Gewerbsmäßiger Diebstahl

In die Kasse gegriffen

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Landsberg – Weil einer 26-Jährigen die Schulden über den Kopf wuchsen, griff sie an ihrem Arbeitsplatz – einem Landsberger Sportgeschäft – in die Kasse. Wegen zwölf Fällen von gewerbsmäßigem Diebstahl wurde sie jetzt vom Amtsgericht Landsberg zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Das System, das sich die in Buchloe lebende Verkäuferin hatte einfallen lassen, war so clever, dass es zunächst nicht aufflog. Sie suchte sich die Artikelnummern verkaufter Waren heraus, verbuchte diese als zurückgegeben und erstattete sich selbst den Kaufpreis. Allerdings nicht in bar, sondern in Form von Gutscheinen. Für diese wiederum tätigte sie in dem Sportgeschäft kleine Einkäufe und ließ sich den Restbetrag in bar auszahlen. Über einen Zeitraum von vier Monaten ergaunerte sie auf diese Weise fast 3000 Euro.

Irgendwann fiel ihrem Vorgesetzten auf, dass die angeblich zurückgegebenen Waren fehlten. Und weil die fraglichen Gutscheine die Unterschrift der Angeklagten trugen, kam man schnell darauf, wer hinter den Unregelmäßigkeiten steckte. Die Frau verlor ihren Job und ist seither arbeitslos.

„Ich weiß nicht mehr, was mich geritten hat“, gab die Angeklagte vor Strafrichter Alexander Kessler zerknirscht zu Protokoll. Verteidiger Alexander Winkler sprach von einer „absoluten Zwangssituation“. Die Frau hatte nach einer Scheidung hohe Schulden, musste sich eine neue Wohnung einrichten und ein Auto abbezahlen. Miete, laufende Kosten und Verbindlichkeiten fraßen ihr Gehalt mehr als auf. Sie habe den Überblick über ihre finanzielle Situation komplett verloren, sagte die 26-Jährige.

Kessler bescheinigte der Frau, „Riesenmist“ gebaut zu haben. „Den Arbeitgeber zu beklauen, ist äußerst verwerflich. Wenn das Geld nicht reicht, muss man halt noch zum Putzen gehen.“ Er verurteilte die Verkäuferin zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und drei Monaten. Außerdem muss sie 120 Stunden soziale Hilfsdienste leisten.

Was die Finanzen betrifft, so hat sich die Frau inzwischen einer Schuldnerberatung anvertraut und Privatinsolvenz angemeldet. Irgendwann will sie auch dem Landsberger Sportgeschäft den Schaden erstatten.

Ulrike Osman

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