Hilfe vor Ort im Landkreis Landsberg

Arbeit ohne Mindestabstand - wie ist ambulante Pflege möglich?

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Pflege ohne Nähe ist nicht möglich. Wie Caritas und BRK im Landkreis Landsberg momentan die ambulante Pflege organisieren.

Landkreis – Pflegen kann man nicht mit Sicherheitsabstand. Für die ambulanten Pflegedienste bedeutet die Coronakrise deshalb eine besondere Herausforderung. Hygienemaßnahmen, die ohnehin schon großgeschrieben werden, sind wichtiger denn je. Manche Kunden haben trotzdem Angst.

„Die große Masse geht gut mit der Situation um“, sagt Eva Finkenzeller, Geschäftsführerin der CAS Caritas Augsburg Solidarwerk gGmbH, die unter anderem Träger der ökumenischen Sozialstation St. Martin in Landsberg ist. „Aber einige sind verunsichert.“ Diese Erfahrung macht man auch beim BRK Landsberg. Manche Kunden hätten die Pflege vorläufig abgesagt, berichtet Pflegedienstleiterin Natalia Aust. „Vor allem solche, die nur wenig Hilfe brauchen, etwa beim Anziehen von Kompressionsstrümpfen.“

Eigentlich bräuchte man sich vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus durch ambulante Pflegedienstmitarbeiter nicht zu fürchten. Sie gehen zur Zeit grundsätzlich nur mit Mund-Nase-Schutz in die Haushalte. Inzwischen herrsche auch kein Mangel an Masken mehr, berichtet Eva Finkenzeller. „Am Anfang war es schwierig, wir hatten nicht genug für alle.“ Im Trägerverband wurde daraufhin eigens eine Mitarbeiterin für die Beschaffung abgestellt. Engpässe gebe es mittlerweile nicht mehr. „Langsam entspannt sich der Markt.“

Das Bayerische Rote Kreuz wurde laut Natalia Aust von Anfang an vom Rettungsdienst mitversorgt. „Insofern geht es uns gut.“ Der Pflegedienst Diagrama Pflege und Gesundheit gGmbH in Windach bezieht Masken sowie Hand- und Flächendesinfektionsmittel von seinem Berufsverband und vom THW, wie die stellvertretende Geschäftsführerin Ines Brosien berichtet. Auch eine Freiwillige aus Kaufering habe Masken für die Mitarbeiter genäht.

Auf Hygienemaßnahmen wie Händewaschen und das Desinfizieren der Fahrzeuge nach jedem Einsatz legen die Pflegedienste aktuell noch mehr Wert als zu normalen Zeiten. „Und wir fragen Kunden und Angehörige nach Erkältungssymptomen“, sagt Finkenzeller.

Masken werden in den Familien, die die Pflegekräfte aufsuchen, nicht zwangsläufig getragen. „Manche tun es, manche nicht.“ Bei einigen – wie etwa Demenzkranken – sei es schlicht nicht möglich. Da aber die Masken nicht dem eigenen Schutz, sondern dem des Anderen dienen, entstehe in den Familien keine Gefährdung durch den Besuch der Pflegedienstmitarbeiter. Denn wenn diese selbst Erkältungssymptome aufweisen, „bleiben sie sofort zu Hause“, betont Eva Finkenzeller. Da der Trägerverband mittlerweile die Beschäftigten selbst testen könne, lasse sich schneller als auf dem üblichen Wege klären, ob die Symptome harmlos sind oder nicht.
Ulrike Osman

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