Da lässt sich’s gut schlafen:

Ein sicherer Landkreis

+
Nahezu alle Rauschgiftdelikte im Jahr 2012 im Bereich der Polizei Landsberg wurden aufgeklärt – etwa fand man diese Aufzuchtanlage für Marihuanapflanzen.

Landkreis – Im Durchschnitt jeden Tag zehn Straftaten und acht Verkehrsunfälle, die Polizeiinspektion Landsberg musste sich im vergangenen Jahr über Arbeitsmangel fürwahr nicht beklagen. Immerhin 16300 Vorgänge wurden für 2012 registriert.

Zwar ist die Zahl der Straftaten in der Lech-Ammersee-Region im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, „schlafen kann man hier aber immer noch gut“, beruhigte der Leiter der Polizeiinspektion Landsberg, Alfred Geyer, jüngst bei der Präsentation der Kriminalstatistik.

Im Vergleich zu anderen Regionen sei Landsberg ein „sicherer Landkreis“, betonte Geyer. Zwar wurden im vergangenen Jahr 3334 Straftaten im Bereich der Polizeiinspektion Landsberg registriert – das ist gegenüber dem Jahr 2011 eine Zunahme von 165 Fällen. Die Aufklärungsquote ist aber um rund fünf Prozent gestiegen und beträgt 63,3 Prozent.

Die Häufigkeitszahl ist die Zahl der bekannt gewordenen Fälle, jeweils errechnet auf 100000 Einwohner. Im Landkreis beträgt sie 3513 und ist damit verglichen mit den benachbarten Regionen relativ niedrig. Auf die 115215 Einwohner im gesamten Landkreis kommen damit 4048 registrierte Straftaten – die Polizeiinspektion Dießen eingerechnet. Eine relativ hohe Häufigkeitszahl weist mit 6512 dagegen die Stadt Landsberg auf. Das dürfte laut Polizeichef Alfred Geyer auf die Funktion der Lechstadt als Mittelzentrum der zurückzuführen sein: „Die größeren Städte München und Augsburg liegen so weit entfernt, dass sich Straftäter auch aus der Umgebung hierher orientieren.“

1720 Tatverdächtige seien 2012 ermittelt worden – erheblich mehr als im Vergleich zum Vorjahr. Davon wohnen 63,19 Prozent direkt im Landkreis. Unter Alkoholeinfluss standen letztes Jahr 305 Tatverdächtige, von 343 Körperverletztern hatten rund 40 Prozent zuvor zu tief ins Glas geschaut. Als Phänomen bezeichnet Geyer auch die gestiegene Gewalt gegen Polizeibeamte, welche sich insbesondere in Form von Widerstandshandlungen und Belei­- digungen äußerte. „Insgesamt wurden 54 Vergehen des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte registriert.“

Jugendliche traten mit einem Anteil von 10,75 Prozent bei den Tatverdächtigen in Erscheinung, sind aber in der Bevölkerung nur mit rund vier Prozent vertreten – ähnliches gelte für Heranwachsende. Damit verüben Personen im Alter zwischen 14 und 21 Jahren über­- proportional Straftaten aus, diese Gruppe konzentriert sich auf bestimmte Delikte – hauptsächlich Diebstahl, Körperverletzung, Sachbeschädigung oder Rauschgiftdelikte.

Fast komplett aufgeklärt

Apropos: Die Polizei zählte im letzten Jahr 149 Rauschgiftdelikte in ihrem Bereich, doch nahezu alle Straftaten diesbe­- züglich konnten aufgeklärt werden, da es sich um „typische Kontrolldelikte“ handle. Unter den insgesamt 141 Tatverdächtigen waren 19 Jugendliche, 29 Heranwachsende und 13 ausländische Mitbürger. „In 117 Fällen wurde wegen allgemeiner Verstöße ermittelt“, so Geyer, beispielsweise Erwerb und Besitz von Betäubungsmitteln. Darunter fielen 71 Fälle mit Cannabis und neunmal Handel mit Drogen.

Im Bereich der Gewaltkriminalität ermittelten die Beamten 117 Tatverdächtige. Dazu zählen Straftaten gegen das Leben, etwa Mord und Totschlag, außerdem Vergewaltigung, Raub und gefährliche sowie schwere Körperverletzung. Die Polizei registrierte im vergangenen Jahr 85 Fälle der Gewaltkriminalität, die Aufklärungsquote betrage 88,2 Prozent. Dominiert werde diese Deliktsgruppe mit 83,67 Prozent von den gefährlichen und schweren Körperverletzungen. Im Bereich der Landsberger Polizei ereignete sich „eine Straftat gegen das Leben“. Außerdem wurden fünf Vergewaltigungen und 20 Fälle sexueller Missbrauch an Kindern angezeigt. Somit verzeichnete man bei den sogenannten Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung eine Zunahme um 16,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Den Löwenanteil an der Kriminalität in der Region habe aber der Diebstahl, so Geyer. Fast ein Drittel aller angezeigten Straftaten falle in diese Kategorie. Von 1020 Fällen bear­- beitete die Polizei 365 schwere Diebstähle, sieben Auto- und 30 Einbruchdiebstähle. „Am kräftigsten stieg die Anzahl der Diebstähle aus Automaten, nämlich um 128,6 Prozent auf nunmehr 16 Fälle“, berichtet Alfred Geyer. Die Aufklärungsquote bei den gemeldeten Diebstählen liege bei 35,5 Prozent, verglichen mit dem Vorjahr waren es 31 Fälle mehr.

Auch interessant

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Landsberg verzeichnet massive Preissteigerung bei Grund & Boden
Landsberg verzeichnet massive Preissteigerung bei Grund & Boden
Geister steigen aus dem See
Geister steigen aus dem See
Umzug startet mit Schreck
Umzug startet mit Schreck

Kommentare