Endlich: Die Straße ist fertig!

Nach vier Jahrzehnten werden Apfeldorfer zur Kasse gebeten

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40 Jahre später und die Straße ist fertig – dass es solange gedauert hat, die Straße im Apfeldorfer Wiesen- und Sinkweg fertigzustellen, lag auch an den Anwohnern. Die wollten ursprünglich gar keine geteerte Straße.

Apfeldorf – Im Sommer wurde die Straße im Apfeldorfer Wiesen- und Sinkweg fertig gestellt. Nun wurden die Kosten bekanntgegeben: 523.000 Euro kostete die Maßnahme – die Auftragssumme war ursprünglich 395.000 Euro. Was auf den ersten Blick nach einer gewaltigen Preissteigerung aussieht, macht auf den zweiten Blick Sinn.

Es ist ein wenig kurios, dass die Straße im Wiesen- und Sinkweg erst 2019 fertig gestellt wurde: Die ersten Häuser entstanden dort bereits um 1980, die letzten in diesem Jahr. Normalerweise geschieht eine Erschließung nicht erst Jahrzehnte danach, sondern nachdem die ersten Häuser fertig sind. Doch laut Bürgermeister Georg Epple wurde seinerzeit auf ausdrücklichen Wunsch der Bauherren keine feste Straße gebaut: zum einen wohl um Kosten zu sparen, zum anderen um Durchgangsverkehr zu verringern.

Die Kehrseite der Medaille: Bei Starkregen verwandelte sich der Weg jedes Jahr zu einem Sumpf. Nicht selten stand das Wasser auf dem Schotterweg, große Pfützen und Schlaglöcher waren der Regelfall. Als nun Baulücken geschlossen wurden, entschloss man sich endlich für eine befestigte Fahrbahndecke mit Kanal für Wegen- und Sickerwasser.

Als in der jüngsten Gemeinderatssitzung die Schlussrechnung vorgestellt wurde, waren auch einige Anwohner als Gäste erschienen – aus verständlichem Interesse, denn sie müssen sich an den Kosten der Ersterschließung beteiligen. Die Maßnahme hatte die Firma Kölbl aus Wessobrunn durchgeführt.

Das Ingenieurbüro Buchner hatte nun auf Nachfrage von Gemeinderat Peter Strommer für die Gemeinde die Schlussrechnung von brutto 523.000 Euro bewertet. Das blanke Ergebnis: eine Kostenmehrung von 29,6 Prozent gegenüber der Kostenschätzung. Hörte sich spontan nach einer dramatischen Preissteigerung an.

Bei genauerem Hinsehen ergeben die Kosten jedoch ein schlüssiges Bild, da es zu etlichen unvorhergesehenen Maßnahmen in Höhe von 42.000 Euro kam, wie Buchner berichtet: So musste etwa eine Speedpipe für Glasfaseranschlüsse verlegt werden. Ebenso musste der beschädigte Schmutzwasserkanal repariert und Wasserleitungen neu gebaut werden. Hinzukamen Mehrkosten von 60.000 Euro unter anderem beim Straßenbau, da aufgrund der Kanaltiefe und weiterer Erschwernisse nur ein Straßenvollausbau möglich war.

Ebenso durch den Regenwasserkanal vom Sportplatz, dessen Notwenigkeit erst in der Bauphase klar wurde. Und nicht zuletzt durch die elf Hausanschlüsse der Anlieger.

In seinem Resümee kommt das Ingenieurbüro zu einem Wert, der nur drei Prozent über der Kostenschätzung und 4,7 Prozent über der Ausschreibungssumme liegt. „Auf Grund (...) der geringen Über-, beziehungsweise Unterschreitungen der veranschlagten Kosten wird eine detaillierte Betrachtung in dem jeweiligen Bauabschnitt überflüssig“, so Buchner in seinem finalen Bericht.

Die Gemeinde wird sich an den Kosten beteiligen – die Anwohner werden jedoch nun auch für die Ersterschließung zur Kasse gebeten. Die Höhe der Beiträge ist bislang nicht bekannt: „Die Abrechnung liegt nun in der Verwaltung, die das ausrechnet. Dann bekommen die Anlieger umgehend die Kostenbescheide“, sagte Bürgermeister Epple.
Klaus Mergel

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