Vier Lechrain-Gemeinden in einem Boot

Interkommunal im Vierer mit Steuermann

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Ziehen beim Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept an einem Strang: die Lechrain-Gemeinden Apfeldorf (Foto), Fuchstal, Hofstetten und Thaining.
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Ziehen beim Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept an einem Strang: die Lechrain-Gemeinden Apfeldorf, Fuchstal (Foto) Hofstetten und Thaining.
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Ziehen beim Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept an einem Strang: die Lechrain-Gemeinden Apfeldorf, Fuchstal, Hofstetten (Foto) und Thaining.
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Ziehen beim Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept an einem Strang: die Lechrain-Gemeinden Apfeldorf, Fuchstal, Hofstetten und Thaining (Foto).

Fuchstal/Hofstetten/Thaining/Apfeldorf – Vier Gemeinden aus dem südlichen Landkreis Landsberg machen gemeinsame Sache. Bei Themen wie dem Leerstandsmanagement mit der Bewahrung des Dorfkerns und wie der aktiven Beratung der Eigentümer sowie bei baulichen Sanierungen sitzen Fuchstal, Hofstetten, Thaining und Apfeldorf in einem Boot.

Das Besondere daran ist nicht allein die interkommunale Zusammenarbeit, die landauf landab forciert werden soll und für die es staatliche Zuschüsse gibt. Außergewöhnlich ist, dass dabei erstmals vier Gemeinden in einem Boot sitzen, die keine direkten Nachbarn sind – von Hofstetten und Thaining abgesehen. Zwischen Apfeldorf und Fuchstal liegen immerhin gut 15 Kilometer, von Apfeldorf nach Hofstetten sind es knapp 20 Kilometer.

Hervorzuheben ist bei dieser Zusammenarbeit innerhalb des Programmes ISEK (integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept), dass drei Gemeinden auf der Ostseite der B17 als Hauptverkehrsachse liegen und eine (Fuchstal) im Westen davon. Genauso ist es auf den Naturraum bezogen: drei sind östlich des Lechs, eine Kommune westlich des großen Flusses.

Unterschiede gibt es auch in der Größe. Apfeldorf und Thaining haben gut 1.000 Einwohner. Hofstetten hat knapp 1.800 Einwohner. Im Fuchstal sind es immerhin 3.800 Einwohner, also fast so viel wie die drei anderen Kommunen zusammen.

Eigentlich hätte sich mit Un­ter­dießen noch eine fünfte Gemeinde einklinken wollen. Doch daraus ist nichts geworden, weil dort das Verfahren der Dorferneuerung läuft und parallel keine Maßnahmen aus einem zweiten staatlichen Fördertopf bezuschusst werden können. So erklärt es Gerhard Schmid, der Geschäftsstellenleiter bei der VG Fuchstal, zu der auch Unterdießen gehört.

Im Rathaus in Fuchstal erfolgt die Koordination. VG-Geschäftsleiter Schmid ist zudem Vize-­Bürgermeister in Apfeldorf. Die Lenkungsgruppe für die Projekte in den „Zukunftsgemeinden“ hat sich bereits mehrmals getroffen. Am Mittwoch, 6. Juni, wollen die Bürgermeister Leon­hard Stork (Thaining), Georg Epple (Apfeldorf), Erwin Karg (Fuchstal) und Benedikt Berchtold (Hofstetten) bei einem Pressegespräch im historischen Rochlhaus in Thaining gleichsam den Startschuss für das interkommunale Entwicklungskonzept geben.

Dabei wollen sie zunächst Antwort auf die Frage „Was treibt uns an?“ geben. Vorgestellt werden soll auch der modellhafte Ansatz, der vom Freistaat Bayern finanziell gefördert wird. Mit dabei sein wird Hans-Peter Dürsch vom gleichnamigen Institut für Stadtentwicklung aus München. Dieses Büro war nach Angaben von Gerhard Schmid und Leonhard Stork 2017 unter mehreren Bewerbern von der Lenkungsgruppe ausgewählt worden, um die Maßnahmen zu planen und Impulse zu geben.

Thainings Bürgermeister Stork findet den interkommunalen Zu­sammenschluss eine „gute Sache“. Beim Leerstandsmana­gement und bei der aktiven Beratung der Eigentümer könne man gemeinsam agieren, bekundet der Rathauschef, der auch Vorsitzender der VG Reichling ist. Nur einen anderen Punkt der interkommunalen Zusammenarbeit, nämlich den gemeinsamen Gewerbeflächenpool, bewertet er verhalten, was an der räumlichen Entfernung unter den vier beteiligten Kommunen liege.

Dörflich geprägt

Obwohl Hofstetten nur zwölf Kilometer von Landsberg entfernt liegt und zu zwei der vier Partnergemeinden weitere Entfernungen hat, sieht Bürgermeister Berchtold die ISEK- Zusammenarbeit positiv. Hofstetten sei dörflich geprägt und wolle es auch bleiben, bekräftigt er im Gespräch mit dem KREISBOTEN. Die Interessen der vier Gemeinden seien ähnlich. Man könne nur voneinander lernen.

Ein entscheidender Aspekt ist für Berchtold die „neutrale Begleitung“ durch ein Ingenieurbüro. Die Erfassung der Leerstände in den Ortschaften bis hin zu den Eigentümerstrukturen mit teils langwierigen Gesprächen mit Erbengemeinschaften sei dringend angezeigt. So würden Gemeinden in die Lage versetzt, dass sie in der Entwicklung „frühzeitig mitlenken“ können.

Gerhard Schmid in Apfeldorf sagt es mit diesen Worten: „Gehen Sie doch mal mit offenen Augen durch unsere Dörfer.“ Da sei der Strukturwandel klar zu erkennen.

Johannes Jais

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