Wohnen im Container

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Seit vergangener Woche wird im Klostergarten an der Münchener Straße gebaggert, gekiest und paniert: Im April soll die Unterkunft für Asylbewerber fertig sein.

Landsberg – Still und leise erfolgte in der vergangenen Woche der Spatenstich für die Container zur Unterbringung der Asylbewerber. Im April bereits sollen sie bezugsfertig sein, noch im selben Monat werden neue Asylbewerber erwartet.

Die Unterkunft für bis zu 60 Personen hatte bereits im letzten Jahr für Aufsehen gesorgt: sie wird fast unmittelbar an der Münchener Straße, mitten im Klostergarten der Dominikanerinnen, aufgestellt.

„Jetzt wird alles sehr schnell gehen“, sagt Wolfgang Müller, Pressesprecher des Landratsamtes; der Landkreis laufe schließlich derzeit seinem Aufnah-mekontingent hinterher. Derzeit leben zwischen Ammersee und Lech schon 220 Asylbewerber – Tendenz steigend. „Wir rechnen bis Jahresende auf jeden Fall mit etwa 400 Personen.“ Deswegen hat der Kreisausschuss in seiner letzten Sitzung auch Nägel mit Köpfen gemacht, Baubeginn für die Erdarbeiten der provisorischen Wohnanlage war dann am vergangenen Mittwoch.

„Wir gehen davon aus, dass die Unterkunft bis Mitte April bezugsfertig ist. Noch im selben Monat werden die ersten Asylbewerber dort erwartet“, erklärt Müller. Insgesamt bietet die neue Unterkunft Platz für maximal 60 Personen – je nach Zusammensetzung. „Wieviele Personen einziehen wissen wir noch nicht. Das kommt darauf an, ob zum Beispiel Familien dabei sind, oder welche Nationalitäten die neuen Asylbewerber haben.“

Wenn die Erschließungsarbeiten an dem Grundstück im Klostergarten abgeschlossen sind, werden fertige Wohncontainer geliefert. Derzeit werden sie noch eigens für die Unterkunft an der Münchener Straße produziert. Kaufen muss der Landkreis die Container aber nicht, erklärt Müller, da nicht sicher ist, wie lange sie tatsächlich stehen. Der Landkreis bezahle die Miete und diese wird dann wiederum vom Regierungsbezirk Oberbayern eingefordert.

Wie lange die Container dann genutzt werden, steht noch nicht fest. Müller rechne mit bis zu zwei Jahren, Landrat Walter Eichner hatte im vergangenen Jahr knapp 18 Monate als Zeitraum genannt. Denn die Regierung plant weiterhin die Errichtung einer Gemeinschaftsunterkunft im Landsberger Westen. Das Verfahren bisher geht Landrat Eichner allerdings zu langsam, berichtet Müller. „Daher hat er am 24. März einen runden Tisch im Landratsamt, mit Vertretern der Regierung von Oberbayern, der IMBY Immobilien Bayern und der Stadt Landsberg organisiert.“

Die geplante Unterkunft stößt allerdings nicht nur auf Gegenliebe. Bereits im vergangenen Jahr äußerten viele Landsberger, darunter auch Anwohner des möglichen Grundstücks im Westen, Kritik. Insbesondere die Größe des Asylbewerberheims gefiel zahlreichen Landsbergern nicht und es bildete sich die „Bürgerinitiative AsylUnterkunft Landsberg“, die eine dezentrale Unterbringung und eine „vernünftige Asylpolitik“ vorantreiben möchte.

Janina Reich

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