Vereidigung am Platz

Andreas Braunegger ist jetzt offiziell Bürgermeister

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Geht er schon wieder? Bürgermeister Andreas Braunegger verlässt unmittelbar nach seiner Vereidigung den Ratstisch, weil er bei den Themen Aufwandsentschädigung und Reisekostenpauschale weder mitreden noch mitstimmen darf.

Denklingen – Eigentlich erfolgt so eine Zeremonie an der Stirnseite des Sitzungszimmers, doch am Mittwoch­abend, als Denklingens neuer Bürgermeister Andreas Braun­egger vereidigt wurde, war das anders: Gemeinderätin Anita Gropp, die den Eid abnahm, blieb an ihrem Platz am Ratstisch. So stand bei der Vereidigung der geschäftsleitende Beamte Johann Hartmann plötzlich mittendrin. A bisserl „unwohl“ habe er sich dabei schon gefühlt, bekannte er am Tag danach.

Der am Sonntag zuvor gewählte neue Bürgermeister war an diesem Abend, an dem er erstmals aktiv in einer Gemeinderatssitzung teilnahm, anfangs doch leicht nervös. Verständlich. Als Gropp den ersten Satz der Eidesformel verlas, kam er ins Stocken; Braunegger griff zum Manuskript, das auf dem Tisch lag, und hielt es dann in der Hand, um den Text nachzusprechen.

Zur Vereidigung erhoben sich – auf Bitte von Anita Gropp (54), die im Gremium noch knapp vor Anton Stahl das ältestes Mitglied ist – alle Mitglieder und Besucher auf. Unter denen waren auch Heidi Braunegger, die Gattin des Bürgermeisters, und die älteste Tochter Magdalena.

Doch kaum war der Rathaus­chef offiziell in Amt und Würden, da verließ er schon wieder seinen Platz auf der Stirnseite des langen Ratstisches. Der Grund war, dass im Gemeinderat über die Aufwandsentschädigung für den ersten Bürgermeister und über die Reisekostenpauschale zu befinden war. Braunegger nahm hinten auf einem der Besucherstühle Platz. Derweil leitete zweiter Bürgermeister Norbert Walter die Sitzung. Worin er ja Routine hat, denn in den vergangenen drei Monaten war er kommissarisch Rathauschef.

Braunegger erhält pro Monat eine „Dienstaufwandsentschädigung“, wie es im Beamtendeutsch heißt, von 750 Euro. Das ist der gleiche Betrag wie beim Amtsvorgänger Michael Kießling. Als Reisekostenpauschale werden 190 Euro pro Monat gewährt. Mit der Pauschale sind alle Dienstreisen innerhalb des Landkreises Landsberg sowie in Nachbarlandkreise wie Weilheim-Schongau oder Fürstenfeldbruck abgegolten. Auf ein Fahrtenbuch wird verzichtet. Amtsvorgänger Michael Kießling hatte eines geführt. Man geht davon aus, dass sich die Aufwendungen ähnlich wie beim Vorgänger gestalten werden.

Andreas Braunegger ist ebenso wie Kießling hauptamtlicher Bürgermeister in der 2.600 Einwohner zählenden Gemeinde. Er ist tariflich unter A14 eingestuft. In der nördlichen Nachbargemeinde Fuchstal mit 3.800 Einwohnern steht der Rathaus­chef mit A15 in der Gehaltsliste. Bei A14 in der Beamtenbesoldung kann man ein durchschnittliches Monatsgehalt von knapp 6.000 Euro ansetzen. Freilich wirken sich noch andere Faktoren, wie etwa die Zahl der Kinder, auf die tatsächliche Summe aus.

Bürgermeister gar festlich

Zur ersten Sitzung, in der er vereidigt wurde, kam Braunegger im dunklen Anzug, mit weißem Hemd und mit gemusterter Krawatte. Festlich und dunkel gekleidet zeigten sich auch die beiden Damen im Gremium, Anita Gropp und Regina Wölfl.

Unmittelbar vor der Vereidigung hielt Braunegger eine kurze Ansprache. Er sagte, dass er sich „in den nächsten Tagen“ mit dem zweiten Bürgermeister Norbert Walter in die Themen einarbeiten werde. Er sei sich der verantwortungsvollen Aufgabe bewusst und wolle mit den Räten eine gute Gemeindepolitik gestalten. Dann wünschte er dem Gemeinderat Max Ebner, der sich schwer an der Hand verletzt hat, gute Besserung. Und er verkündete nach dem Großbrand am Mittwoch vergangener Woche (siehe Seite 1) die (gute) Nachricht, dass für die Betroffenen schnell eine Übergangswohnung gefunden werden konnte. 

Johannes Jais

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