Insolvenzverfahren eröffnet:

Lichtblick für Eisele Tours

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Ein gutes Team: Die beiden Eisele-Geschäftsführer Thomas (links) und Christoph Eisele mit Sanierungsexperte Thomas Planer (rechts).

Landsberg – Gute Nachrichten für das insolvente Busunternehmen Eisele: Das Amtsgericht Augsburg hat das im Dezember beantragte Eigenverwaltungsverfahren nun offiziell eröffnet. Geschäftsführer Thomas Eisele zeigt sich erfreut: „Nicht zuletzt dank dieser Entscheidung schauen wir sehr optimis­tisch in die Zukunft.“ Unterstützung erfährt das Traditionsunternehmen vom Landsberger Sanierungsexperten Thomas Planer.

Die Verfahrenseröffnung des Amtsgerichts zeige, dass die Firma Eduard Eisele GmbH & Co. KG nicht nur als sanierungswürdig, sondern auch als sanierungsfähig eingeschätzt werde, so Planer. Gemeinsam wolle man nun „den gesamten Betrieb weiter auf den Kopf stellen, Prozesse durchleuchten und neu definieren – und Eisele wieder fit machen für eine sichere Zukunft.“ Der Fokus des Verfahrens wird auf der Sanierung und dem Fortbestand des Unternehmens liegen. Durch die modernisierte Insol­venzordnung und die damit verbundene Eigenverwaltung bleibe die Geschäfts­leitung, die Familie Eisele, in vollem Umfang handlungsfähig, was bei einer Regelinsolvenz nicht der Fall wäre.

Äußerst optimistisch stimmt Thomas Planer die Tatsache, dass erste Maßnahmen, die das Traditionsunter­nehmen beschlossen hat, schon jetzt greifen – „eindeutig“ abzulesen an den „Zahlen der letzten drei Monate“. So hat sich das Lands­berger Busunternehmen bereits im Dezember komplett aus dem Linien- und Schulbusverkehr zurückgezogen (der KREISBOTE berichtet), um seine ganze Kompetenz fortan dem Bereich Reise- und Touristik­verkehr zu widmen.

Im Zuge dieser Sanierungsmaßnahmen hat Eisele etwa das Reiseprogramm aufgestockt und zwei Neuheiten mit ins Angebot aufgenommen: Halb-und Tagesfahrten sowie geführte Radtouren mit Verleih-E-Bikes. Das stoße beim Kunden auf „positive Resonanz“ und werde sehr gut angenommen, sagt Thomas Eisele. Generell sei für den gesamten Kundenstamm festzustellen, dass der Großteil dem Landsberger Busunternehmen trotz der Insolvenz die Treue gehalten habe. So seien schon jetzt mehr Buchungen eingegangen als zum gleichen Zeitpunkt im vergangenen Jahr: „Unsere Kunden halten uns die Stange. Dafür und für die überwiegend positiven Reaktionen, die wir seit der Insolvenz-Ankündigung erfahren haben, sind wir unendlich dankbar.“

Für Sanierungsberater Thomas Planer, der im Landkreis unter anderem der Pürgener Kunststoffverarbeitung Reich GmbH aus dem wirtschaftlichen Tief geholfen hat, sind dies alles Anzeichen für eine erfolg­reiche Zukunft: „Die Entwicklung in den vergangenen Monaten zeigt, dass der Prozess zu keinem Zeitpunkt als das Ende der Eduard Eisele GmbH & Co. KG zu sehen ist, sondern vielmehr als Standortbestimmung und wichtiger Schritt hin zu einer Neuausrichtung.“ Er sei sich sicher, dass Eisele schon bald wieder auf sicheren und vor allem eigenen Beinen stehen könne.

Ein Bild vom neuen Gesicht des Landsberger Familienunter­nehmens Eisele kann man sich am 6. April beim „Tag der Reise“ machen.

Über Eisele Tours

Eisele Tours wurde 1920 in Pürgen von Eduard Eisele als Milchtransport-Unternehmen gegründet, verstand sich aber schon seit 1923 als Beförderungsunternehmen. Im selben Jahr erwarb der Firmen­gründer seinen ersten Omnibus – ein großer Schritt, nach dem es anschließend ständig bergauf ging und dem sich der Umzug von Pürgen nach Landsberg anschloss. Seit Februar 1994 betrieb das Busunter­nehmen den Landsberger Linienverkehr und sorgte mit anfangs fünf Stadtbussen dafür, dass die Fahrgäste innerhalb der Stadt bequem von „A“ nach „B“ kommen. Bis zur verlorenen EU-Ausschreibung Anfang vergangenen Jahres präsen­tierte sich das Unternehmen mit 22 Bussen – allein 17 davon waren im täglichen Linien- und Schulbusverkehr unterwegs.

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