Schnelltests in den Behörden

Schnelltest vom Arbeitgeber: Wie funktioniert das im Landkreis Landsberg?

Hände halten einen Corona-Schnelltest mit Stäbchen
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Warten aufs Ergebnis, bevor man arbeiten kann: Seit gestern müssen Firmen ihren Mitarbeitenden mindestens einen Test pro Woche anbieten.
  • Susanne Greiner
    vonSusanne Greiner
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Landkreis – Schüler müssen sich testen lassen, wollen sie am Präsenzunterricht teilnehmen. Für Mitarbeiter in Unternehmen, die nicht ins Homeoffice können oder wollen, galt das bisher nicht. Auch die Arbeitgeber wurden nicht in die Pflicht genommen, ihren Mitarbeitern Testmöglichkeiten anzubieten. Inzwischen hat das Bundeskabinett aber beschlossen, dass seit Dienstag Arbeitgeber ihren in Präsenz Beschäftigten mindestens einmal pro Woche einen Test anbieten müssen – es besteht dabei allerdings keine Testpflicht für die Beschäftigten. Der KREISBOTE hat sich erkundigt, wie öffentliche Arbeitgeber im Landkreis das Testen handhaben. 

Was seit Dienstag genau gilt: „Für alle in Präsenz arbeitenden Beschäftigten muss mindestens einmal pro Woche ein Testangebot erfolgen, für besonders gefährdete Beschäftigte mindestens zweimal pro Woche“, sagt eine Sprecherin des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales auf Anfrage des KREISBOTEN. Wo und wann die Tests stattfinden, entscheide der Arbeitgeber. Er könne damit auch externe Dienstleister beauftragen. Allerdings reiche es nicht, sich für den einen geforderten Test auf den kostenlosen ‚Bürgertest‘ zu berufen, der jedem einmal pro Woche zusteht, betont die Sprecherin: „Die Unternehmen sind selbst in der Pflicht, für ihre Mitarbeitenden Tests zu orga­nisieren und anzubieten.“ Ein Verweis auf den ‚Bürgertest‘ genüge nicht.“

Die Antworten der Befragten kamen alle Ende der vergangenen Woche. Es ist also zu hoffen, dass die teilweise erst bestellten Tests inzwischen auch angekommen sind und alle ‚Tester‘ geschult wurden.

Die Verwaltungen

Die öffentlichen Arbeitgeber greifen teilweise auf externe Testmöglichkeiten zurück. So stützt sich die Verwaltung der Marktgemeinde Kaufering für ihre Mitarbeitenden auf das Test-Angebot des BRK Landsberg in der knapp ein Kilometer entfernten Turnhalle, teilt der Geschäftsleiter der Marktgemeinde Kaufering Dominic Jödicke mit. Dort könne sich jeder kostenlos testen lassen – während eines eigens für die Mitarbeitenden vereinbarten Zeitspanne. Homeoffice ermögliche man allen, bei denen „Präsenz nicht zwingend notwendig ist, die einer Risikogruppe angehören oder relevante Vorerkrankungen haben“, so Jödicke. Das werde aber nur „sehr gering“ in Anspruch genommen. Mitarbeitende, die zu mehreren in einem Raum arbeiteten, wechselten sich ab. Ist das nicht möglich, „sind anderweitige Vorkehrungen getroffen“, versichert Jödicke. Man setze auf Trennwände, CO2-Sensoren, mobile Luftreiniger und auf die Maskenpflicht.

Auch Dießen setzt auf den Bürgertest in der Mehrzweckhalle, informiert Bürgermeisterin Sandra Perzul. Zusätzlich spreche man aber bereits mit BRK, Apotheken und der Betriebsärztin wegen einer zusätzlichen Testung – auch für Gemeinderatsmitglieder. Selbsttests habe man bereits bestellt. Die Mitarbeitenden im Rathaus seien im Zwei-Schicht-Betrieb „und sehen sich somit nicht“. Es gebe aber auch die Möglichkeit zum Homeoffice. Momentan frage man zudem bei Kollegen nach, wer eine Schulung zur Durchführung von Schnelltests machen wolle.

