In prächtiger Nachbarschaft

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Hut ab vor allen die am Neubau mitgewirkt haben. So endete der lustige Baustellen-Rap der Schülerinnen der Mädchenrealschule

Dießen – Container und Baufahrzeuge sind vom Schulgelände der Liebfrauenschule verschwunden. Nach eineinhalb Jahren Bauzeit wurde am Donnerstag die Einweihung des nordwestlichen Anbaus gebührend gefeiert. Damit wurde der dritte und letzte Bauabschnitt der Schulsanierung fertig gestellt. Nun dürfen sich die 400 Schülerinnen sowie das Kollegium der Mädchenrealschule über weitere sieben Klassenzimmer, zwei große Lernateliers im Dachgeschoss, über einen neugestalteten Verwaltungsbereich und über eine moderne, geräumige Mensa freuen.

Im Anschluss an den Festgottesdienst im Marienmünster segnete Pfarrer Josef Kirchensteiner die schlichten Holzkreuze, die gleich darauf in die neuen Räumlichkeiten der katholischen Mädchenschule ihren Platz fanden. Mit einem Festprogramm, das lange in Erinnerung bleiben wird, bedankten sich die Schülerinnen und das Kollegium bei Geldgebern, Planer und beteiligten Firmen.

Auch über Besuch aus Südafrika durfte man sich freuen: Die besten Wünsche aus Johannesburg überbrachte die Kongregationspriorin der Domini- kanerinnen, Schwester Paula-Mary van der Walt: Es sei von jeher der Auftrag der Dominikanerinnen gewesen, Bildung in die Welt zu tragen: „Ich beglückwünsche Sie zu dieser Schule. Möge Gott Sie Alle segnen auf ihrem Weg in die Zukunft.“

Ulrich Haaf, Direktor des Schulwerks der Diözese Augsburg, das vor einigen Jahren die Schulträgerschaft übernommen hatte, zeigte sich beeindruckt von der Schönheit des Neubaus, der auf dem Grundriss des Altbaus entstand. Sein Dank galt auch dem Landkreis Landsberg, der sich mit 2,6 Milionen Euro an den Gesamtkosten von 7 Millionen Euro beteiligt hatte. Dies sei eine Anerkennung der kirchlichen Schulidee, deren Wesen das christliche Menschenbild sei. Dabei gehe es nicht allein um die Vermittlung von Wissen, sondern auch um Charakter- und Herzensbildung und darum eine „Ahnung von der Geborgenheit in Gottes Hand zu vermitteln“.

„Diese Schule ist ein Angebot wie es nicht viele Landkreise haben“, freute sich Landrat Thomas Eichinger. „Wir wissen 400 Schülerinnen, hier in unmittelbarer Nachbarschaft des prächtigen Marienmünsters, in besten Händen.“

Architekt Bernhard Landbrecht erinnerte an die Baugeschichte, die für alle drei Bauabschnitte seit 1996 mit Unterbrechungen fast sieben Jahre gedauert hatte. Heute verfügt die Schule über eine Nutzfläche von 5240 Quadratmetern. Gerne, so Lamprecht, hätte er den gedanklichen Vater dieser Architektur, Professor Dr. Helmut Gebhard, durch den Neubau geführt, doch dieser sei vor einigen Wochen nach einem erfüllten Leben verstorben. In seinem Sinne seien architektonische Elemente des historischen Klosterhofs, wie steil geneigte Satteldächer oder typische Fensterfronten, zu einem Dreiklang von Aufgabe, Konstruktion und Gestalt weiterentwickelt worden, der unserer Zeit entspricht.

Schulleiterin Theresa Wilhelm zeigte sich überzeugt, dass die Geradlinigkeit, die Transparenz und der Weitblick den die Architektur ermögliche, die Lernatmosphäre beflügeln werde. Hier seien variable Lernformen und nicht zuletzt ein „schulisches Zuhause“ für die Ganztagsbetreuung möglich. Die Klasse 6c fasste die Bauphase zur Freude des Publikums in einem „Baustellenrap“ zusammen, in dem Handbohrer und Hammer als originelle Musikinstrumente dienten.

Ursula Nagl

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