Serie "Systemrelevant und nicht schlecht bezahlt":

Fieberthermometer sind gefragt wie nie zuvor

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In Zeiten des Coronavirus besonders gefordert: Dr. Ulrike Mühlhans (von links), Apothekerin, Daniela Steger, Apothekerin, Martina Gistl (PTA) und Laura Schöpplein, Apothekerin und Inhaberin der Rottal-Apotheke.

Rott/Asch – Fieberthermometer seien seit der Verschärfung der Coronakrise so viele über den Ladentisch gegangen wie sonst im ganzen Jahr. Diese Erfahrung hat Daniela Steger aus Asch gemacht; sie arbeitet in der Apotheke in Rott. Aber auch Paracetamol (gegen Fieber und Schmerzen) sowie Ibuprofen-Tabletten werden vermehrt nachgefragt, weiß die 39-Jährige, die als Teilzeit-Angestellte in einem siebenköpfigen Team die Kunden bedient.

Erst recht in der Zeit der Corona-Pandemie gehören eine Apothekerin oder eine PTA (Pharmazeutisch-Technische Angestellte) genauso wie Ärzte, Pflegekräfte oder Verkäuferinnen zu den systemrelevanten Berufen. Ihre Kolleginnen und sie stünden an der Front, meint Daniela Steger, die in Asch wohnt und mit ihrem Mann Robert zwei Buben im Alter von fünf und sieben Jahren hat.

Vieles hat sich in den vergangenen Wochen in der Rottal-Apotheke verändert. Vorne ist am Handverkaufstisch eine Scheibe aus Plexiglas eingezogen, um die Ansteckungsgefahr durch Viren zu minimieren. Eine andere Vorgabe ist, dass in das Geschäft höchstens zwei Personen eingelassen werden. Auf einem Zettel an der abgesperrten Tür werde das den Kunden erklärt.

Eine weitere Maßnahme ist die Mundschutzpflicht für die Mitarbeiter. Auch bei Kunden stelle sie vermehrt fest, dass sie einen Mundschutz tragen oder einen Schal in die untere Gesichtshälfte hochziehen, berichtet die Apothekerin.

Was Daniela Steger besonders betont: „Es ist grad sehr viel Arbeit.“ So wird um die Hälfte mehr an Arzneien verschickt als bisher. Mehrere Fahrer seien unterwegs, um die Bestellungen zu den Patienten zu bringen, die bis in Kinsau, Wessobrunn und in Lengenfeld zu Hause sind. Die Apotheke in Rott und die Fuchstal-Apotheke in Asch sind die zwei einzigen zwischen Landsberg und Schongau.

Ein Ratschlag der Apothekerin ist, die Hände mit Seife zu waschen – das aber gründlich. „Mindestens 20 Sekunden“, ergänzt Daniela Steger. Damit könne man in privaten Haushalten Desinfektionsmittel sparen, die in Kliniken, Heimen und Betrieben dringend benötigt werden. Ein weiterer Hinweis ist, sich nicht an die Nase und den Mund zu fassen, bevor man die Hände abgewaschen habe.

Flexibilität ist von den sieben Mitarbeiterinnen zurzeit mehr als sonst gefordert. Die Apothekerinnen und PTA sind in Teams eingeteilt; meist sind sie zu dritt in der Apotheke. Die PKA (Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte) leisten ihren Beitrag, damit auch im Hintergrund alles glatt läuft. Sie gehen ans Telefon und nehmen Bestellungen auf, ordern die benötigte Ware und sorgen dafür, dass die Ware schnell wieder im Bestand zur Verfügung steht.

Daniela Steger, eine der Apothekerinnen, weiß mit Blick auf die Flexibilität, dass sie sich auf ihren Mann und das familiäre Umfeld verlassen kann, wenn sie in der Apotheke gefordert ist und zur gleichen Zeit die Kinder zu betreuen sind. Regelmäßig ist sie zum Beispiel am Freitagnachmittag ab 15 Uhr in Rott in der Apotheke, wenn ihr Mann Robert von der Arbeit wieder zu Hause ist. Home-Office ist nicht.

Warum man Apothekerin, PTA oder PKA werden soll? Auf diese Frage hat Daniela Steger gleich eine Antwort parat. „Es ist ein sehr abwechslungsreicher Beruf.“ Nicht nur die Abgabe von Arzneimitteln, sondern auch die Herstellung von Rezepturen wie Salbe, Zäpfchen, Kapseln usw. gehören dazu. Der Kundenkontakt bringe immer was Neues. Man lerne viel über den Körper und darüber, was Arzneimittel bewirken. Und die Aussichten im Job seien gut..
Johannes Jais

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