Engagiert fürs Filmfestival:

Die Landsberger und »ihr Snowdance«

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Auf die gelungene Vorbereitung für das Filmfestival stoßen in der Villa Rosa Valentina Hamberger (links) und Nastasia Joerges mit einem „Snowdancer“ an. Dazu gibt es Kekse vom Café Käthe.

Landsberg – Seit Tagen schon grassiert in der Lechstadt das Filmfieber. „Angesteckt“ haben sich die Fans des Snowdance Independent Filmfestivals unter anderem in den Geschäften und gastronomischen Betrieben im Vorderen und Hinteren Anger und in der Alten Bergstraße. In Schaufenstern, Läden und Gaststuben dominiert die Snowdance-Dekoration. Bereits im vergangenen Jahr sorgten die „Bergstraßler“ mit ihrem größten begehbaren Programmheft der Welt für Furore. Heuer haben sich die „Angerer“ angeschlossen und noch eins draufgesetzt.

Da die große Eröffnungsfeier im Stadttheater 2016 restlos ausverkauft und überlaufen war, kamen die findigen Geschäftsleute des Vorder- und Hinterangers auf die Idee, eine zusätzliche Veranstaltung auf die Beine zu stellen, damit wirklich jeder Interessent teilnehmen kann. So übernehmen die Angerer erstmals dieses Jahr nicht nur die Eröffnung im Stadttheater samt Vorverkauf, Programm und Welcome-Drinks. Nach den Eröffnungsfilmen bitten sie das Publikum auf den nahen Spitalplatz, wo drinnen im Wirtshaus und auch Open-Air originell und heftig gefeiert werden kann.

Ehrengäste und Sponsoren, die im Historischen Rathaus der Eröffnung beiwohnen, stoßen später dazu, so dass eine fröhliche Mixtur aus Filmleuten und Publikum entsteht. Wer lieber in Ruhe

Kunstmaler Roland Schamberger hat das Schaufenster seiner Malschule in der Alten Bergstraße mit einem eigenen Gemälde zum Chinesischen Festival-Beitrag „Mind Landscape“ dekoriert.

Fachgespräche führen will, kann natürlich im Foyer des Stadttheaters bleiben. Soweit so gut, jetzt die schlechte Nachricht: Die Angerer haben so heftig für ihre Eröffnungsfeier getrommelt, dass nahezu alle Karten für die Eröffnung verkauft sind. Für Nachzügler stehen nur noch ganz wenige Reservetickets zur Verfügung.

Angefangen hat das Engagement bei einem Brainstorming im Altstadtsaal der VR-Bank Landsberg-Ammersee, zu dem Tom Bohn und Jürgen Farenholtz, wie im KREISBOTEN berichtet, die City-Sponsoren und Landsberger Geschäftsleute eingeladen hatten. Hier konnte jeder seine Ideen vortragen, wie man sich in das Snowdance-Festival einbringen kann. Als treibende Kraft kristallisierten sich hier Valentina Hamberger vom Bistro-Café Villa Rosa sowie Cosima und Nastasia Joerges vom Café Käthe heraus. Sie nahmen die Sache in die Hand und begeisterten insgesamt 21 Betriebe im Vorderen und Hinteren Anger, sich aktiv für das Festival zu engagieren.

Zusätzlich kreierten die Käthe- Damen leckere Snowdance-Kekse nach einem Spezialrezept, die weggehen wie die warmen Semmeln. Und Valentina Hamberger bietet ihren Gästen den Cocktail „Snowdancer“ mit und ohne Alkohol an. Die rührige Gastronomin zeigt sich überglücklich, dass die Resonanz auf ihre Bemühungen so positiv ausgefallen ist. „Wir wollen die Landsberger Altstadt wieder mit mehr Leben füllen“, meint sie und brütet bereits über neue Ideen abseits des Filmfestivals.

Kreativ und individuell

„Es gibt wohl kein Filmfestival auf der Welt, das so ein kreatives und individuelles Programmheft hat wie wir“, lobt Jürgen Farenholtz seine Mitstreiter in der Alten Bergstraße. Er meint damit ihre liebevoll dekorierten Schaufenster und Läden. Jedes Geschäft präsentiert einen für die Filmpreise nominierten Film auf seine Weise. Da sitzt zum Beispiel ein Feuerwehrmann im Schaufenster für „Paulinchen‘s Jakobsweg“. Der rührende Film beschreibt den 880 Kilometer langen Fußmarsch eines Feuerwehrmannes in voller Montur mit Ausrüstung.

Ein paar Schritte weiter liegt eine Frauenplastik im Schaufenster für den Film „The Miracle of Tekir“, wo es um das Mysterium der Liebe und einen seltsam fruchtbaren Lehm geht. Die Figur ist keine Filmrequisite, sondern wurde von der Modedesignerin Ruth Hecking selbst modelliert. Roland Schamberger von der Mal- und Zeichenschule hat sich den chinesischen Dokumentarfilm „Mind Landscape“ verinnerlicht und ein dekoratives Gebirgsmotiv in Tibet mit einem in sich ruhenden Buddha gemalt. Ein absoluter Blickfang in seinem Schaufenster. Hier wie in den anderen Auslagen findet der Betrachter auch Informationen zu den jeweiligen Filmen. In den Geschäften gibt es natürlich auch das Snowdance-Programmheft, das heuer einen imposanten Umfang von 100 Seiten erreicht hat.

Dieter Roettig

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