"Antigone" war der Auslöser – Florian Werner über sein Interesse am Theater, seine Arbeiten und Pläne

Sein Interesse am Theater verdankt er einem Ereignis, dass viele andere eher abgeschreckt hätte: Als Schüler brütete Florian Werner, vor kurzem zum zweite Mann am Landsberger Stadttheater bestimmt, über einer Übersetzung der „Antigone“ und von da an faszinierte ihn die Theatergeschichte, vor allem die Frage, warum Stoffe wie dieser die Menschen über Jahrhunderte hinweg bewegen können. Welche Geschichten die Landsberger künftig faszinieren, kann der künftige Theaterleiter bald selbst auswählen.

Die Vorliebe für das Theater erlosch nicht mit beendeter Sophokles-Übersetzung: Nach dem Abitur studierte er in München und Wien Theaterwissenschaft, Germanistik und Pädagogik, noch während der Magisterprüfung erhielt Florian Werner ein Stellenangebot aus St. Ottilien, seiner alten Schule, wo er nach wie vor als Erzieher und Leiter des Schultheaters arbeitet. Zwei Jahre später feierte er mit seinem ersten Auftragswerk von Erzabt Jeremias Schröder, den Florian Werner als seinen ersten großen Gönner bezeichnet, große Erfolge. „Das war ein modernes Mysterienspiel zum 100. Kirchenjubiläum“, erzählt Werner. Auch für die Landsberger Bühne, bei der er seit 1999 als Schauspieler aktiv ist, inszeniert er selbst. Seine erste Regiearbeit: Antigone, bei der er auch selbst als Kreon auf der Bühne stand. Anlässlich des letzten Ruethenfestes schrieb und inszenierte er das Stück „Habnit“. Doch sein bislang größter Erfolg war und ist die diesjährige Waaler Passion, für die er als Spielleiter verantwortlich zeichnet. „Man ist auf mich zugekommen, weil ich durch meine Arbeit in St. Ottilien Erfahrung mit christlichem Theater habe, schon mit vielen Leuten auf der Bühne gearbeitet habe und gerne mit Laien zusammenarbeite. Das hat hervorragend geklappt und wir waren sehr erfolgreich“, erzählt Florian Werner. Was macht Theater für ihn aus? Florian Werner sieht Theater als einen Ort der bewussten Fiktion, „in dem die Leute die Möglichkeit haben, sich Dinge anzuschauen, die sie inspirieren“, erklärt er. „Es ist ein Raum der Ruhe, in dem der mediale Bereich in keinem so schnellen Tempo abläuft.“ Sein Hauptziel für die Arbeit am Landsberger Stadttheater ist es, wieder eine breitere Öffentlichkeit für das Theater zu interessieren. „Es gibt auch zugängliche Stücke mit sehr guter Qualität“. Sein Traum ist es, einmal mit Profis und Laien gemeinsam zu arbeiten: „Es wäre spannend zu sehen, wie das läuft.“ Seine erste Regiearbeit am Stadttheater wird allerdings mit Laien stattfinden: für die Landsberger Bühne inszeniert er George Bernard Shaws „Pygmalion“.

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