Die Arbeit tun

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Startklar in Lindau: die ÖBB

Die Sommerpause endet. In Landsberg ist nicht viel passiert; es gab ein echtes Sommerloch. Die Aufregung um den plakativ, aber unkoordiniert beantragten Ehrenring für Claus-Peter Reisch war schnell beigelegt. Die Bedenken gegen die Bebauung über dem Kratzer-Keller kommen erst jetzt auf (siehe den KREISBOTEN dieser Woche). Und die unterschiedlichen Konzepte zur Mobilität der Zukunft (siehe den KREISBOTEN der nächsten Woche) werden uns erst demnächst beschäftigen - dann aber in aller Deutlichkeit, da kann man sicher sein.

Auf Landesebene sieht das anders aus. Eine Sommerpause gab es da eigentlich nicht, weil es sich kaum jemand leistet, in einem Wahljahr in Urlaub zu fahren. Zwar tagte der Bayerische Landtag nicht, aber die Landesregierung war geradezu hyperaktiv. Allein in dieser Woche gab es mehrere Pressetermine, unter anderem zu der Tatsache, dass die Bayerische Grenzpolizei in acht Wochen vier Flüchtlinge aufgegriffen hat. Man kann sagen: Im Sommer ist wenig geschehen, aber geredet wurde um so mehr. Was allerdings, wenn man den Umfragen glaubt, wenig nützlich war.

Wir vom landsbergblog haben geschwiegen, denn seit 2012 ist unser Grundsatz: Wenn's nichts gibt, gibt's auch keinen Beitrag. Allerdings haben wir uns auf Twitter ein paar Mal zu Wort gemeldet. Wer Interesse hat, das nachzulesen, dem sei die Seite www.twitter.com/landsbergblog empfohlen. Auch künftig werden wir die "kleinen" Anmerkungen zum Landsberger Geschehen dort veröffentlichen; schauen Sie einfach öfter mal rein.

Wir werden in der zweiten Jahreshälfte 2018 unser besonderes Augenmerk darauf legen, ob und inwieweit die öffentlichen Gebietskörperschaften ihre Arbeit tun. Im Sommer hatten wir daran erhebliche Zweifel.

Dass eine Behörde die Abschiedung eines kriminellen Ausländers einfach verpennt (Stichwort: Sachsen), dass die Verbesserung der breitbandigen Internet-Anbindung in der Fläche vor sich hindümpelt (Stichwort: Bund und Bayern), dass wir ein immer maroder werdendes Bahnsystem haben, auf das die ÖBB (Österreich) und die SBB (Schweiz) inzwischen mit mildem Spott schauen (Stichwort: Bund und Länder), das alles scheint kaum noch jemanden aufzuregen.

Auch auf kommunaler Ebene gibt es Themen, bei denen man durchaus fragen kann: Ja, finden wir uns jetzt eigentlich mit diesem Zustand ab und verkriechen uns in einem Cocon von Selbstmitleid, oder gehen wir die Missstände konsequent an? Wie steht es um die Integration von Flüchtlingen mit Bleiberecht? Unterstreichen wir die Forderung nach Sozialwohnungen vielleicht mal durch beschleunigtes Bauen? Träumen wir nur von der Reduzierung des PKW-Verkehrs oder nehmen wir das auch in Angriff? Beklagen wir nur unser Bussystem oder ändern wir was? Akzeptieren wir den Stillstand in Penzing oder nutzen wir die Chance?

Die Sommerpause endet. Aber sie darf sich nicht fortsetzen. In Landsberg brauchen wir jetzt ein paar deutliche Weichenstellungen. Wir haben die letzten zwölf Monate vor uns, in denen sich noch etwas bewegen lässt; danach ist auch hier eine Wahl. Wir sollten uns nicht von der Lethargie in Bund und Land anstecken lassen, sondern die Sachen in die Hand nehmen; wir müssen unsere Arbeit tun. Überlegt, aber zügig. Strategisch fundiert, aber entschlossen. Werteorientiert, aber mit Mut.

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