Kein privates Feuerwerk

Schondorf böllert selbst ins Neue Jahr

Raketen Feuerwerk
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Schondorf will mit einem gemeindlichen Feuerwerk die Bürger davon abhalten, privat ins Neue Jahr zu böllern.
  • Susanne Greiner
    vonSusanne Greiner
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Schondorf – Ausgerechnet der grüne Bürgermeister Alexander Herrmann machte sich stark für ein gemeindliches Silvesterfeuerwerk zum kommenden Jahreswechsel. Obwohl Umweltverbände kaum widerlegbare Argumente gegen die Böllerei vorbringen und immer mehr Geschäfte sogar auf den Verkauf von Raketen und Krachern verzichten, soll es in der Silvesternacht in Schondorf richtig und ganz offiziell zur Sache gehen. 

Mit knapper Mehrheit stimmte der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung dem Vorschlag Herrmanns zu, eine professionelle Firma für ein repräsentatives Feuerwerk zu beauftragen. Für rund 7.000 Euro dürfen die Pyrotechniker Raketen und Kugelbomben mit vielerlei bunten Effekten in den Nachthimmel „An der Leiten“ schießen. Diese Örtlichkeit sei laut Herrmann optimal geeignet, weil von vielen Standorten aus gut sichtbar und groß genug, den Corona-geschuldeten Abstand zu wahren.

Hintergrund des Herrmann-Vorschlags für ein gemeindliches Feuerwerk war, die Schondorfer Bürger davon abzuhalten, vor ihrer Haustüre selbst zuviel zu ballern. Ein diesbezügliches Verbot wolle er aber nicht aussprechen. Das war auch die Meinung von Bettina Hölzle und Andreas Valentin Ernst (beide CSU). Ihr Parteikollege Rainer Jünger bezweifelte allerdings, dass trotz des gemeindlichen Feuerwerks weniger privat geschossen werde. Rudi Hoffmann (Grüne) hinterfragte deshalb überhaupt den Sinn eines zusätzlichen Feuerwerks.

Bürgermeister Alexander Herrmann versprach, bei den Schondorfern viel Werbung für das offizielle Feuerwerk zu machen. Er werde empfehlen, auf die eigene Böllerei zu verzichten oder sie zumindest zu minimieren und das so eingesparte Geld für eine gute Sache zu spenden.

Laut dem Verband der pyrotechnischen Industrie haben die Deutschen zu Silvester 2019/2020 Feuerwerksartikel für 133 Millionen Euro gekauft. Nach Berechnungen des Umweltbundesamtes wurden durch die Böllerei 5000 Tonnen Feinstaub freigesetzt.

Dieter Roettig

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