Von der Party in die Zelle

Sauftour am Lumpigen Donnerstag hat Nachspiel vor dem Richter

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Ein 19-Jähriger ist vor Gericht verurteilt worden, weil er im Vollrausch Polizisten anpöbelte und handgreiflich wurde-

Landsberg/Lechrain – Hackedicht lag ein 19-Jähriger aus dem Lechrain am Lumpigen Donnerstag dieses Jahres auf dem Hauptplatz. Als sich ein paar Bereitschaftspolizisten um ihn kümmern wollten, rastete der junge Mann aus. Er pöbelte herum und bedachte die Beamten mit wüsten Beleidigungen. Der Vorfall hatte nun ein Nachspiel vor dem Strafrichter.

Er war an jenem 28. Februar um 9 Uhr mit drei Freunden nach Landsberg gekommen, gab der Angeklagte vor dem Amtsgericht Landsberg zerknirscht zu Protokoll. Einer der Kumpels hatte Geburtstag. Der erste Weg führte die Gruppe in einen Supermarkt an der Augsburger Straße, wo man sich erstmal mit Bier, Wein und Whisky eindeckte. „Dann haben wir getrunken und sind weiter in die Stadt“, so der 19-Jährige.

Gegen 11 Uhr – die Vorräte aus dem Supermarkt waren inzwischen leer – wurde in einem Lokal in der Altstadt weiter gezecht. „Danach weiß ich nichts mehr“, so der Angeklagte. Vom Faschingsumzug „Gaudiwurm“ bekam der Auszu­bildende aus dem südlichen Landkreis nichts mehr mit. Seine Erinnerung setzt erst in der Ausnüchterungszelle wieder ein. Dort landete er mit einem Alkoholpegel von über 2,5 Promille.

Bis dahin war jedoch einiges passiert. Passanten machten die Bereitschaftspolizei gegen 13.20 Uhr auf den volltrunkenen jungen Mann aufmerksam, der auf dem Hauptplatz am Boden lag. Als die Beamten ihn ansprachen, warf er ihnen üble Beschimpfungen an den Kopf. Daraufhin wurde er in Gewahrsam genommen und ins Klinikum Landsberg gebracht, um seine Haftfähigkeit zu überprüfen. Gegen die Blutentnahme wehrte sich der 19-Jährige und trat mit den Füßen nach einer Polizeibeamtin, die ihn festhalten wollte. Weitere Pöbeleien folgten, die Richter Alexander Kessler in der Verhandlung vor dem Amtsgericht nur in der „untersten Schublade“ verorten konnte.

„Erschrocken“ sei er gewesen, als er dies alles später in der Ermittlungsakte las, beteuerte

der Angeklagte. „Normalerweise ist das nicht meine Ausdrucksweise.“ Ein ganz unbeschriebenes Blatt ist der 19-Jährige allerdings nicht. Als Jugendlicher hatte er bereits wegen Drogenbesitz und Sachbeschädigung vor Gericht gestanden und einen zweiwöchigen Arrest abgesessen.

Den forderte Anklagevertreterin Stefanie Dylla auch dieses Mal – neben Sozialstunden und einem sozialen Kompetenztraining. „Was Sie gemacht haben, geht bei Erwachsenen nicht ohne Freiheitsstrafe ab“, so die Staatsanwältin an die Adresse des Angeklagten. Da dieser zum Tatzeitpunkt gerade erst 19 geworden war, noch zu Hause wohnt und in der Ausbildung ist, wurde er noch nach Jugendstrafrecht beurteilt.

Verteidiger Alexander Winkler bat darum, seinem Mandanten einen mehrwöchigen Dauerarrest zu ersparen, da der 19-Jährige sonst Probleme in seinem Betrieb und in der Berufsschule bekommen könne. Richter Kessler sah das ähnlich. Weil beim Jugendstrafrecht der Erziehungsgedanke im Vordergrund steht, verurteilte er den Angeklagten wegen Beleidigung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und versuchter Körperverletzung lediglich zu zwei Wochenend-Arresten. „Kein Mensch will, dass Sie Probleme in der Ausbildung bekommen“, beruhigte Kessler ihn. Außerdem muss der 19-Jährige 64 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten und ein soziales Kompetenztraining absolvieren. Das Urteil ist rechtskräftig.

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