie im Jahr 2020 verschoben werden muss. Damals konnte der eingeschränkte Fahrbetrieb erst mit eineinhalb Monaten Verspätung aufgenommen werden. Ohne Bordgastronomie, die auch heuer vorerst noch pausieren muss. Damit niemand verdursten muss, stehen Getränkeauto­maten bereit.

Bis zum Start haben die 21 Mitarbeiter der Stegener Werft noch alle Hände voll zu tun. Wie jeden Herbst-Winter werden die Motorschiffe MS Utting und MS Augsburg sowie die Raddampfer Dießen und Herrsching gründlich aufpoliert. Das betrifft vor allem die edle Holzausstattung, das Mobiliar und die Böden, wo Kratzer und Beschädigungen ausgebessert werden.

Der Raddampfer Herrsching steht noch im Trockendock, weil die alle fünf Jahre fällige TÜV-Prüfung anstand, die keinerlei Mängel zu Tage brachte. Die diffizile Wartung der riesigen roten Schaufelräder ist abge­schlossen. Jetzt steht noch ein frischer Anstrich auf der To-Do-Liste und die Montage eines neuen Sonnendaches, nachdem das alte massive Hagelschäden aufwies.

Wie Betriebsleiter Florian Schmid aufklärte, ist der eingebürgerte Begriff „Raddampfer“ eigentlich nicht korrekt. Denn die seitlich montierten Räder an der Herrsching und Dießen werden nicht mit Dampf angetrieben, sondern mit modernen und emissionsarmen Dieselmotoren. Die offizielle Bezeichnung lautet „Radmotorschiff“, kurz RMS.

Zu den Aufgaben des Stegener Teams gehören auch Überprüfung, Reinigung und eventuelle Reparaturen der acht Anlegestellen rund um den Ammersee. In Rieden musste aktuell ein Drittel des Dampferstegs erneuert werden. Fast alle Mitarbeiter in Stegen sind handwerklich begabte Allrounder, die überall anpacken können. Auch während der Saison auf den Schiffen, wo man sich bis zum Kapitän hochdienen kann.

Apropos: Im Herbst haben gleich drei Mitarbeiter ihre Schiffsführerprüfung mit Erfolg bestanden und dürfen sich jetzt Ammersee-Kapitän nennen.

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