Auch mittags gut betreut

Apfeldorf plant Mittagsbetreuung für Schüler

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Auch nach dem Klingeln sollen die Schüler in Apfeldorf in Zukunft betreut werden.

Land wird das Thema Kinderbetreuung und Berufstätigkeit immer wichtiger: Nachdem von Elternseite schon 16 Anmeldungen vorliegen, wird die Gemeinde im kommenden Jahr eine Mittagsbetreuung für Schüler anbieten. Allerdings in Kinsau – was nicht bei allen auf Zustimmung stieß.

Die Zeiten ändern sich auf dem Dorf – auch in Apfeldorf kehren immer mehr Mütter in die Berufstätigkeit zurück.

Bereits 2018 wurde im Gemeinderat über das Thema Mittagsbetreuung gesprochen. Auch in der vorletzten Gemeinderatssitzung hatte Henriette Beltz mit Nachdruck nach Ergebnissen einer Elternumfrage verlangt – die aber einfach noch nicht vorlagen. Nun lagen sie vor, Henriette Beltz fehlte bis kurz vor Schluss der Sitzung – dafür war Claudia von Lospichl, Rektorin der Grund- und Mittelschule Rott, zu Gast, die das künftige Vorgehen erläuterte.

„Die Situation bei den Eltern ist dringender geworden, es gab schon 16 Anmeldungen“, sagte Bürgermeister Georg Epple. Und mit dem Zuzug nach Apfeldorf könne sich das durchaus noch weiter verändern, eine statistische Prognose lasse sich jedoch derzeit nicht erstellen. „Der Vorschlag wäre, jetzt mal für ein Jahr einen Versuch zu starten.“ Da zwölf Anmeldungen für die Kurzgruppe (bis 14 Uhr) und vier für eine lange Betreuungszeit (bis 15:30 Uhr) vorliegen, habe die Schulleiterin Claudia von Lospichl einen Antrag einer Kurzbetreuungsgruppe für die Regierung vorbereitet.

Neben Hausaufgabenbetreuung, so Epple, werde es auch Mittagessen für die Kinder geben. „Und das kann nicht zwischen Tür und Angel stattfinden, das muss schon einen gewissen Stil haben – und leider sind dafür die Bedingungen in der Apfeldorfer Schule nicht gegeben.“

Die Alternative: eine Betreuung gemeinsam mit den Kinsauer Kindern. Im ehemaligen Werkraum der Schule des Nachbarorts ist genügend Platz. Eine naheliegende Lösung, da die beiden Gemeinden schließlich einen Schulverband teilen. Eine Lösung, die Robert Frühholz sichtlich irritierte. „Was bringt das konkret für Vorteile für die Gemeinde, wenn man das in Kinsau macht?“ Man habe ja auch zehn Plätze Mittagsbetreuung in Apfeldorf, werde man die denn nun auflösen? Epple erklärte, man hätte es ja gerne in Apfeldorf gemacht. Nur bestünden dort einfach nicht die räumlichen Möglichkeiten.

Frühholz kritisierte, dass sich dadurch nichts ändern werde, außer dass die Eltern dann ihre Kinder in Kinsau abholen müssten. „Wir schaffen mehr Kosten für Gemeinde und Eltern“, warnte Frühholz. Denn der Schulbus wird die Kinder nach Kinsau bringen – zurück jedoch nicht.

Epple konterte, dass es, wie erwähnt, für das Kindergartenteam und die Kinder räumlich und personell „schlichtweg eine Zumutung“ sei. Die Initiative sei ja auch von der Kindergartenleitung ausgegangen.

Schulleiterin Von Lospichl erklärte, dass man sicherlich Apfeldorf nicht ausgrenzen wolle. „Es ist aber weitaus einfacher in Kinsau, wo man die Betreuung im Werkraum durchführen kann, ohne den Schulbetrieb zu stören.“ In Kinsau seien die erste und zweite Klasse, die früher Schulschluss hätten als in Apfeldorf die dritte und vierte Klasse. „Ja, aber wer hat denn dann mehr Aufwand?“, wollte Frühholz erneut wissen. Heinrich Keller entgegnete, dass man davon ausgehen könne, dass die betreffenden Eltern durchaus wüssten, dass sie ihre Kinder in Kinsau abholen müssten: „Darüber brauchen wir uns nicht den Kopf zerbrechen.“ Eine Meinung, die Sven Clormann teilte: „Das soll nicht unser Problem sein.“

Angedacht ist die Betreuung laut Von Lospichl über einen freien Träger – jedoch in Abstimmung mit der Schule. enn nun weitere sechs Anmeldungen für eine Langgruppe folgten, werde man versuchen, eine Sondergenehmigung zu erwirken.

Peter Strommer wollte wissen, wie es sich mit den Kosten verhalte. Denn letztlich trage Apfeldorf diese ja mit. Diese würden, so Epple, im Rahmen des sonstigen Sachaufwands gedeckt werden. Zum Teil über Elternbeiträge (rund 11.000 Euro) und vermutlich auch Förderung (rund 3300 Euro. „Letztlich wird gar nicht so viel für die Gemeinde übrig bleiben“, sagte Von Lospichl. Letztlich fand die Mittagsbetreuung die Zustimmung des Gremiums – als Pilot für das nächste Schuljahr.

Klaus Mergel

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