Die Stadt Landsberg habe bereits in der ersten Welle Homeoffice-Arbeitsplätze eingerichtet, teilt Stadtpressesprecherin Susanne Flügel mit. Aktuell gebe es 335 PC-Arbeitsplätze, zudem 130 Homeoffice-Lizenzen, die je nach „individuellem Bedarf“ eingesetzt würden. Aber man könne die Lizenzen problemlos auf 250 aufstocken. Mitarbeitende in Abteilungen, die Anwesenheit erforderten – zum Beispiel im Bürgerbüro oder Bauhof –, seien abwechselnd im Büro. In Räumen, die gemäß den geltenden Abstandsregeln dennoch von zwei oder mehr Personen betreten werden dürften, schütze man die Angestellten mittels Plexiglas-Scheiben, beispielsweise im Sitzungssaal im Historischen Rathaus.

Um die Tests zu ermöglichen, habe man in der letzten Woche 13 Mitarbeitende „in Zusammenarbeit mit Dr. Weisensee intensiv geschult“, sodass ab dieser Woche jeder Mitarbeitende einen Test machen könne.

Im Landratsamt Landsberg wurden bereits Mitarbeitende für Schnelltestungen geschult, informiert Pressesprecher Wolfgang Müller. Vor allem die Personen in publikumsintensiven Bereichen wie der KfZ-Zulassung oder dem Contact Tracing Team habe man so bereits bisher regelmäßig getestet. Auch im Schulamt sei schon durchgehend getestet worden, bestätigt dessen stellvertretender Leiter Steffen Heußner.

Für die seit dieser Woche geforderten Testmöglichkeiten habe man bereits 2.000 Selbsttests beschafft, fährt Müller fort. „Weitere 2.000 folgen.“ Natürlich habe man sich hier nicht am Schulkontingent bedient.

Im Homeoffice seien rund ein Drittel der Mitarbeitenden, allerdings regele das jedes Sachgebiet eigenständig. In Büros, in denen der Mindestabstand nicht eingehalten werden könne, wechselten sich die Anwesenden in der Präsenz ab.

Im Schulamt sei Homeoffice nur eingeschränkt möglich, wegen der „verwaltungstechnischen Abläufe“, gibt Heußner zu bedenken. Deshalb seien die Arbeitszeiten der einzelnen Angestellten gestaffelt.

Amtsgericht Landsberg

Sabine Grub, Pressesprecherin des Amtsgerichts Landsberg, sagt, dass dessen Mitarbeitende neben dem Bürgertest die Möglichkeit zu einem weiteren Test haben. Dafür erhielten sie eine Bescheinigung, die ihnen, „zusätzlich zum kostenlosen Bürgertest“ pro Woche einen weiteren kostenlosen Test ermögliche. Vor Ort habe man bisher noch nicht getestet. Dafür erwarte man aber in dieser Woche vom Oberlandesgericht zentral beschaffte Testkits.

Im Homeoffice seien momentan nur zehn Prozent der Mitarbeitenden. Teilweise seien Mitarbeitende auch durchgehend zuhause, teilweise wechsele man sich ab, „sodass eine Mehrfachbelegung von Büroräumen weitgehend vermieden werden kann“.

Agentur für Arbeit

Auch die Arbeitsagentur lagert aus: Die Mitarbeitenden in Landsberg könnten für den betrieblichen Schnelltest direkt in die benachbarte Apotheke, die „ganz konkret“ für die Agentur-­Angestellten Schnelltests anbiete, informiert Pressesprecherin Elvira Thoma. Zudem habe die Agentur für Arbeit aber auch selbst Tests geordert, die nun „in ausreichender Menge für die nächsten Wochen“ vorhanden seien. Wobei die Mitarbeitenden dazu aufgerufen würden, den – freiwilligen – Selbsttest zuhause zu machen, bevor sie sich auf den Weg zur Arbeit begeben.

Mehrfachbelegungen in Büros habe man bereits letztes Jahr größtenteils aufgelöst. Momentan fahre man ein Wechselmodell, bei dem die Mitarbeitenden Homeoffice und Präsenztage haben. So arbeite immer nur eine Person pro Büro in Präsenz – und zwar immer am eigenen Arbeitsplatz. Besonders Schutzbedürftige oder solche, die auch Betreuungspflichten haben, könnten dabei dauerhaft im Homeoffice arbeiten. Und das seit März 2020. Diese Möglichkeit werde auch „in Anspruch genommen“, so Thoma.

Die Einhaltung der Testangebotspflicht sollen die Arbeitsschutzbehörden der Länder kontrollieren – zum Beispiel, wenn sich ein Arbeitnehmer beschweren sollte, informiert das Bundesarbeitsministerium. Bei Verstößen drohe ein Bußgeld von bis zu 30.000 Euro.

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