Eins, zwei oder keins

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Unterhalb des Kinos gegenüber der Eisdiele könnte nach Einschätzung der Freien Wähler ein passender Platz für ein Wasserrad im Mühlbach sein.

Dießen – Einen fleißigen Müller gibt es in Dießen längst nicht mehr, aber ein Mühlrad, so der Wunsch der Freien Wähler, soll – nach Möglichkeit ohne störendes „Klippklapp“ – bald an die Orts- geschichte erinnern, die von der Wasserkraft profitierte. Konkurrenz bekam der Antrag der Freien Wähler „auf Errichtung eines Mühlrades“ aus der Fischerei.

Auch die Familie Mastaller-Gastl möchte, so die Mitteilung von Bürgermeister Herbert Kirsch in der jüngsten Gemeinderatssitzung, vor ihrem Fischgeschäft ein Mühlrad instal- ließen. Die Freien Wähler haben als Standort die im Rahmen der Mühlbachtieferlegung geplante Rutsche gegenüber der Eisdiele im Auge. Unterhalb der Rutsche entsteht durch das Gefälle im neuen Bachbett ein kleines Becken, in dem Passanten verweilen und ihre Füße im Wasser kühlen können. So standen mehrere Fragen im Raum: Ein Mühlrad oder zwei und wenn ja wo? Und wohin mit der Kunst am Bau, die ebenfalls Bestandteil der Neugestaltung der Mühlstraße ist?

Ausgangspunkt der Überlegungen der Freien Wähler ist der Rückbau des Wasserfalls am Untermüllerplatz, der sich dort befindet wo bis 1975 die untere Mühle stand. Mit dem Wasserfall verliert der Ort nach Ansicht der Freien Wähler „eine Attraktion“.

Franz Kubat (Dießener Bürger) empfand den Standort vor dem Anwesen der Fischerfamilie am Untermüllerplatz „geeigneter als beim Kino“. Frank Fastl (Freie Wähler) zeigte sich gegenüber der privaten Mühlrad-Initiative skeptisch. „Die gestalterische und planerische Hoheit“ sollte sich die Gemeinde nicht aus der Hand nehmen lassen, meinte er. Edgar Maginot (CSU) legte Wert darauf, dass das Mühlrad auch Strom produzieren sollte. Genau aus diesem Grund, so der neue Ratskollege Martin Brink (Freie Wähler), sei dieser Standort von seiner Fraktion vorgeschlagen worden, da das Wasser an dieser Stelle am tiefsten falle.

Hannelore Baur (SPD) lehnte es ab, die Planer der Mühlstraßen- und Mühlbachsanierung mit der Klärung der Standortfrage für ein Wasserrad zu beauftragen, nachdem die Gemeinde gerade einen Kunst-am-Bau-Wettbewerb abgehalten habe. Ein Mühlrad sei entbehrlich, fand sie.

Eine Entscheidung zum Mühlrad fiel in der Gemeinderatssitzung jedoch noch nicht. Zunächst soll der Antrag der Familie Mastaller-Gastl behandelt und das Ergebnis des Wettbewerbs „Kunst am Bau“ abgewartet werden, bei dem sieben Arbeiten eingereicht wurden und zwei in die engere Wahl kamen.

Ursula Nagl

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